Unternehmen

Große Unterschiede bei Einzelhandelsmieten setzen Händler unter Druck

Zu den Wirtschaftszweigen, die sehr unter der Pandemie leiden, gehört der Einzelhandel. Eine aktuelle Statistik, wie sich die Mieten 2020 entwickelt haben, zeigt aber Erstaunliches.
04.02.2021 16:41
Lesezeit: 1 min

„Die Angebotsmieten im Einzelhandel haben sich in den deutschen Metropolen sehr unterschiedlich entwickelt. Das liegt nur begrenzt an der Corona-Pandemie. Schon im Vorjahr gab es ähnliche Auf- und Abwärtstrends“, sagte Thomas Schroeter, der Geschäftsführer vom Immoscout24, einer Onlineplattform für Wohn- und Gewerbeimmobilien.

Der Mietpreis-Index für Gewerbeflächen (GIMIX), den der Dienstleister gemeinsam mit dem Institut der deutschen Wirtschaft (IW) herausgibt, zeigt für 2020 kein klares Bild: Hohe Preiszuwächse von 11,5 Prozent in Dresden, Düsseldorf und Stuttgart standen Rückgängen von neun Prozent in Dortmund oder acht Prozent in Leipzig entgegen. Damit setzte sich der Trend des ersten Halbjahres 2020 fort.

Während die Angebotsmieten im Einzelhandel in Düsseldorf, Essen und Stuttgart im ersten Halbjahr noch anzogen, ließen sie im zweiten Halbjahr nach. Demgegenüber verzeichnete der GIMX für München mit 8,9 Prozent und Köln mit 7,1 Prozent im zweiten Halbjahr 2020 außergewöhnlich hohe Anstiege der Angebotsmieten. Am Ende des Jahres lagen die beiden Standorte jedoch mit minus ein Prozent (Köln) und plus 1,1 Prozent (München) nahezu auf dem Vorjahresniveau. Einzig am Standort Dresden hielt der Trend von Preiszuwächsen bei neuvermieteten Einzelhandelsmieten sowohl im ersten als auch im zweiten Halbjahr (9,4 beziehungsweise. 11,5 Prozent) an.

Betrachtet man das Mietniveau auf Basis der durchschnittlichen Angebotspreise, wurden die höchsten Einzelhandelsmieten im zweiten Halbjahr 2020 in München mit 27,94 Euro pro Quadratmeter und in Frankfurt am Main mit 26,73 Euro pro Quadratmeter aufgerufen. Stuttgart folgte an dritter Stelle der teuersten Ladenmieten im Vergleichszeitraum: Hier wurden 22,41 Euro pro Quadratmeter verlangt. In Leipzig rangierten die Angebotsmieten mit im Schnitt 12,40 Euro pro Quadratmeter im Städtevergleich auf dem niedrigsten Niveau.

„Im Einzelhandelsmarkt gibt es bei den Mieten sowohl Bewegungen nach oben als auch nach unten. Auch für die Zukunft ist davon auszugehen, dass sich der Markt weiter ausdifferenziert. Der Erhalt der Attraktivität der Innenstädte ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die möglichst bald angegangen werden sollte“, erklärte Professor Michael Voigtländer, ein Vertreter des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW).

„Durch Corona hat Onlineshopping noch einmal einen ordentlichen Schub bekommen“, sagte Schroeter vom Immobilienscout24. „Für den Einzelhandel verschärft sich dadurch der bereits bestehende Druck, den Kunden einen Mehrwert gegenüber dem Onlineshopping oder ein ergänzendes Angebot zu liefern", "Sobald Geschäfte wieder öffnen können, gilt es daher, passende Lösungen für einen lebendigen Einzelhandel zu finden", so der Experte.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen

 

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen Eskalation im Nahen Osten belastet Rentenmarkt: Deutsche Staatsanleihen unter Verkaufsdruck
09.03.2026

Die Verunsicherung an den globalen Finanzmärkten spiegelt sich am Montag deutlich in den Kursen deutscher Bundesanleihen wider, die...

DWN
Politik
Politik Machtpoker im Ländle: Özdemir erteilt rotierender Staatskanzlei eine Absage
09.03.2026

Nach der Zitterpartie bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg verhärten sich die Fronten zwischen den potenziellen Koalitionspartnern....

DWN
Politik
Politik Geheime Unterstützung: Russland liefert Iran Zieldaten gegen amerikanische Streitkräfte
09.03.2026

Ein Bericht der Washington Post sorgt für Aufsehen. Demnach liefert Russland Iran geheimdienstliche Informationen über US-Streitkräfte...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Deutsche Industrie enttäuscht: Auftragseinbruch um 11,1 Prozent nach Großauftrags-Boom
09.03.2026

Die deutsche Industrie ist mit einer deutlichen Enttäuschung in das Jahr 2026 gestartet. Laut Daten des Statistischen Bundesamtes sanken...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Spritpreise aktuell: Preiszuwachs an Tankstellen verlangsamt sich
09.03.2026

Autofahrer können vorerst leicht aufatmen, da der steile Aufwärtstrend bei den Kraftstoffpreisen an deutschen Tankstellen an Schwung...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Preiswende im Kühlregal: Butter wird für Verbraucher wieder teurer
09.03.2026

Nach einer Phase sinkender Preise müssen Kunden in Deutschland für Butter wieder tiefer in die Tasche greifen. Führende Discounter und...

DWN
Politik
Politik Geopolitische Zeitenwende: Von der Leyen fordert radikalen Kurswechsel der EU
09.03.2026

Die alte Weltordnung ist Geschichte: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen drängt angesichts der globalen Instabilität auf eine...

DWN
Politik
Politik Neue EU-Strategie: Brüssels Plan für die Zukunft von Häfen und Werften
09.03.2026

Europas Lebensadern auf dem Prüfstand: Nach langer Wartezeit hat die EU-Kommission ihre neue maritime Strategie enthüllt. In zwei...