Deutschland

Nichts geht mehr: Der finale Schlag gegen den deutschen Mittelstand erfolgte am 9. März 2021

Die Überbrückungshilfen wurden bisher entweder schleppend oder gar nicht ausgezahlt. Nun hat Peter Altmaier die Corona-Hilfen unter dem Vorwand einer Betrugsaffäre komplett gestoppt. Was das nun für alle unschuldigen mittelständischen Unternehmer bedeutet? Ganz einfach: Nichts geht mehr!
09.03.2021 21:04
Aktualisiert: 09.03.2021 21:04
Lesezeit: 2 min
Nichts geht mehr: Der finale Schlag gegen den deutschen Mittelstand erfolgte am 9. März 2021
In einer Spielbank liegt beim Roulette die Kugel bei der Zahl 17. (Foto: dpa)

„Gut gemeint, aber schlecht umgesetzt: Immer mehr Unternehmen sind wegen der staatlich verordneten Einschränkungen in der Coronavirus-Krise dringend auf Hilfen angewiesen, kommen aber nicht an die Gelder. Schnell und unbürokratisch sollten die November-Hilfen sein, so das Versprechen der Regierung. Doch von in Aussicht gestellten 15 Milliarden Euro sind erst rund 450 Millionen ausgezahlt. Unternehmen klagen über zu viel Bürokratie, während sich Bund und Länder gegenseitig die Schuld für die Misere geben“, meldete „Reuters“ am 9. Dezember 2020.

Mehr zum Thema: IWF und Bundesregierung planen die Enteignung des deutschen Mittelstands

Am 17. Dezember 2020 berichtete „Onlinehändler News“: Die Überbrückungshilfe III sollte ab Januar ausgezahlt. Bereits im November konnten Unternehmen die Novemberhilfe von bis zu 10.000 Euro oder maximal 50 Prozent der Fördersumme erhalten; ab dem 11. Dezember konnten Abschläge bis zu 50.000 Euro ausgezahlt werden. Die Auszahlung der kompletten Hilfsleistungen verzögert sich. Grund dafür sei die Entwicklung der noch notwendigen Softwarelösung. Das Handelsblatt sagt dazu, dass die Entwicklung offenbar länger dauert, als geplant. Konkret rechnet das Wirtschaftsministerium mit einer regulären Auszahlung der Novemberhilfen ab Anfang Januar. Dann sollen auch die ersten Abschlagszahlungen der Dezemberhilfen möglich sein. Die Programmierung für das Fachverfahren, welches die kompletten Dezemberhilfen verwalten soll, könne dann noch zwei bis drei Wochen dauern. Unterm Strich bedeutet das, dass sich die Auszahlung der Überbrückungshilfe III noch bis März verzögern kann.“

Die „Berliner Morgenpost“ berichtete am 14. Januar 2021: „Corona-Hilfen: 350 Millionen Euro noch nicht ausgezahlt – Bundeshilfen für die Berliner Wirtschaft kommen nicht an. Vielen Betrieben in der Stadt droht nun die Insolvenz.“

Der „Tagesspiegel“ am 9. Februar 2021 wörtlich: „Gastronomen in Berlin und Potsdam verzweifeln an der Bürokratie – Einige Gastronomen warten immer noch auf November- und Dezemberhilfen. Zwar hat die EU ihr Regelwerk nachgebessert, aber die Auszahlung stockt.“

Das „Handelsblatt“ führte am 14. Februar 2021: „Späte Auszahlung: Wer ist schuld am Coronahilfen-Debakel? Probleme mit dem IT-Dienstleister, Streitereien zwischen Ministerien: Die späte Auszahlung der Gelder hat klare Ursachen. Besonders ein Minister lädt Kritik auf sich.“

Mehr zum Thema: Der Konzern-Sozialismus kommt: „Great Reset“ ist das Todesurteil für den deutschen Mittelstand

Der „NDR“ teilte am 14. Februar 2021 mit: „Corinna Zabel hat am 3. Dezember 2020 den Antrag auf die sogenannte Novemberhilfe gestellt. Die 41-Jährige betreibt in Cuxhaven ein Vermittlungsbüro für Ferienwohnungen sowie eine eigene Pension. Insgesamt hat sie eine Summe von etwa 18.000 Euro an Fördermitteln beantragt. Ausgezahlt wurde davon bislang - nichts. Nicht mal ein Abschlag.“

„Einzelhändler und Mittelständler warten noch immer auf die Überbrückungshilfe III. Ein internes Papier des Wirtschaftsministeriums zeigt: Dass sie frühestens im Februar kommt, ist seit November bekannt (…) Die Frage bleibt: Waren diese Unstimmigkeiten mit Ländern, auf die Altmaier verweist und Widerstände des Finanzministeriums wirklich ursächlich für die Verzögerungen? Falls ja, dann hat das Wirtschaftsministerium zumindest von Anfang an damit gerechnet. Aus einem internen Papier der Altmaier-Behörde von Ende November 2020 geht hervor, dass das Wirtschaftsministerium schon zu diesem Zeitpunkt von einer Auszahlung der Überbrückungshilfe III erst ab März 2021 ausgegangen ist“, so „tagesschau.de“ am 15. Februar 2021.

