Wirtschaft

Initiative „Harmony Link“: Baltische Staaten werden ins europäische Stromnetz integriert

Die baltischen Staaten sollen vollständig in das europäische Stromnetz integriert werden. Der Plan hat auch eine geopolitische Komponente.
02.10.2020 10:53
Lesezeit: 1 min
Initiative „Harmony Link“: Baltische Staaten werden ins europäische Stromnetz integriert
Strommasten und Windräder. (Foto: dpa) Foto: Federico Gambarini

Die EU will Estland, Lettland und Litauen besser ins europäische Stromnetz integrieren und damit auch die Energieversorgung der drei baltischen Mitglieder stärker absichern. Für das Projekt «Harmony Link», bei dem Polen eine wichtige Brückenfunktion zwischen Westeuropa und dem Ostseeraum einnehmen soll, werden insgesamt 720 Millionen Euro investiert. Das teilte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen am Freitag in Brüssel mit.

Es gehe darum, «die Abhängigkeit der Region von Energieimporten» aus einzelnen Quellen zu verringern. Dazu solle es auch einen neuen Netzanschluss über die Ostsee geben - eine vermehrte Nutzung von Offshore-Windkraft könne zudem den Ausbau der erneuerbaren Energien voranbringen. Die Stoßrichtung der Initiative ist offenkundig auf eine Verringerung der Abhängigkeit von russischen Energieimporten ausgerichtet. Auf die umstrittene Gas-Pipeline Nord Stream 2 von Russland nach Deutschland, die an den baltischen Staaten vorbei führt und deren Weiterbau derzeit unterbrochen ist, ging von der Leyen nicht ein.

Polens Ministerpräsident Mateusz Morawiecki sagte: «Energie ist eine zentrale Stütze für Sicherheit und wirtschaftliche Zusammenarbeit. Wir müssen tun, was immer nötig ist, um dieses Ziel gemeinsam zu erreichen.» Der estnische Regierungschef Jüri Ratas betonte: «Das ist ein historischer Tag für uns.» Bis 2025 solle die Integration der baltischen Netze abgeschlossen sein. Die zudem geplante Erweiterung der Ökostrom-Erzeugung in der Region solle auch dazu beitragen, die verschärften EU-Klimaziele zu erreichen und die «Energiesicherheit» Europas zu gewährleisten. Lettlands Ministerpräsident Krisjanis Karins erklärte: «Bis heute waren wir physisch isoliert vom europäischen Stromnetz.» Dies werde sich nun rasch ändern. Litauens Präsident Gitanas Nauseda sagte: «Wir sollten alles tun, was wir können, um unser System unabhängiger von anderen Staaten zu machen.»

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Finanzielle Freiheit braucht einen starken Partner

Vermögen eröffnet Möglichkeiten – und bringt zugleich Entscheidungen mit sich: Wie lässt sich das Erreichte bewahren, gezielt...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Steigende Kerosin-Kosten: Lufthansa-Chef erwartet noch höhere Ticketpreise
30.09.2026

Nicht nur den Autofahrern machen die gestiegenen Ölpreise an den Tankstellen zu schaffen. Auch die Lufthansa muss mehr Geld für Kerosin...

DWN
Politik
Politik Bildungsnotstand: Protestwelle an Frankreichs Schulen weitet sich aus
30.09.2026

Fehlende Mittel, zu wenig Lehrkräfte, heruntergekommene Gebäude: An mehr als 300 Gymnasien in Frankreich gibt es Proteste gegen schlechte...

DWN
Finanzen
Finanzen Goldpreis aktuell stabil: Starker Dollar begrenzt die Gegenbewegung
30.09.2026

Nach dem heftigen Ausverkauf zu Wochenbeginn sucht Gold einen Boden. Die Erholung vom Dienstag trägt am Mittwochmorgen nur noch begrenzt,...

DWN
Finanzen
Finanzen Bitcoin-Kurs aktuell: Rally verliert an Schwung vor US-Inflationsdaten
30.09.2026

Der Bitcoin-Kurs hält sich am Mittwochmorgen über 83.000 US-Dollar, doch unter der Oberfläche verliert die jüngste Rally an Kraft....

DWN
Politik
Politik Nach Migrantenansturm auf Ceuta: Frontex soll schnelle Eingreiftruppe bekommen
30.09.2026

Migrationskrise: Mehr als 70.000 Migranten kamen innerhalb kürzester Zeit nach Ceuta und hatten eine diplomatische Krise mit...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Proteinboom: Warum Lebensmittelkonzerne jetzt Millionen investieren
30.09.2026

Protein galt lange als Thema für Fitnessstudios und Spezialregale. Inzwischen verändert der Boom ganze Supermärkte und zwingt...

DWN
Finanzen
Finanzen Wall Street gibt nach, während die Anleiherenditen sinkentitle
29.09.2026

Erfahren Sie, welche überraschenden Impulse die US-Märkte im späten Handel bewegten.

DWN
Unternehmen
Unternehmen Förderprogramm für Azubi-Vermittlung vor dem Aus – trotz offener Ausbildungsplätze
29.09.2026

Viele offene Lehrstellen, viele Jugendliche ohne Perspektive – und trotzdem soll ein bewährtes Förderprogramm für die Azubivermittlung...