Finanzen

Warren Buffett trennt sich von Bank-Aktien und setzt auf Gold

Die Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway verfolgt derzeit eine Defensivstrategie. Auffallend ist das Investment im Goldsektor, während Bankaktien aus den Depots fliegen.
18.08.2020 14:34
Aktualisiert: 18.08.2020 14:34
Lesezeit: 1 min
Warren Buffett trennt sich von Bank-Aktien und setzt auf Gold
Warren Buffett. (Foto: dpa) Foto: Larry W. Smith

Warren Buffetts Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway hat zwischen April und Juni zahlreiche Titel aus den Depots abgestoßen. Als einzige Aktie hinzugefügt wurde indes das kanadische Bergbau- und Goldförderunternehmen Barrick Gold – und das, obwohl sich Buffett in der Vergangenheit eher als Skeptiker von Goldinvestments erwiesen hatte.

Interessant ist zudem, welche Beteiligungen die Investmentgesellschaft verkauft hat. Wie der Focus berichtet, handelte es sich dabei in erster Linie um Bankaktien. Der Focus schreibt: „Wie aus der vierteljährlichen Aktionärsmitteilung hervorgeht, die Buffetts Investoren-Gesellschaft Berkshire Hathaway am Wochenende veröffentlich hat, verkaufte der Investor sämtliche Aktien der US-Investment Bank Goldman Sachs. Darüber hinaus reduzierte er seine Anteile an JPMorgan Chase gleich um 61 Prozent sowie an der Großbank Wells Fargo und der in Pennsylvania beheimateten PNC-Bank. Buffett behandelt seine Bankbeteiligungen damit genauso wie die von Energieunternehmen und Fluggesellschaften, die er bis vor kurzem noch in seinem Milliarden-Depot geführt hatte. Den Totalverkauf der Airline-Beteiligungen hatte Buffett bereits im Mai angekündigt und sich zum Schluss auch von den amerikanischen Prestige-Gesellschaften Delta und Southwest getrennt.“

Liquide Mittel auf Höchststand

Berkshire Hathaway hat seine Barreserven in der Corona-Krise abermals kräftig erhöht. Im zweiten Quartal stieg das Volumen liquider Mittel, über das der 89-jährige Staranleger verfügt, um gut zehn Milliarden auf den Rekordbetrag von 146,6 Milliarden US-Dollar (124,4 Milliarden Euro), wie aus dem jüngsten Geschäftsbericht von Berkshire Hathaway hervorging.

Damit steigt der Anlagedruck auf den wegen seines Riechers für lukrative Investments „das Orakel von Omaha“ genannten Großinvestors weiter. Die Finanzmärkte warten schon lange auf Buffetts nächste Mega-Übernahme. Doch anders als in früheren Krisen hielt er sich - abgesehen von einem größeren Erdgas-Deal - in der Pandemie zurück.

Statt die enormen Cash-Bestände von Berkshire Hathaway in Beteiligungen oder Zukäufe zu investieren, setzte Buffett zuletzt immer stärker auf Aktienrückkäufe zur Kurspflege. In den drei Monaten bis Ende Juni wurde dafür der Rekordbetrag von 5,1 Milliarden Dollar aufgewandt. Das Tagesgeschäft litt derweil weiter unter der Krise.

Der Betriebsgewinn des Konglomerats, zu dem an die 90 Unternehmen und etliche große Aktienbeteiligungen gehören, ging im Jahresvergleich um zehn Prozent auf 5,5 Milliarden Dollar (4,7 Milliarden Euro) zurück. Der Überschuss von Berkshire schoss derweil dank der Kurserholung an den Börsen von 14,1 Milliarden auf 26,3 Milliarden Dollar in die Höhe. Beim Nettoergebnis müssen allerdings auch unrealisierte Investmentgewinne und -Verluste ausgewiesen werden. Deshalb schwankt diese Kennziffer stark und ist als Gradmesser für den tatsächlichen Geschäftsverlauf relativ ungeeignet. Zum Vergleich: Im Vorquartal hatte es hier noch ein Rekordminus von 50 Milliarden Dollar gegeben.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Politik
Politik World Leaders Ranking: Indiens Premier Modi bleibt beliebtester Staatschef – wo steht Merz?
22.02.2026

Die aktuellen Ranglisten zur Zustimmung für Staats- und Regierungschefs offenbaren spürbare Verschiebungen im globalen Machtgefüge....

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Der Ukraine-Krieg und Deutschlands Rohstoff-Dilemma: Abhängigkeit statt Versorgungssicherheit
22.02.2026

Der Ukraine-Krieg hat nicht nur Europas Sicherheitsordnung erschüttert, sondern auch Deutschlands wirtschaftliches Fundament offengelegt....

DWN
Finanzen
Finanzen Amundi verringert Dollar-Exponierung: Europa im Zentrum der Anlagestrategie
22.02.2026

Amundi reduziert gezielt Dollar-Engagements und richtet seine Portfolios stärker auf Europa und Schwellenmärkte aus. Signalisiert dieser...

DWN
Politik
Politik Sanktionslücke bei Düngemitteln: Russlands Rüstungsindustrie profitiert
22.02.2026

Eine Sanktionsausnahme für Düngemittel verschafft Russlands Rüstungsindustrie Zugang zu zentralen Vorprodukten für Munition, obwohl...

DWN
Politik
Politik Washington Post unter Druck: Welche Rolle spielt Jeff Bezos für die Pressefreiheit?
22.02.2026

Die Washington Post steht exemplarisch für den wachsenden Druck auf die Pressefreiheit in den USA. Gerät die publizistische...

DWN
Politik
Politik Das Ländle wählt: Wohin steuert das Autoland Baden-Württemberg?
22.02.2026

Am 8. März entscheidet sich, welche Wirtschaftspolitik im Südwesten künftig gelten soll. Die Konzepte der Parteien reichen von...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Neue Ära im Welthandel: Bain-Chef sieht strukturellen Umbruch
21.02.2026

Geopolitische Spannungen und technologische Umbrüche erzwingen eine strategische Neuausrichtung in der Weltwirtschaft. Wie lässt sich...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Künstliche Intelligenz verdrängt Influencer: Generation Z trifft Kaufentscheidungen mit KI
21.02.2026

Künstliche Intelligenz beeinflusst zunehmend, wie junge Konsumenten Informationen bewerten und Kaufentscheidungen treffen. Welche Folgen...