Fachmagagzin: Russischer Corona-Impfstoff ist sicher und wirksam

 

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04.09.2020 14:22  Aktualisiert: 04.09.2020 14:22
Der russische Impfstoff Sputnik-V produziert einem Bericht des medizinischen Fachmagazins "Lancet" zufolge Antikörper gegen das Coronavirus. Diese hätten alle 76 Teilnehmer zweier Studien aufgewiesen.
Fachmagagzin: Russischer Corona-Impfstoff ist sicher und wirksam
Die vom russischen Investmentfonds Russian Direct Investment Fund zur Verfügung gestellte Aufnahme zeigt Ampullen mit einem neuen Impfstoff gegen das Coronavirus im Nikolai Gamaleya Nationalzentrum für Epidemiologie und Mikrobiologie auf einem Tisch. (Foto: dpa)
Foto: Alexander Zemlianichenko Jr

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Nach der frühen Freigabe des weltweit ersten Impfstoffes gegen das Coronavirus zur breiten Verwendung in der Bevölkerung hat Russland Details zu seinem Wirkstoff veröffentlicht. Die vorläufigen Ergebnisse wurden am Freitag im medizinischen Fachblatt "The Lancet" publiziert.

Die Ergebnisse decken sich mit früheren Angaben russischer Wissenschaftler und Politiker. Demnach regt der Impfstoff eine Immunantwort an. So seien bei Teilnehmern - insgesamt waren es 76 - in der Testphase I/II Antikörper gegen das Virus nachgewiesen worden. Zugleich habe es keine schwerwiegenden Nebenwirkungen gegeben, schrieben die russischen Forscher.

Der russische Impfstoff mit dem Namen "Sputnik-V" wurde als weltweit erster für eine breite Anwendung in der Bevölkerung zugelassen - trotz internationaler Bedenken. Die Genehmigung erfolgte vor den sogenannten Phase-III-Studien. Erst in dieser wichtigen Phase wird gewöhnlich an sehr vielen Teilnehmern überprüft, ob und wie gut ein Wirkstoff tatsächlich vor einer Infektion schützt und welche Nebenwirkungen auftreten.

Bislang konnte der russische Wirkstoff unabhängig noch nicht bewertet werden, weil keine wissenschaftlichen Studien dazu publiziert wurden. Die Forscher schrieben in dem Fachblatt, dass nun umfangreiche Langzeitstudien und eine weitere Überwachung erforderlich seien, um "die langfristige Sicherheit und Wirksamkeit" festzustellen.

Bei dem Vakzin handelt sich um einen sogenannten Vektorimpfstoff, der aus zwei Injektionen besteht. Er wurde vom staatlichen Gamaleja-Institut für Epidemiologie und Mikrobiologie in Moskau entwickelt. Eine Zulassung vor dem Vorliegen der Ergebnisse großer klinischer Studien widerspricht dem international üblichen Vorgehen.

Die Tests in Phase III haben mittlerweile begonnen. Dem Institut zufolge sollen sie mindestens sechs Monate dauern. Die ersten Freiwilligen in der Hauptstadt Moskau sollen ab nächster Woche geimpft werden, wie Bürgermeister Sergej Sobjanin der Agentur Interfax zufolge sagte. Er selbst habe sich impfen lassen - "sonst wäre es schwer, für einen russischen Impfstoff zu werben", sagte er.

Auch eine Tochter von Kremlchef Wladimir Putins hat sich nach dessen Angaben bereits impfen lassen, so auch Verteidigungsmister Sergej Schoigu. Sein Ministerium veröffentlichte dazu ein Video. Parallel zu den Tests sollen Ärzte und Lehrer eine Impfung gegen das Coronavirus erhalten - auf freiwilliger Basis, wie es hieß.


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