Deutschland

Deutsche Exporte wachsen den fünften Monat in Folge

Lesezeit: 2 min
09.11.2020 09:39
Die deutschen Exporteure haben sich vor Ausbruch der zweiten Pandemie-Welle weiter von der Corona-Krise erholt. Ihre Ausfuhren stiegen im September bereits den fünften Monat in Folge, und zwar um 2,3 Prozent zum Vormonat.
Deutsche Exporte wachsen den fünften Monat in Folge
Ein Mann sitzt am Sonntag in Hamburg am Container-Terminal Burchardkai auf einem Geländer. (Foto: dpa)
Foto: Markus Scholz

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Die deutschen Exporteure haben sich vor Ausbruch der zweiten Pandemie-Welle weiter von der Corona-Krise erholt. Ihre Ausfuhren stiegen im September bereits den fünften Monat in Folge, und zwar um 2,3 Prozent zum Vormonat, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten hier nur mit einem Plus von 2,0 Prozent gerechnet, nachdem es im August noch um 2,9 Prozent nach oben gegangen war. Die Importe fielen dagegen um 0,1 Prozent, nachdem sie zuvor viermal in Folge gewachsen waren.

Experten warnen wegen steigender Corona-Neuinfektionen in vielen Ländern vor schwierigen Monaten für den Export-Europameister. Dadurch könnten beispielsweise Geschäftsreisen abgesagt werden, ohne die Aufträge und Investitionen nicht besiegelt werden können. Vielen wichtigen Handelspartnern droht zudem eine neue Rezession. Das könnte die Nachfrage nach Waren "Made in Germany" wieder drücken.

Von Januar bis September blieben die Exporte ungeachtet der jüngsten Aufholjagd weit unter dem Vorjahresergebnis: Sie sanken um 11,7 Prozent auf 880 Milliarden Euro. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) geht davon aus, dass im Gesamtjahr 2020 unterm Strich ein Minus von 13 Prozent herauskommen wird. Im September allein blieben die Ausfuhren um 7,7 Prozent unter dem Niveau von Februar 2020 – dem Monat vor dem Beginn der Corona-bedingten Einschränkungen.

In ersten Reaktionen hieß es dazu:

THOMAS GITZEL, CHEFVOLKSWIRT VP BANK:

"Am Horizont ziehen bereits schon wieder dunkle Wolken auf. Die vom Ifo-Institut erhobenen Exporterwartungen trübten sich im Oktober empfindlich ein. Die zweite Corona-Welle und die damit einhergehenden Eindämmungsmaßnahmen bremsen die wirtschaftliche Erholung in den europäischen Nachbarländern deutlich ein.

Die Auslandsbestellungen werden wohl schon bald wieder Dellen bekommen. Für die deutsche Gesamtwirtschaft gilt: Zwar werden die Einbußen im Dienstleistungssektor größer sein, doch der Kelch einer schwächeren Auftragslage wird an der Industrie nicht dauerhaft vorbeigehen. Auch die Exportwirtschaft wird sich in den Herbst- und Wintermonaten wieder schwerer tun.

Doch bei aller Sorge um die aktuelle Konjunkturlage, der Ausgang der US-Präsidentschaftswahlen führt in den Werkshallen zu guter Laune. Klar ist, auch Joe Biden ist der hohe deutsche Außenhandelsüberschuss ein Dorn im Auge. Allerdings sitzt fortan ein Mann im Weißen Haus mit dem man reden kann. Und alleine die Aussicht auf ein vernünftiges Verhandlungsklima bei Handelsfragen wird bei der deutschen Exportwirtschaft für Frohlocken sorgen."

ALEXANDER KRÜGER, CHEFVOLKSWIRT BANKHAUS LAMPE:

"Das ist ein erneut solider Zuwachs. Die Exporte halten gegen den Lockdown-bedingten Rezessionsdruck im Inland. Sie profitieren von der weltweiten Konjunkturerholung, vor allem in China. Auch aufgrund der guten Stimmungslage besteht Hoffnung, dass wenigstens der Außenhandel die Wirtschaft im laufenden Quartal stützen wird. Von Export-Normalisierung kann dabei aber keine Rede sein. Das Vor-Corona-Niveau wird noch um fast acht Prozent unterschritten."