Dann kommt es am 9. März 2021 zu einer bemerkenswerten Entwicklung. Die „Welt“ titelt: „Betrüger erschlichen sich Millionen – Bundesregierung stoppt fast alle Corona-Hilfen.“

Das Blatt bezieht sich dabei auf einen Bericht des „Business Insider“, der ebenfalls am 9. März 2021 veröffentlicht wurde. Das Blatt wörtlich: „Die Bundesregierung hat Abschlagszahlungen aus Coronahilfen vorerst bundesweit gestoppt.“

Wenn dies tatsächlich der Fall sein sollte, ergeben sich dadurch zwei Rückschlüsse:

Erstens werden die kleinen- und mittelständischen Unternehmen (KMU) in Deutschland auch weiterhin vergeblich auf die Auszahlungen der Corona-Hilfen warten, was die drohende Insolvenzwelle in Deutschland noch schärfer ausfallen lassen wird. Viele Unternehmen werden somit bewusst oder unbewusst in die Insolvenz getrieben, obwohl sie sehr leicht gerettet werden könnten.

Zweitens müssen in die mutmaßlichen Betrugsfälle bei den Corona-Hilfen auch Steuerberater und Rechtsanwälte verwickelt sein. Die Beantragung der Überbrückungshilfen läuft ausschließlich über Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, vereidigte Buchprüfer und Rechtsanwälte. Abschlagszahlungen sollte es seit 15. Februar 2021 geben.

Die aktuelle Situation kann eigentlich sehr kurz und bündig zusammengefasst werden:

Nichts geht mehr!

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Gold als strategischer Anker: Warum physische Substanz zählt

Wo sich die wirtschaftlichen Gewichte grundlegend verschieben, suchen Unternehmen sowie Privatanlegerinnen und Privatanleger nach...

DWN
Finanzen
Finanzen 21 Millionen Rentner: Gesetzliche Rente steigt 2027 um mehr als vier Prozent?
03.11.2026

Eine Erhöhung von mehr als vier Prozent steht voraussichtlich für Deutschlands Rentner an. Von 2028 an müssen sich Arbeitnehmer und...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Schaeffler-Aktie rutscht ab: Werke und Jobs werden Opfer der Sparmaßnahmen
03.11.2026

Die Krise in der deutschen Industrie setzt sich fort: Der fränkische Autozulieferer Schaeffler will vier deutsche Standorte schließen und...

DWN
Politik
Politik Analyse: Trumps Korruption und Kleptokratie haben ihn eingeholt
03.11.2026

Kurz vor den Zwischenwahlen rückt ein Thema überraschend an die Spitze der Sorgen amerikanischer Wähler: Korruption. Donald Trumps...

DWN
Finanzen
Finanzen Nationale Reserven: Goldkäufe der Notenbanken steigen deutlich
03.11.2026

Notenbanken haben ihre Goldkäufe im dritten Quartal deutlich ausgeweitet, während Anleger weniger Barren und Münzen kauften. Welche...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Lebensmittelhersteller Völpel insolvent: Hohe Energiekosten belasten Familienunternehmen
03.11.2026

Die Völpel GmbH aus Königsmoos in Bayern ist auf die Herstellung von Trockenkräutern, Tees, Trockengemüse und Kräutersalz...

DWN
Politik
Politik Ehemaliger US-Diplomat: Trumps Regierung wird von persönlichen Interessen angetrieben
03.11.2026

Der frühere US-Diplomat George Kent erwartet auch nach den Zwischenwahlen keinen Kurswechsel von Donald Trump. Er wirft der Regierung vor,...

DWN
Technologie
Technologie Energiefresser Rechenzentren: KI-Boom lässt Strombedarf drastisch steigen
03.11.2026

Schon 2026 verbrauchen deutsche Rechenzentren so viel Strom wie rund 6,5 Millionen Haushalte. Bis 2035 könnte der Bedarf nochmals stark...

DWN
Finanzen
Finanzen Soll ich mein Geld in ein Auto ohne Fahrer stecken?
03.11.2026

Die Uber-Aktie ist in diesem Jahr deutlich gefallen. Das Unternehmen läuft operativ gut, doch seine Zukunft wird davon abhängen, wie es...