Politik

Jens Spahn: „Mich nervt das Maske-Tragen auch manchmal“

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn verteidigte die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes. „Mich nervt das Maske-Tragen auch manchmal, aber es ist doch im Vergleich zu allen anderen Dingen, die wir erlebt haben im März, April ein echt milderes Mittel“, so Spahn.
06.08.2020 16:32
Lesezeit: 1 min
Jens Spahn: „Mich nervt das Maske-Tragen auch manchmal“
14.03.2019, Berlin: Jens Spahn (CDU), Bundesgesundheitsminister, gibt bei seiner Ankunft auf dem Deutschen Pflegetag Fernsehinterviews. (Foto: dpa) Foto: Bernd von Jutrczenka

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn verteidigte die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes. „Mich nervt das Maske-Tragen auch manchmal, aber es ist doch im Vergleich zu allen anderen Dingen, die wir erlebt haben im März, April ein echt milderes Mittel“, sagte der CDU-Politiker im „Morning Briefing“-Podcast von Gabor Steingart.

Eine Maskenpflicht an Schulen ist - außer in Nordrhein-Westfalen - bislang allenfalls für den Schulhof und das Treppenhaus vorgesehen. Eine Stellungnahme der Leopoldina macht sich aber auch für Schutzmasken im Klassenzimmer stark. In einem Papier, an dem unter anderen der Charité-Virologe Christian Drosten und RKI-Präsident Lothar Wieler mitgearbeitet haben, wird empfohlen, dass von der fünften Klasse an auch im Unterricht Maske getragen wird, wenn nicht ausreichend Abstand möglich ist.

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hält eine lokal begrenzte Maskenpflicht im Unterricht im Fall eines Corona-Hotspots für möglich. „Es ist im Rahmen des kommunalen Krisenmanagements durchaus denkbar, dass die Verantwortlichen vor Ort entscheiden, aufgrund der akuten Infektionslage eine Maskenpflicht für einen befristeten Zeitraum vorzusehen“, sagte Weil der Deutschen-Presse-Agentur in Hannover.

Trotz der Corona-Pandemie sollen die Schulen nach den Sommerferien wieder den Regelbetrieb aufnehmen. Mecklenburg-Vorpommern war bereits am vergangenen Montag ins neue Schuljahr gestartet. Hamburg folgt an diesem Donnerstag, danach sind Berlin, Brandenburg, NRW und Schleswig-Holstein an der Reihe. „Schülerinnen und Schüler haben ein Recht auf Bildung, dieses lässt sich am besten in der Schule verwirklichen“, sagte die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD).

Anders als die Schulen will die Fußball-Bundesliga zwar noch nicht zum Regelbetrieb zurückkehren, doch zumindest eine geringe Zahl von Fans in den Stadien ermöglichen. Das Konzept der Proficlubs, das ein Verbot von Alkohol, Stehplätzen und Gästefans vorsieht, stößt bei der Bundesregierung auf vorsichtige Zustimmung. Es komme entscheidend auf die Umsetzung vor Ort an, hieß es aus dem Gesundheitsministerium. Die Signale aus den Bundesländern sind jedoch verhalten. Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) äußerte sich skeptisch, und Niedersachsens Regierungschef Weil sagte: „Ob das dann auch in der Praxis so durchzuhalten ist, das wird erst noch sehr genau zu prüfen sein.“

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Finanzielle Freiheit braucht einen starken Partner

Vermögen eröffnet Möglichkeiten – und bringt zugleich Entscheidungen mit sich: Wie lässt sich das Erreichte bewahren, gezielt...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen Flucht in die Endlichkeit: Wie ein überforderter Anleihemarkt den Bitcoin-Kurs treibt
24.10.2026

Das US-Finanzministerium kauft seine eigenen Schulden zurück, damit sie überhaupt noch jemand haben mag, und der Bitcoin hat das...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft BMW X5 im Test: Warum die fünfte Generation alles anders macht
24.10.2026

Fast 100.000 Euro Einstiegspreis, bis zu 845 Kilometer elektrische Reichweite und ein Auftritt, der kaum zu übersehen ist: Mit dem neuen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Kokain am Arbeitsplatz: Wenn ausgerechnet die besten Mitarbeiter abhängig werden
24.10.2026

Kokain ist längst keine Droge mehr, die nur auf Partys konsumiert wird. Immer häufiger erreicht der Konsum auch den Arbeitsalltag....

DWN
Finanzen
Finanzen Aktien kaufen: Diese Branchen könnten den KI-Hype schlagen
24.10.2026

Die Börsen brechen Rekorde, doch der Höhenflug steht auf wackligen Beinen. Wenige Technologiekonzerne treiben die Kurse, während...

DWN
Politik
Politik China macht seine Grenzen dicht: Ein neuer Eiserner Vorhang
24.10.2026

China macht seine Grenzen dicht, und längst trifft es nicht mehr nur politisch unbequeme Bürger. Lehrer, Ärzte und KI-Ingenieure dürfen...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: KI-Aktien im Fokus, während die Wall Street im Minus bleibt
23.10.2026

Spannung an den Finanzmärkten: Warum Technologiewerte und Rohstoffe die Anleger derzeit in Atem halten.

DWN
Unternehmensporträt
Unternehmensporträt Erfolgreich mit Bio-Erdnüssen: Zwei Bauern sparen mit KI 90 Prozent der Arbeitskosten
23.10.2026

Trockenheit wird für Europas Landwirtschaft zum immer größeren Problem. Zwei Brüder aus Österreich reagieren darauf mit einer...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Firma gründen in 24 Stunden: Was jetzt wirklich möglich ist – und was nicht
23.10.2026

Ein eigenes Unternehmen an nur einem Tag gründen: Das neue Bundesportal G24 soll dem behördlichen Zickzackkurs ein Ende setzen. Seit Ende...