Mehr zum Thema:  

DWN
Politik
Politik Corona-Ticker: Wirtschaft kritisiert verlängerten Lockdown – „langfristige Perspektive fehlt“

Lesen Sie alle relevanten Entwicklungen und Meldungen zur Corona-Pandemie im Liveticker.

DWN
Finanzen
Finanzen Inflation voraus? Die in der Eurozone zirkulierende Geldmenge M1 wächst stark

Die in der Eurozone zirkulierende Geldmenge zeigt deutliche Zuwachsraten. Insbesondere das starke Wachstum der liquiden Menge M1 könnte...

DWN
Politik
Politik Treffen mit Hintergedanken: China und Südkorea gehen aufeinander zu

Der Besuch des chinesischen Außenministers in Südkorea verdeutlicht das Bestreben beider Seiten, die angespannten Beziehungen zu...

DWN
Politik
Politik Großkonzerne und Staaten arbeiten an der lückenlosen Überwachung aller Reisenden

Zusammen mit Geheimdiensten und Staaten arbeiten die im Weltwirtschaftsforum zusammengeschlossenen Großkonzerne an der totalen...

DWN
Deutschland
Deutschland Bundeswehr gibt Bau von Laser-Waffe in Auftrag

Die Bundeswehr hat den Bau eines Laserwaffen-Prototyps in Auftrag gegeben.

DWN
Politik
Politik Reisen nur noch mit Corona-Impfung? Digitaler Gesundheitspass wird zur Realität

Alsbald soll beim internationalen Flugverkehr ein digitaler Gesundheitspass, der dann wegen der Corona-Krise als Impfpass dienen soll, zum...

DWN
Finanzen
Finanzen Dax fast unverändert, nur Technologie-Aktien leicht im Plus

Anleger wagen sich am Donnerstagmorgen vorerst nicht aus der Deckung. Das Rekordhoch des technologielastigen Nasdaq-Composite-Index am...

DWN
Deutschland
Deutschland Demonstrationen im Kreis Hildburghausen: Polizei setzt Tränengas ein, erste Anzeigen durch neues Infektionsschutzgesetz

Der Kreis Hildburghausen in Thüringen soll derzeit die bundesweit am stärksten von Corona betroffene Region sein. Gegen die dort...

DWN
Finanzen
Finanzen So erfüllt sich Ihr Traum vom Eigenheim

Das Eigenheim als Altersvorsorge? Viele Deutsche träumen davon. Doch nur wenige besitzen hierzulande tatsächlich die Immobilie, die sie...

DWN
Deutschland
Deutschland Corona-Beschlüsse: Bund und Länder verordnen harte Maßnahmen

Bund und Länder haben sich auf neue Maßnahmen für Dezember geeinigt. Lesen Sie die Einzelheiten hier.

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Die Weltwirtschaft wird sich bis 2025 nicht erholen

Eine Erholung der Weltwirtschaft dürfte bis zum Jahr 2025 nicht eintreten. Mit einer Aufhebung der Mobilitäts-Beschränkungen ist ab dem...

DWN
Politik
Politik Kanzlerin Merkel mahnt: „Es wird eine schwierige Zeit“

Bundeskanzlerin Angela Merkel stimmt das deutsche Volk im Verlauf der Corona-Pandemie auf schwere Zeiten ein.

DWN
Politik
Politik Blockade der Corona-Milliarden: Der Ton zwischen Brüssel, Warschau und Budapest wird rauer

Im Streit um die von Brüssel geforderte Verknüpfung der Auszahlung von Corona-Milliardenhilfen mit der „Rechtstaatlichkeit“ der...

DWN
Politik
Politik Lagebericht Syrien: Türkische Söldner in Hinterhalt gelockt, Israel greift Region Damaskus an

Kurdische Söldner sollen türkische Milizen am Dienstag in einen Hinterhalt gelockt haben. Israel griff syrischen Medienberichten zufolge...