Finanzen

Bitcoin-Kurs steigt auf 58.350 Dollar, doch ist dem Höhenflug zu trauen?

Der Bitcoin steigt und steigt. Immer mehr Anleger springen auf und befeuern den Kurs. Doch die Klettertour könnte Beobachtern zufolge aus dem Ruder laufen.
21.02.2021 23:14
Aktualisiert: 21.02.2021 23:14
Lesezeit: 2 min

Die Rally bei den meisten Kryptowährungen hat sich am Wochenende fortgesetzt. So stieg der Bitcoin-Kurs am Sonntagabend auf der Handelsplattform Bitstamp auf 58 350 Dollar. Damit war er nochmal etwas teurer als bei seinem jüngsten Hoch vom Samstag. Zuletzt kostete die bekannteste und wichtigste Kryptowährung auf der Handelsplattform Bitstamp mit rund 57 200 Dollar wieder etwas weniger, lag damit aber immer noch über dem Niveau vom Freitag und hat weiter die Marke von 60 000 Dollar im Visier. Zum Wochenausklang war der Bitcoin erstmals mehr als 55 000 Dollar wert und knackte damit bei der gesamten Marktkapitalisierung die Marke von einer Billion Dollar.

Im Gefolge des seit Wochen und Monaten anhaltenden Höhenflugs ziehen auch die Kurse viele anderer Digitalwährungen an wie Ethereum, Binance Coin oder Polkadot an. Aus diesem Grund ist der Anteil des Bitcoin am Gesamtmarkt der Kryptowährungen trotz der massiven Kursgewinne zuletzt etwas gesunken. Einer Aufstellung der Seite Coinmarketcap zufolge betrug dieser zuletzt nur noch etwas mehr als 60 Prozent, nachdem er vor einiger Zeit noch bei etwas mehr als 70 Prozent gelegen hatte. Eine Einheit von Ethereum, der zweitwichtigsten Kryptowährung, war am Samstag erstmals mehr als 2000 Dollar wert.

Der Bitcoin befindet sich seit Herbst vergangenen Jahres mal wieder auf einem Höhenflug. So hatte der Kurs im Oktober mal gerade noch bei 10 000 Dollar gelegen, bevor er Mitte Dezember dann auf mehr als 20 000 Dollar stieg. Anfang Januar überquerte er dann innerhalb weniger Tage die Marken von 30 000 Dollar und 40 000 Dollar. Nach einer Konsolidierungsphase bis Anfang Februar geht es seitdem wieder stetig bergauf. Vergangene Woche war der Bitcoin erstmals mehr als 50 000 Dollar wert.

Für Kursauftrieb hatte am Freitag erneut der schillernde Multimilliardär und Tesla-Chef Elon Musk gesorgt. Auf Twitter schrieb er, warum Kryptowährungen aus seiner Sicht traditionellen Währungen vorzuziehen seien. Wenn herkömmliche Währungen mit negativen Realzinsen belegt seien, würde sich nur ein Narr nicht anderweitig umschauen, schrieb Musk. Er umschrieb damit den Verlust, den viele Anleger angesichts extrem niedriger Zinsen und unter Berücksichtigung der Inflation derzeit hinzunehmen haben.

Dass der Bitcoin auf Tweets von Musk reagiert, ist nicht neu. Der Tesla-Chef ist bekennender Kryptowährungs-Fan und äußert sich rege zu dem Thema, meist über den Nachrichtendienst Twitter. Unlängst war bekannt geworden, dass der Elektroautohersteller Tesla einen Milliardenbetrag in Bitcoin investiert hat und die Internetwährung künftig als Zahlungsweise akzeptieren will (HIER). Das hat dem Bitcoin einen zusätzlichen Schub verliehen.

Nach Einschätzung von Experte Timo Emden von Emden Research sprechen derzeit viele Gründe für die Hausse bei den Digitalwährungen. «Nicht nur Musk dürfte dabei eine entscheidende Rolle spielen», schrieb er in einer Markteinschätzung. Die Rally werde auch durch die Angst der Anleger, etwas zu verpassen, angetrieben. «Vor allem Privatanleger dürften in den vergangenen Stunden blindlings in den Markt gesprungen sein.» Die Kletterpartie scheine abermals aus dem Ruder zu laufen.

Im Verlauf des Jahres 2020 hat sich der Bitcoin-Kurs mehr als verdreifacht, und seit Jahresbeginn ist er weiter stark gestiegen. Er durchbrach zunächst die Marke von 30.000 Dollar, dann die Marke von 40.000 Dollar, und vorübergehend kostete ein Bitcoin sogar rund 42.000 Dollar. Mancher Anleger, der bisher noch nicht investiert hat, steht nun wieder vor der Frage, ob sich der Einstieg in Bitcoin möglicherweise noch lohnt oder ob es (zumindest vorerst) zu spät ist.

Lesen Sie den ganzen Artikel auf unserer neuen Publikation „Altersvorsorge neu gedacht“.

***

Altersvorsorge-neu-gedacht.de ist die neueste Publikation von Bonnier Business Press Deutschland.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Politik
Politik Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern: AfD in Hochrechnungen knapp vor SPD
20.09.2026

Erste Hochrechnungen aus Mecklenburg-Vorpommern zeigen deutliche Verschiebungen im Parteiensystem. Während eine Partei ihr Ergebnis mehr...

DWN
Finanzen
Finanzen Investmentchancen: Korea, Luxus, Wasser – wo jetzt Rendite lockt
20.09.2026

Die Börsen stehen nahe ihren Rekorden, doch einige Anleger suchen ihre Chancen ausgerechnet dort, wo es zuletzt besonders wehgetan hat....

DWN
Panorama
Panorama KI-Kunst: Kreative Revolution oder seelenlose Kopie?
20.09.2026

Zurzeit gibt es viel Kritik an KI-generierter Kunst. Die Argumente klingen vertraut: „seelenlos“, „bloße Reproduktion des...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Arbeiten im Alter: Was Senioren wirklich im Job hält
20.09.2026

Ältere Beschäftigte werden auf dem Arbeitsmarkt plötzlich dringend gebraucht. Doch wer Senioren länger im Job halten will, kommt mit...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Arktis-Korridor: Wird Russlands Nordroute zur Gefahr für europäische Häfen?
20.09.2026

Der Chef von Rosatom sagt: Russland müsste etwa 100 Milliarden Euro investieren, wenn es die Arktisroute in einen echten Logistikkorridor...

DWN
Politik
Politik Merz unter Druck: Öffnet sich für Söder das Kanzleramt?
20.09.2026

Markus Söder hat Kanzlerambitionen mehrfach ausgeschlossen. Doch nach dem CDU-Debakel in Sachsen-Anhalt und wachsendem Druck auf Friedrich...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Preiskrieg in der Autoindustrie: Warum Rabatte die Zukunft gefährden
20.09.2026

Europas Autobauer liefern sich einen Preiskampf ausgerechnet in einer Phase, in der sie Milliarden für ihre technologische Zukunft...

DWN
Immobilien
Immobilien Schlafen überm Edeka: Wie das Baurecht Wohnen im Gewerbegebiet blockiert
20.09.2026

Obwohl bundesweit 1,4 Millionen Wohnungen fehlen und Millionen Quadratmeter Gewerbefläche leer stehen, verbietet die Baunutzungsverordnung...