Politik

Wegen Nawalny: EU-Parlament beschließt Resolution für härtere Sanktionen gegen Russland

Das EU-Parlament hat eine Resolution verabschiedet, die die Einführung von noch härteren Sanktionen gegen Russland vorsieht. Russland wird vorgeworfen, den russischen Oppositionellen Alexej Nawalny vergiftet zu haben.
18.09.2020 13:13
Aktualisiert: 18.09.2020 13:13
Lesezeit: 1 min
Wegen Nawalny: EU-Parlament beschließt Resolution für härtere Sanktionen gegen Russland
20.07.2019, Russland, Moscow: Alexej Nawalny, Oppositionsführer aus Russland, spricht bei einem Protest in Moskau. (Foto: dpa) Foto: Pavel Golovkin

Das EU-Parlament hat am Donnerstag mit 574 Ja-Stimmen, 37 Gegenstimmen und 82 Stimmenthaltungen die offiziellen Ergebnisse der „sogenannten Präsidentschaftswahlen“ in Weißrussland nicht anerkannt – wegen eines „offensichtlichen Verstoßes gegen alle international anerkannten Standards“. Sobald die Amtszeit des amtierenden Präsidenten Alexander Lukaschenko am 5. November abläuft, wird das Parlament ihn nicht mehr als Präsidenten des Landes anerkennen.

In einer separaten Entschließung, die ebenfalls am Donnerstag mit 532 Ja-Stimmen, 84 Gegenstimmen und 72 Enthaltungen angenommen wurde, verurteilt das Parlament nachdrücklich den Giftanschlag auf den prominenten russischen Oppositionspolitiker Alexej Nawalny.

Das Parlament stellt fest, dass das verwendete Gift der „Novichok-Gruppe“ nur in staatlichen Militärlabors entwickelt und nicht von Privatpersonen erworben werden kann, was stark impliziert, dass die russischen Behörden hinter dem Angriff standen. Sollte dennoch jemand anderes für verantwortlich befunden werden, wäre dies laut Text immer noch ein klarer Verstoß gegen die internationalen rechtlichen Verpflichtungen Russlands.

In der Entschließung wird gefordert, dass eine internationale Untersuchung des Falls von Nawalny und der mutmaßlichen Verstöße gegen die internationalen Verpflichtungen Russlands im Bereich der chemischen Waffen unverzüglich eingeleitet wird, während die russischen Behörden aufgefordert werden, bei einer solchen Untersuchung uneingeschränkt zusammenzuarbeiten und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.

Sie fordert die EU-Mitgliedstaaten außerdem auf, sich aktiv zu diesem Thema zu äußern, beispielsweise rasch ehrgeizige restriktive EU-Maßnahmen gegenüber Russland zu ergreifen und bereits bestehende zu stärken. Der Text fordert den Einsatz von Sanktionsmechanismen, mit denen das europäische Vermögen korrupter Personen gemäß den Ergebnissen der Anti-Korruptions-Stiftung von Alexej Nawalny gesammelt und eingefroren werden kann.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Politik
Politik Koalitionstreffen zum Reformpaket: Welche geplanten Änderungen auf Widerstand stoßen
01.07.2026

Am Mittwoch trifft sich der Koalitionsausschuss zu einer voraussichtlich wegweisenden Sitzung. Ein ganzes Paket an Reformen soll vor Beginn...

DWN
Finanzen
Finanzen Kospi zeigt die gefährliche Seite der KI-Euphorie
01.07.2026

Südkoreas Börse feiert den KI-Boom, doch hinter der Rekordrally wächst ein gefährliches Muster. Privatanleger kaufen Chipwerte auf...

DWN
Politik
Politik Rente statt Pension? Beamtenpensionen gehören auf dem Prüfstand
01.07.2026

Die Beamtenpensionen sind ein riesiger Kostenfaktor für Bund und Ländern. Trotzdem hat sich die Zahl der Pensionsempfänger in den...

DWN
Politik
Politik Russland Benzinmangel: Putins Energie-Supermacht muss plötzlich einkaufen
01.07.2026

Russland gehört zu den großen Energieexporteuren der Welt. Doch nach ukrainischen Drohnenangriffen auf Raffinerien sucht Moskau offenbar...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Microsoft zahlt 6,3 Milliarden Dollar an Steuern in der EU – Deutschland bekommt wenig
01.07.2026

Microsoft zahlt in der EU 6,3 Milliarden US-Dollar Steuern – doch Deutschland erhält davon trotz hoher Umsätze nur einen kleinen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Tech-Giganten streichen Tausende von Stellen: Experte glaubt nicht, dass KI den Menschen ersetzen wird
01.07.2026

Oracle hat im Laufe des letzten Jahres 21.000 Mitarbeiter entlassen, während das Unternehmen massiv in künstliche Intelligenz investiert....

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsen im Überblick: Chip-Aktien bescheren der Wall Street das beste Quartal seit 2020
30.06.2026

Erfahren Sie, welche Triebkräfte den US-Markt zu neuen Höhen verhalfen und welche Aktien jetzt die Trends setzen.

DWN
Politik
Politik Nato-Abschreckung an der Ostflanke: Neues Hauptquartier
30.06.2026

Macht Europa genug für seine militärische Sicherheit? Deutschland und die Niederlande wollen im Baltikum ein Zeichen für mehr...