Deutschland

Verfassungsschutz: starker Anstieg linksextremistischer Straftaten

Nach Angaben des Verfassungsschutzes sind die politisch motivierten linken Straftaten im vergangenen Jahr im Vergleich zum Vorjahr um 40 Prozent angestiegen.
19.12.2020 10:05
Aktualisiert: 19.12.2020 10:05
Lesezeit: 1 min
Verfassungsschutz: starker Anstieg linksextremistischer Straftaten
03.10.2020, Brandenburg, Potsdam: Ein Mann mit Antifa-Maske schaut bei einer Kundgebung der Protestinitiative «Re:Kapitulaition» gegen die Einheitsfeierlichkeiten in die Kamera. (Foto: dpa) Foto: Christoph Soeder

„Das linksextremistische Personenpotenzial ist im Jahr 2019 nach Abzug von Mehrfachmitgliedschaften um rund 4,7 % auf insgesamt 33.500 Personen gestiegen (2018: 32.000). Die Zahl der gewaltorientierten Linksextremisten stieg um rund 2.2% auf 9.200 Personen (2018: 9.000). Mehr als jeder vierte Linksextremist ist somit als gewaltorientiert einzuschätzen. Im Bereich der nicht gewaltorientierten dogmatischen Linksextremisten hat sich die Zahl der Mitglieder um circa 5 % auf 25.300 Personen erhöht (2018: 24.000)“, teilt das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) mit.

Über linksextremistisch motivierte Straftaten führt das BfV aus: „Dem Phänomenbereich ,Politisch motivierte Kriminalität – links‘ wurden im Jahr 2019 insgesamt 6.449 (2018: 4.622) Straftaten mit extremistischem Hintergrund zugeordnet, davon 921 (2018: 1.010) Gewalttaten. Die Zahl linksextremistischer Straftaten ist damit im Vergleich zum Vorjahr knapp 40% angestiegen, wohingegen die Gewaltdelikte um 8.8 % zurückgegangen sind. Die mit Abstand meisten linksextremistischen Straftaten entfielen auf Die Bundesländer Nordrhein-Westfalen (1.391) und Sachsen (1.286). Währnd die Zahl für Nordrhein-Westfalen mit nur leichten Zuwächsen konstant hoch blieb (2018: 1.351), war in Sachsen 2019 mehr als eine Verdoppelung der Delikte (2018: 628) festzustellen.“

Während Linksextremisten im Jahr 2018 108 Brandstiftungen durchführten, stieg diese Anzahl im Folgejahr auf 164. Zudem fanden im Jahr acht Sprengstoffexplosionen, 355 Körverletzungsdelikte, 45 gefährliche Eingriffe in den Bahn-, Luft-, Schiffs- und Straßenverkehr, 116 Nötigungen und viele weitere Straftaten statt, die Linksextremisten zuzurechnen sind. Es sei zu beobachten, dass gewaltbereite Linksextremisten ihre Gewalttaten mittlerweile gezielter und eher klandestin in kleinen, beweglichen Gruppen am Rande von Demonstrationen des politischen Gegners oder bei der An- und Abreise der Teilnehmer begehen. Zudem würde es mehr Gewalttaten ohne Bezug zu Demonstrationen geben, so das BfV.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Panorama
Panorama Zehn Gramm zu wenig kosten Bäcker 15.000 Euro
26.08.2026

Zehn Gramm zu wenig können teuer werden: Ein Kunde beschwert sich über ein halbes Brot und setzt eine kostspielige Kette in Gang. Nun...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Während Nike in China schwächelt, wächst die freche Kopie
26.08.2026

Die chinesische Kopie von Nike Jordan ist im Heimatmarkt riesig geworden, während Nike an Boden verloren hat. Das passt zu einem Trend,...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: Nvidia beendet vor Zahlenvorlage siebentägige Verlustserie
25.08.2026

Spannung an den US-Börsen: Wie Tech-Riesen und Konjunkturdaten die Wall Street bewegen.

DWN
Politik
Politik Was soll künstliche Intelligenz, wenn sich die EU nicht einmal auf den Saftkarton einigen kann?
25.08.2026

Europa will bei künstlicher Intelligenz mit den USA und China konkurrieren. Doch im eigenen Binnenmarkt scheitern Unternehmen noch immer...

DWN
Politik
Politik Milliardenloch bei der Arbeitslosenversicherung: Kommen höhere Beiträge?
25.08.2026

Im Juli gab es über drei Millionen Menschen, die arbeitslos gemeldet sind. Damit liegt die Arbeitslosenquote bei 6,4 Prozent. Tendenz...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Bei VW wächst der Druck auf Blume
25.08.2026

Bei Volkswagen wächst die Unruhe: Tausende Jobs und vier Werke stehen auf dem Spiel, doch die Belegschaft fühlt sich vom Vorstand im...

DWN
Finanzen
Finanzen KI-Aktien: Investoren suchen jetzt Gewinner in China und kaufen diese Werte
25.08.2026

Mit dem chinesischen Aktienmarkt sind mehrere Risiken verbunden. Doch zwei Schwergewichte unter den Investoren sehen in Chinas...

DWN
Finanzen
Finanzen Eli Lilly, Novo Nordisk & Co.: Superpillen werden die Wirtschaft verändern - doch wer verdient daran?
25.08.2026

Medikamente zur Gewichtsregulierung gelten als einer der größten Wachstumsmärkte der kommenden Jahrzehnte. GLP-1-Präparate könnten...