Unternehmen

Apple baut in Dänemark gigantischen Windpark - größer als der Kölner Dom

Lesezeit: 2 min
28.09.2020 09:42
Ein schleppender Neubau und anhaltende Proteste von Anwohnern haben in der Vergangenheit die Windparkbranche belastet. Jetzt kommen allerdings positive Impulse von einem Unternehmen, dessen Name man eher nicht mit der Branche in Verbindung bringt.
Apple baut in Dänemark gigantischen Windpark - größer als der Kölner Dom
So wie hier die Sonne über einem Windrad aufgeht, geht es auch der Windbranche wieder etwas besser. (Foto: dpa)
Foto: Tom Weller

Benachrichtigung über neue Artikel:  

Der Markt für Windanlagen steht derzeit unter Druck: Der Zubau verläuft im laufenden Jahr schleppend, und führende Unternehmen wie "Siemens Gamusa", das zu fast 70 Prozent vom Deutschen Traditionskonzern kontrolliert wird, werden von Verlusten belastet. Bei einem Minus auf der Nettoebene von 466 Millionen Euro, das der Hersteller in seinem dritten Geschäftsquartal erreicht hatte, schrieb der Fachdienst "Der Aktionär" sogar von einem regelrechten Schock.

Das ist auch für viele Mittelständler ungünstig, die mit den großen Akteuren zusammenarbeiten. Die kleinen Kooperationspartner versorgen beispielsweise die Belegschaft, die auf Plattformen aus hoher See arbeitet, oder warten die Anlagen, die sich auf dem Land befinden.

Doch kommen jetzt wieder positive Impulse für den Markt, mit denen nicht unbedingt alle gerechnet haben: So will der Technologiekonzern Apple, der normalerweise Computer und Smartphones herstellt, in Dänemark in den Bau zweier gigantischer Onshore-Anlagen investieren. Nach Angaben des Konzerns sollen sie zu den "größten der Welt" zählen.

Wie der US-Technologiekonzern erklärte, werden die Anlagen in der Nähe der dänischen 70.000-Stadt-Einwohnerstadt Esbjerg im Südwesten des Landes liegen. Die Turbinen sollen den Planungen zufolge 200 Meter hoch sein und 62 Gigawattstunden pro Jahr herstellen. Die Energie, die hier produziert werden soll, könnte 20.000 Haushalte versorgen. Zum Vergleich: Der Kölner Dom, der bis ins 19. Jahrhundert das größte Gebäude der Welt war, misst gerade einmal 144 Meter.

Der Plan sieht vor, dass der Strom dem neuen Datenzentrum zur Verfügung gestellt wird, das Apple gerade Viborg in Betrieb genommen hat – ganze 120 Kilometer oder knapp zwei Autostunden entfernt. Die Einrichtung soll vollständig mit Grünem Strom betrieben werden. Es ist das erste seiner Art, dass Apple in Europa betreibt.

Diese Einrichtung, in dem 600 Mitarbeiter beschäftigt werden, bezieht seine Energie zusätzlich aus einer Solar-Anlage, die Apple in Thistes im Norden Landes des gebaut hat. Es war das erste Solar-Projekt in Dänemark, an dem sich der dänische Staat nicht mit Subventionen beteiligt hat.

„Wenn man den Klimawandel bekämpfen will, dann muss man schnell handeln und international zusammenarbeiten“, sagte die Sprecherin von Apple, Lisa Jackson. „Das Datenzentrum in Viborg ist der Beweis, dass wir diese Herausforderung meistern, die mehrere Generationen leisten müssen. Die Investitionen in saubere Energien verhelfen Innovationen zum Durchbruch, die saubere Energie erzeugen und gute Jobs in den Unternehmen und in den lokalen Gemeinden schaffen. Dies ist ein Bereich, in dem wir die Führungsrolle übernehmen müssen“, erklärte Jackson, nicht ohne einen Schuss Pathos.

Siemens-Tochter in Dänemark mit größtem Test-Zentrum der Welt

Dass sich der internationale Konzern gerade in Dänemark engagiert, hat auch seinen Grund. Denn das Land gehört in Europa zu den Märkten, wo die Windenergie schon sehr weit entwickelt ist. Dabei unterstützt der dänische Staat den Ausbau der Branche massiv. In einer Tabelle über die installierte Gesamtleistung aus dem Jahr 2018 befindet sich das skandinavische Land mit 5.760 Megawatt auf dem achten Rang von zehn Staaten. Wie der Fachdienst „Windbranche“ berichtet, liegt Deutschland mit 59.000 Megawatt auf dem ersten Rang, gefolgt von Spanien 23.500 Megawatt und Großbritannien mit 20.970 Megawatt.

