Deutschland

Bauland ist in Deutschland so teuer wie noch nie

Der durchschnittliche Kaufwert baureifer Grundstücke hat 2019 bei 189,51 Euro pro Quadratmeter gelegen. Zehn Jahre zuvor waren es noch rund 122,00 Euro
16.09.2020 12:00
Lesezeit: 1 min
Bauland ist in Deutschland so teuer wie noch nie
03.05.2018, Niedersachsen, Ottenstein: Zu verschenkende Baugrundstücke und bereits bebaute verschenkte Grundstücke sind am Ortsrand zu sehen. (Foto: dpa) Foto: Julian Stratenschulte

Bauland ist in Deutschland so teuer wie noch nie. Der durchschnittliche Kaufwert baureifer Grundstücke habe 2019 bei 189,51 Euro pro Quadratmeter gelegen, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Zehn Jahre zuvor waren es noch rund 122,00 Euro. "Nicht nur die Preise für Wohnimmobilien liegen auf einem Rekordhoch, auch Bauland hat noch nie so viel gekostet", betonten die Statistiker.

Das gestiegene Preisniveau ist dem Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW) nach die Folge von geringem Angebot und starker Nachfrage. "Inzwischen haben sich die explodierenden Baulandpreise als eine der größten Hürden für bezahlbaren Wohnungsneubau entwickelt", sagte BFW-Präsident Andreas Ibel. "Mit verursacht wird das Problem dadurch, dass immer seltener und immer weniger Bauland ausgewiesen wird." Deshalb sei jetzt der Staat gefragt – nur er könne Bauland ausweisen. Zudem seien schnellere Bebauungsplan- und Genehmigungsverfahren notwendig. "Sonst ist hier keine Trendwende in Sicht", sagte Ibel mit Blick auf die Preisentwicklung.

Besonders viel mussten Investoren in den Stadtstaaten Berlin und Hamburg bezahlen. Dort kostete der Quadratmeter 1328,48 Euro beziehungsweise 1157,91 Euro. Am niedrigsten waren die Kaufwerte dagegen in Thüringen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. Hier lagen sie im Schnitt unter 60 Euro pro Quadratmeter. Grundsätzlich steigen die Preise mit der Gemeindegröße. In Kommunen mit weniger als 2000 Einwohnern wurden 66,04 Euro pro Quadratmeter fällig, in den 14 größten Städten war es das 17-Fache: 1128,33 Euro.

Etwa 81 Prozent aller Verkäufe waren Transaktionen von Grundstücken in Wohngebieten. "Diese waren unter allen Baugebieten auch am teuersten", erläuterte das Statistikamt. Der Quadratmeterpreis in Wohngebieten mit geschlossener Bauweise habe dabei mit 285,76 Euro rund 76 Euro höher gelegen als in denen mit offener Bauweise. Bei geschlossener Bauweise dürfen Gebäude ohne Abstand errichtet werden - etwa Reihenhäuser. Die offene Bauweise erfordert einen seitlichen Grenzabstand.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Finanzen
Finanzen Tagesgeld-Vergleich (09/2026): Diese Banken bieten die besten Tagesgeld-Zinsen

Ein Tagesgeld-Konto gilt als sichere und flexible Geldanlage. Doch hinter manchem Spitzenangebot verbergen sich nicht selten Bedingungen,...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Förderprogramm für Azubi-Vermittlung vor dem Aus – trotz offener Ausbildungsplätze
29.09.2026

Viele offene Lehrstellen, viele Jugendliche ohne Perspektive – und trotzdem soll ein bewährtes Förderprogramm für die Azubivermittlung...

DWN
Finanzen
Finanzen Geldvermögen: Haushalte so reich wie nie - Rekordsumme ungleich verteilt
29.09.2026

Das weltweite Geldvermögen erreicht laut Allianz ein Rekordhoch. Doch der Zuwachs kommt bei Milliarden Menschen nicht an. Die Unterschiede...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Funflation: Warum selbst der Spaß immer teurer wird
29.09.2026

Urlaub, Restaurant oder Hobby: Wer seine Freizeit genießen will, muss immer tiefer in die Tasche greifen. Eine Analyse der Bank of America...

DWN
Politik
Politik Kippt der Länderfinanzausgleich? Union droht bei Linksregierung mit Geldentzug
29.09.2026

Nach dem Wahlsieg der Linkspartei in Berlin könnte diese bald die Regierung anführen. Die CDU- und CSU-geführten Bundesländer drohen...

DWN
Finanzen
Finanzen Reicher Westen, armer Osten: Enorme Vermögensungleichheit verschärft sich 2025
29.09.2026

Am 36. Jahrestag der Wiedervereinigung herrschen enorme Unterschiede bei der Vermögensverteilung: Alleine im Jahr 2025 entfielen 95...

DWN
Politik
Politik Deutschland vergreist: Kinderwunsch sinkt – das sind die Folgen
29.09.2026

In Deutschland sinkt nicht nur kontinuierlich die Geburtenrate, sondern erstmals seit vielen Jahren sogar auch der Wunsch nach eigenen...

DWN
Finanzen
Finanzen Lateinamerika-Aktien: Das Comeback, das kaum jemand auf dem Radar hat
29.09.2026

Jahrelang mieden Anleger Lateinamerika, nun schlägt die Region sogar den S&P 500. Rohstoffe, Banken und überraschend niedrige Bewertungen...

DWN
Politik
Politik Personalie Jens Spahn: Doch kein Comeback im Haushaltausschuss
29.09.2026

Der Skandal um die Leihmutterschaft kostete Jens Spahn seinen Posten an der Spitze der CDU‑Fraktion. Im Haushaltsausschuss wollte er...