Wirtschaft

Ausgerechnet vor wahrscheinlicher Einführung des globalen Goldstandards: Riesige Gold-Ader in der Türkei entdeckt

In der Türkei wurden Berichten zufolge Goldreserven mit einem Milliardenwert entdeckt. Der Fund ist auch deshalb interessant, weil sich die Türkei offenbar auf die Einführung eines globalen Goldstandards vorbereitet.
22.12.2020 15:19
Aktualisiert: 22.12.2020 15:19
Lesezeit: 2 min
Ausgerechnet vor wahrscheinlicher Einführung des globalen Goldstandards: Riesige Gold-Ader in der Türkei entdeckt
Werden sich die Golddepots der Türkei füllen? (Screenshot)

Rund 3,5 Millionen Unzen Gold, die im Bergbau der türkischen Tochtergesellschaft Gübretaş von „Agricultural Credit Cooperatives“ in der nordwestlichen Provinz Bilecik entdeckt wurden, haben einen geschätzten Wert von rund sechs Milliarden US-Dollar, teilte der Vorsitzende von Gübretaş, Fahrettin Poyraz, am Dienstag mit. „Wir sprechen von einem Wert von etwa sechs Milliarden US-Dollar, wenn wir versuchen, ihn zu den heutigen Preisen zu bewerten“, zitiert „The Daily Sabah“ Poyraz.

Etwa 1,92 Millionen Unzen der Reserve seien derzeit zur Gewinnung bereit, sagte er. „Es wird geschätzt, dass 1,6 Millionen Unzen mit einer Rate von 83 Prozent in Reserven umgewandelt werden könnten“, meint Poyraz.

Das Feld wurde 2008 von der Firma Koza Altın betrieben, aber im Dezember 2019 nach einem Rechtsstreit über die Kündigung des Vertrags an Gübretaş übertragen, nachdem Koza Altın seinen Verpflichtungen nicht nachgekommen war. Der Gübretaş-Chef stellte fest, dass in der Vergangenheit Bohrbemühungen unternommen wurden, um den Wert des Goldes auf dem Gelände zu bestimmen. „Die Bohrungen wurden bis zu einem gewissen Grad fortgesetzt, während die Gerichtsverfahren fortgesetzt wurden. Wir haben auch technische Dokumente und Daten im Zusammenhang mit Bohrungen von Koza erhalten. Wir haben begonnen, den Bericht unter Berücksichtigung der Informationen zu aktualisieren, die wir von einem international akkreditierten Unternehmen übernommen haben. Dieser Bericht wurde Ende November an unsere Einrichtung übermittelt“, erklärte Poyraz.

In diesem Jahr hat die Türkei bisher so viel Gold produziert wie niemals zuvor. Alleiniger Käufer des gesamten Produktionsmenge ist die Notenbank des Landes, die sich auf einen möglichen neuen globalen Goldstandard vorbereitet. Die Türken verwenden Gold auch traditionell als Geschenk etwa bei Hochzeiten und Geburten. Traditionell wird es auf dem Großen Basar von Istanbul, einem der ältesten überdachten Märkte der Welt, von Händlern zur Zahlung der Miete verwendet.

Diese traditionelle Bedeutung des Goldes in der Türkei hat dazu beigetragen, dass die Nachfrage nach dem Edelmetall während der letzten 25 Jahre dort bei etwa 160 Tonnen lag. Es wird erwartet, dass die türkischen Verbraucher auch in diesem Jahr mindestens 150 Tonnen Gold kaufen werden.

Zwar sind die Goldreserven der Türkei im Vergleich zu den führenden Staaten wie den USA oder Deutschland noch relativ gering. Doch Stand Ende Juni verfügt die Zentralbank mit Sitz in Ankara nach Angaben des World Gold Council immerhin über 583 Tonnen Goldreserven.

Schon seit dem Ende von Bretton Woods streben die europäischen Zentralbanken einen neuen globalen Goldstandard an. Die türkischen Währungshüter schließen sich offenbar diesem Ziel an.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Technologie
Technologie Fabrik der Zukunft: Die vollautomatische Produktion ist ein Irrweg
22.07.2026

Die vollständig menschenleere Fabrik galt lange als Ideal der Industrie. Doch ausgerechnet leistungsfähigere KI-Systeme machen...

DWN
Finanzen
Finanzen Fluggastrechtereform: Das ändert sich für Millionen Reisende
22.07.2026

Wer innerhalb Europas fliegt, muss sich auf neue Regeln einstellen. Die geplante Reform verspricht mehr Transparenz und zusätzliche Rechte...

DWN
Finanzen
Finanzen BMW-Aktie: Rätsel um in Kaliningrad produzierte BMW – wie ist das möglich?
22.07.2026

Obwohl BMW seine Aktivitäten in Russland vor Jahren eingestellt hat, werden in Kaliningrad wieder SUV der Marke montiert. Die Herkunft der...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft 431 Millionen Euro: So teuer ist ein Hitzetag
22.07.2026

Ein einziger Hitzetag mit mindestens 30 Grad kostet die deutsche Wirtschaft rund 431 Millionen Euro – doch der größte Schaden entsteht...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft OpenAI-Ki bricht aus Testumgebung aus und attackiert andere KI-Firma
22.07.2026

Ein außergewöhnlicher Vorfall bei einem Testlauf des ChatGPT-Entwicklers OpenAI demonstriert drastisch das Risiko von KI-Cyberattacken....

DWN
Unternehmen
Unternehmen Galeria-Schließungen drohen: Diese 33 Galeria-Filialen stehen auf der Kippe
22.07.2026

Die Zukunft zahlreicher Galeria-Standorte steht erneut auf der Kippe. 33 Galeria-Filialen werden derzeit auf ihre Wirtschaftlichkeit...

DWN
Immobilien
Immobilien Mietpreise entwickeln sich in deutschen Großstädten immer unterschiedlicher
22.07.2026

Steigende Mieten gelten vielerorts als Dauerproblem. Doch aktuelle Zahlen zeigen ein differenzierteres Bild: Zwischen den größten...

DWN
Politik
Politik USA-Iran-Krieg: Trump steckt in einer tödlichen Falle
22.07.2026

Der USA-Iran-Krieg ist militärisch festgefahren, doch die Gefahr einer unkontrollierten Eskalation wächst mit jedem weiteren Angriff....