Deutschland

200 Polizisten begleiten Beerdigung im Berliner Clan-Milieu

Die Beerdigung einer Mutter aus einem bekannten arabischstämmigen Clan in Berlin wird von der Polizei mit 200 Beamten begleitet. Die Beerdigung findet auf dem Neuen-Zwölf-Apostel-Friedhof in Schöneberg statt.
18.09.2020 11:31
Lesezeit: 1 min
200 Polizisten begleiten Beerdigung im Berliner Clan-Milieu
27.04.2020, Berlin: Polizeibeamte sperren den Zugang zu einem Friedhof im Berliner Stadtteil Schöneberg ab. Wegen einer Beerdigung im Clan-Milieu kam es zu einem großen Polizeieinsatz in dem Bezirk Tempelhof-Schöneberg. (Foto: dpa) Foto: Kay Nietfeld

Die Beerdigung einer Mutter aus einem bekannten arabischstämmigen Clan in Berlin wird von der Polizei mit 200 Beamten begleitet. Dabei gehe es um die Einhaltung der Corona-Regeln vor und auf dem Friedhofsgelände in Schönberg und um die Regelung des Verkehrs in der Umgebung, sagte eine Polizeisprecherin am Freitag. Erwartet wurden einige hundert Trauergäste aus Berlin und anderen deutschen Städten. Am Vormittag sei zunächst alles organisiert und störungsfrei verlaufen, sagte die Sprecherin. Gegen 13.00 Uhr sollte die Beerdigungsfeier beendet sein.

Die Besucher mussten ihre Personalien am Eingang in eine Liste eintragen, wie es derzeit auch bei anderen privaten Veranstaltungen vorgeschrieben ist. Die Polizei sorge dafür, dass es keine Staus aus wartenden Menschen gebe und lasse die Besucher in Gruppen ein, so die Sprecherin. Ansonsten müssten die Menschen Abstände einhalten oder eine Atemmaske tragen. Der Friedhof halte dafür auch Masken bereit.

Vier Söhne der gestorbenen Frau, der 44-jährige Clanchef Arafat A.-Ch. und drei seiner Brüder, stehen derzeit vor dem Berliner Landgericht. Sie sind angeklagt, weil sie den Rapper Bushido bedroht, beschimpft, eingesperrt und angegriffen haben sollen. Am Montag war der Prozess wegen des erwarteten Trauerfalls unterbrochen worden.

Auf dem Neuen-Zwölf-Apostel-Friedhof in Schöneberg war im April die Mutter eines bekannten anderen arabischstämmigen Clans beerdigt worden. Die Polizei begleitete die Bestattung mit einem Großeinsatz, Lautsprecher-Durchsagen und einem Hubschrauber. Damals galten noch strengere Regelungen zum Infektionsschutz.

Innensenator Andreas Geisel (SPD) sagte am Donnerstag im Abgeordnetenhaus: «Klar ist, dass wir die Regeln des Rechtsstaates morgen durchsetzen. (...) Und aus welchem Milieu die Beizusetzende auch immer stammt, und welchen Zusammenhang es da immer geben muss, es ist die Beisetzung eines Menschen. Und die muss würdevoll erfolgen. Das werden wir Morgen absichern. Das sollten wir bei aller Kritik an den Zusammenhängen immer bedenken.»

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Politik
Politik Technischer Defekt: Panne bei „Afrika-Training“ der Luftwaffe macht Wirbel
19.08.2026

Eine Regierungsmaschine bekommt über dem Indischen Ozean technische Probleme und landet auf den Seychellen. Der Stopp im Urlaubsparadies...

DWN
Politik
Politik Wahlen in der Ukraine: Ex-Verteidigungsminister wirbt um Urnengang
19.08.2026

Jahrelang galt der ukrainische Ex-Verteidigungsminister Fedorow als loyal zu Präsident Selenskyj. Nach seiner überraschenden Entlassung...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Handwerk wieder attraktiv: Steigende Ausbildungszahlen unter jungen Menschen
19.08.2026

Ehemals starke Industriebranchen und Akademiker stecken in der Krise. Handwerksberufe und praktische Ausbildung boomen. Um so wichtiger...

DWN
Technologie
Technologie Kursfeuerwerk Unitree: Roboterbauer startet mit über 600 Prozent Kursplus
19.08.2026

Humanoid Roboter gelten in China als Zukunftsindustrie. Der Börsenstart von Unitree zeigt, wie groß die Erwartungen der Anleger sind....

DWN
Technologie
Technologie Jede siebte Firma lässt KI Arbeitszeugnisse schreiben
19.08.2026

Künstliche Intelligenz schreibt längst nicht mehr nur Texte – sie erstellt inzwischen auch Arbeitszeugnisse und unterstützt...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft IW: Deutschland müsste fünfmal produktiver werden, um den Wohlstand zu erhalten
19.08.2026

Deutschlands Produktivitätswachstum reicht laut IW nicht mehr aus, um den Wohlstand zu sichern. Der demografische Wandel verschärft den...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsenbericht: Nvidia, Marvell und Micron ziehen Wall Street nach unten
18.08.2026

Spannung an der Wall Street: Warum sich das Blatt für Anleger jetzt wenden könnte.

DWN
Finanzen
Finanzen Echtzeit-Bezahldienst Wero: Gelingt Europas Angriff auf PayPal & Co.?
18.08.2026

Jahrelang haben US-Konzerne den digitalen Zahlungsverkehr in Europa geprägt – jetzt wollen Europas Banken die Kontrolle zurückgewinnen,...