Deswegen ist hier auch schon längst Siemens Gamusa aktiv - und zwar an mehreren Standorten: In Vejle im Süden des Landes befinden sich Offshore-Anlagen. Darüber hinaus baut der deutsche Konzern im norddänische Aalborg die Rotorblätter für die Anlagen. Dort befindet sich auch die größte Testanlagen für die Technologie, die es auf der ganzen Welt gibt. Das internationale Unternehmen beschäftigt in dem skandinavischen Land rund 5.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – also etwa ein Fünftel seiner Gesamtbelegschaft, die auf der ganzen Welt arbeitet.

Immerhin gibt es doch nicht nur negative Nachrichten für Siemens Gamesa: So hat das internationale Unternehmen gerade erfolgreich einen Service-Vertrag für besondere Turbinen im Windpark Medelby in Schleswig -Holstein verlängert. Der Kontrakt, der nach 15 Jahren ausgelaufen war, gilt nun für weitere fünf Jahre. Medelby ist mit einer Leistung von 83 MW der größte Bürgerwindpark im Norden des Bundeslandes. Das ist zwar nicht in Dänemark, aber zumindest ganz in der Nähe.

 



DWN
Politik
Politik „Great Reset“: Wie das Weltwirtschaftsforum China seit Jahren hofiert und lobt

Seit Jahren bauen das Weltwirtschaftsforum unter Klaus Schwab und China ihre Beziehungen aus. Das Forum hat eine eindeutig positive...

DWN
Finanzen
Finanzen Großinvestoren schichten von Gold nach Bitcoin um

Daten aus den vergangenen Wochen deuten darauf hin, dass Privatinvestoren im großen Stil von Gold nach Bitcoin umschichten. Der aktuelle...

DWN
Finanzen
Finanzen Mehrere Zahlungsausfälle erschüttern Chinas Anleihemarkt

In den vergangenen Tagen konnten mehrere staatlich kontrollierte Unternehmen ihre Verbindlichkeiten nicht mehr bedienen. Ausländische...

DWN
Politik
Politik Klare Botschaft an alle: USA entsenden Langstrecken-Bomber in den Nahen Osten

Von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt, haben die USA Langstrecken-Bomber in den Nahen Osten entsendet. Die Mission sollte als...

DWN
Politik
Politik Das große Geschäft mit den Impfstoffen hat begonnen

Die EU einigt sich mit dem US-Hersteller Moderna, Bill Gates‘ Impfallianz erhält hunderte Millionen Dosen des Herstellers AstraZeneca...

DWN
Finanzen
Finanzen Jetzt ist es soweit: Bundesregierung erwägt Einführung eines Corona-Soli

Medienberichten zufolge erwägt die Bundesregierung, einen Corona-Soli einzuführen, um den wirtschaftlichen Schaden der Corona-Krise...

DWN
Politik
Politik Corona-Ticker: Auf diese Maßnahmen haben sich die Bundesländer für Weihnachten und Silvester geeinigt

Die Bundesländer haben sich auf zahlreiche Maßnahmen für den Dezember geeinigt. Lesen Sie alle Einzelheiten im Liveticker.

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Ifo-Index zum Geschäftsklima sinkt deutlich

Die deutschen Unternehmen blicken im November branchenübergreifend skeptisch in die Zukunft.

DWN
Unternehmen
Unternehmen Sahra Wagenknecht: „Altmaier und Laschet müssen den Ausverkauf von Thyssenkrupp stoppen“

Die Links-Politikerin Sahra Wagenknecht fordert Wirtschaftsminister Peter Altmaier und den NRW-Ministerpräsidenten Armin Laschet auf, den...

DWN
Finanzen
Finanzen So erfüllt sich Ihr Traum vom Eigenheim

Das Eigenheim als Altersvorsorge? Viele Deutsche träumen davon. Doch nur wenige besitzen hierzulande tatsächlich die Immobilie, die sie...

DWN
Unternehmen
Unternehmen RWE will in den Niederlanden Wasserstoff aus Reststoffen erzeugen

RWE ist bisher gut durch die Pandemie gekommen. Jetzt setzt das Unternehmen ein lukratives neues Projekt um.

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Eskalation bei Daimler: Betriebsrat ruft alle 170.000 Mitarbeiter zum Widerstand gegen Stellenabbau auf

Die politisch geforderte Wende zur Elektromobilität wird bei Daimler zehntausende Stellen kosten. Nun hat die Auslagerung der...

DWN
Finanzen
Finanzen Deutsche Börse stellt neue Regeln für den Dax vor: Ethische Fragen werden ausgeklammert

Die Deutsche Börse hat heute neue Regeln für die deutschen Aktienindizes vorgestellt. Der Leitindex Dax umfasst nun 40 Titel, zudem...

DWN
Politik
Politik Erdogan fordert „Ehrlichkeit“ von der EU im Umgang mit der Türkei

Der türkische Präsident Erdogan hat sich am vergangenen Sonntag positiv über die EU geäußert. Die Türkei habe sich immer als ein Teil...