Unternehmen

Ölriesen Exxon und Chevron schreiben tiefrote Zahlen und müssen reagieren

Die Corona-Krise schwächt die Weltwirtschaft, was die Nachfrage nach Öl drückt. ExxonMobil und Chevron reagieren mit drastischen Maßnahmen.
30.10.2020 15:13
Aktualisiert: 30.10.2020 15:13
Lesezeit: 2 min
Ölriesen Exxon und Chevron schreiben tiefrote Zahlen und müssen reagieren
Das Logo von ExxonMobil. (Foto: dpa) Foto: Richard Drew

Die Corona-Pandemie setzt den größten US-Ölmultis ExxonMobil und Chevron weiter zu. Im dritten Quartal erlitten beide Konzerne hohe Verluste und mussten weitere heftige Geschäftseinbußen verkraften. US-Branchenführer Exxon geriet in den drei Monaten bis Ende September mit 680 Millionen Dollar in die roten Zahlen, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Vor einem Jahr hatte Exxon noch 3,2 Milliarden Dollar verdient, doch seit der Corona-Krise macht der texanische Konzern nur noch Minus - es war bereits der dritte Quartalsverlust in Folge.

Auch wenn sich die Nachfrage nach Öl ein Stück weit erholt habe, leide die Weltwirtschaft weiter stark unter den Folgen der Pandemie, sagte Konzernchef Darren Woods. Exxons Umsatz ging im Jahresvergleich um 29 Prozent auf 46,2 Milliarden zurück. Zudem warnte das Unternehmen vor möglichen Abschreibungen im Volumen von 25 bis 30 Milliarden Dollar. Im Gasgeschäft bestehe die Gefahr einer erheblichen Korrektur von Vermögenswerten. Bei Anlegern kam dies zunächst nicht gut an, die Aktie reagierte vorbörslich mit Verlusten. Seit Jahresbeginn ist der Kurs um mehr als 50 Prozent gesunken.

Angesichts der schwierigen Lage streicht Exxon seine Kosten weiter zusammen. Die Investitionen in Ausrüstung sowie Erkundungs- und Förderprojekte wurden im bisherigen Jahresverlauf um 6 Milliarden auf 16,6 Milliarden Dollar gekürzt. Im kommenden Jahr sollen sie von ursprünglich geplanten 23 Milliarden Dollar auf 16 bis 19 Milliarden sinken. Am Vortag erst hatte Exxon den Abbau von rund 1900 US-Jobs angekündigt und gewarnt, dass die weltweite Mitarbeiterzahl bis Ende 2022 um rund 15 Prozent reduziert werden könnte. Der Konzern hatte Ende 2019 inklusive freier Angestellter etwa 88.000 Beschäftigte.

Beim zweitgrößten US-Ölkonzern Chevron fiel im vergangenen Quartal ein Minus von 207 Millionen Dollar an, wie das Unternehmen mitteilt. Zum Vergleich: Vor einem Jahr hatte noch ein Nettogewinn von 2,6 Milliarden Dollar zu Buche gestanden. Insgesamt brachen die Erlöse um gut 30 Prozent auf 24,5 Milliarden Dollar ein.

Auch Chevron stemmt sich mit drastischen Kostensenkungen gegen die Krise - die Ausrüstungsinvestitionen gingen um 48 und die Betriebsausgaben um 12 Prozent zurück. Der Konzern ist dabei, 10 bis 15 Prozent seiner 45.000 Mitarbeiter zu entlassen.

 

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Alphabet und Amazon im KI-Wettlauf: Tech-Konzerne greifen zu Auslandsanleihen
18.05.2026

Konzerne wie Alphabet und Amazon erschließen internationale Anleihemärkte, um den KI-Wettlauf finanziell abzusichern. Wie stark...

DWN
Politik
Politik Wirtschaftswende in Ungarn: Pläne für den Euro-Beitritt 2030 nehmen Form an
18.05.2026

Ungarn vollzieht einen wirtschaftspolitischen Richtungswechsel und bindet seine Reformagenda eng an den Euro-Beitritt. Reicht dieser neue...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Deutschlands Arbeitsmarkt bricht ein: Immer mehr Fachkräfte arbeitslos
18.05.2026

Schwache Frühjahrsbelebung, keine Trendumkehr, mehr Arbeitslose: Der Arbeitsmarkt in Deutschland schwächelt weiter. Das Milliardendefizit...

DWN
Finanzen
Finanzen Greg Abel vor Bewährungsprobe: Anleger prüfen Berkshire Hathaway-Aktie
17.05.2026

Die Berkshire Hathaway-Aktie steht nach dem Machtwechsel von Warren Buffett zu Greg Abel vor einer neuen Vertrauensprobe. Kann der Konzern...

DWN
Politik
Politik Landtagswahl Sachsen-Anhalt: Kommission pocht auf Reformen bei ARD und ZDF
17.05.2026

Gehälterdeckel, Beitragsbremse, mehr Sparsamkeit: Eine Enquete-Kommission in Sachsen-Anhalt hat vor der Landtagswahl ehrgeizige Pläne...

DWN
Finanzen
Finanzen Trauringe aus Gold: Nachhaltig und fair Gold kaufen
17.05.2026

Viele Paare wünschen sich Trauringe aus Gold - möglichst hochwertig und langlebig. Doch die Herkunft des Edelmetalls spielt eine...

DWN
Panorama
Panorama Deutsche Bahn startet günstiges Familienticket für Sommerreisen
17.05.2026

Mit einem neuen Familienticket will die Deutsche Bahn Familien in den Sommerferien entlasten. Für unter 100 Euro sind Hin- und...

DWN
Immobilien
Immobilien Marode Gebäude und Brücken: Sanierungsstau in Berlin erreicht neue Dimensionen
17.05.2026

Von der Technischen Universität bis zum Schloss Bellevue: In Berlin häufen sich gravierende Baumängel und kostspielige...