Politik

Entschädigung von Nerzzüchtern kostet Dänemark Milliardenbetrag

In Dänemark hatte die Regierung angeordnet, dass alle rund 17 Millionen Nerze im Land getötet werden. Nun muss der Steuerzahler die Betriebe dafür entschädigen.
26.01.2021 16:08
Lesezeit: 1 min

Die Entschädigung der Pelzbranche nach der veranlassten Tötung von mehreren Millionen Nerzen aus Corona-Sorgen kommt den dänischen Staat teuer zu stehen. Nach monatelangen Verhandlungen einigten sich die Regierung und eine Mehrheit der dänischen Parlamentsparteien am Montagabend auf Entschädigungszahlungen in Gesamthöhe von bis zu knapp 19 Milliarden Kronen (mehr als 2,5 Milliarden Euro), darunter 10,9 bis 11,9 Milliarden Kronen an direkter Kompensation für die Züchter.

Dieses Abkommen stelle eine vollständige Entschädigung der Züchter und weiterer von den Pelztieren abhängiger Betriebe sicher, erklärte das dänische Finanzministerium. Mit den Mitteln sollen demnach unter anderem entgangene künftige Gewinne, der Verlust der nicht verkauften Nerzfelle sowie die Kosten für den Gebäudeabriss gedeckt werden. Auch indirekt von der Massenkeulung betroffene Betriebe wie Auktionshäuser und Futterproduzenten erhalten Entschädigung.

Dänemarks Regierungschefin Mette Frederiksen hatte am 4. November 2020 angekündigt, dass alle Nerze in Dänemark getötet werden sollen. Als Begründung hatte die Regierung angeführt, dass das Coronavirus in den Tieren mutiert sei und sich auf den Menschen übertragen habe.

Die Massenkeulung der etwa 17 Millionen Pelztiere hatte zu einer größeren Debatte im Land geführt, unter anderem, weil für die Tötung länger die Rechtsgrundlage gefehlt hatte. Die Regierung bekam dafür viel Kritik, in der Folge trat Lebensmittelminister Mogens Jensen zurück. Für den Verlauf des Ganzen bat Frederiksen die Züchter später um Entschuldigung. «Es wurden Fehler gemacht, und das muss man sowohl bedauern als auch entschuldigen können», sagte sie Ende November.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Unternehmen
Unternehmen Brady macht Schluss mit Kabeln im Industrie-Etikettendruck

Industrie-Kennzeichnung galt lange als stationär, schwer und kabelgebunden. Brady bringt nun einen Hybrid-Drucker auf den Markt, der...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Lufthansa trotzt Öl-Schock und hält Gewinnziel
07.05.2026

Steigende Ölpreise, Streiks und neue Risiken im Nahen Osten setzen die Lufthansa massiv unter Druck. Trotzdem überrascht der MDAX-Konzern...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Energie-Schock bremst deutsche Konjunktur aus
07.05.2026

Der Iran-Krieg trifft Deutschlands Wirtschaft härter als erwartet. Steigende Energiepreise, schwache Exporte und sinkende Investitionen...

DWN
Finanzen
Finanzen Rheinmetall-Aktie: Gewinn steigt trotz Umsatzdämpfer - was das für Anleger heißt
07.05.2026

Trotz schwächerer Erlöse überrascht Rheinmetall mit steigenden Gewinnen und ehrgeizigen Plänen im Marine-Geschäft. Die...

DWN
Politik
Politik Keine Einheit mit Südkorea? Nordkorea streicht Wiedervereinigung aus Verfassung
07.05.2026

Erstmals verzichtet Nordkorea in seiner Verfassung auf das Ziel der Einheit mit Südkorea. Experten interpretieren diesen Schritt höchst...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Hohe Zinsen, schwaches Wachstum: Russische Wirtschaft verliert an Kraft
07.05.2026

Die russische Wirtschaft steht unter stetig wachsendem Druck, während schwache Konjunkturdaten Moskaus Stabilitätsversprechen infrage...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsenbericht: Chip-Aktien treiben Wall Street nach oben, da Hoffnungen auf Friedensabkommen steigen
06.05.2026

Spannende Wendungen und neue Allzeithochs: Entdecken Sie die Hintergründe der aktuellen Marktdynamik.

DWN
Politik
Politik EU-Mitgliedschaft: Warum andere Länder schneller vorankommen als die Ukraine
06.05.2026

Die EU-Erweiterung rückt durch neue geopolitische Risiken wieder ins Zentrum der europäischen Politik, doch nicht jeder Kandidat hat...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft J.P. Morgan-Chef Jamie Dimon warnt: Weltordnung steht vor historischer Probe
06.05.2026

Jamie Dimon sieht die globale Wirtschaft vor Risiken, die weit über Börsen, Inflation und Ölpreise hinausreichen. Kann der Westen seine...