Politik

Russland verstärkt Beziehungen zu Myanmars Militärjunta

Russland verstärkt seine Beziehungen zur Militärjunta in Myanmar.
26.03.2021 16:37
Aktualisiert: 26.03.2021 16:37
Lesezeit: 1 min
Russland verstärkt Beziehungen zu Myanmars Militärjunta
General Min Aung Hlaing im Jahr 2016. (Foto: dpa) Foto: Ye Aung Thu / Pool

Russland will seine militärischen Beziehungen zu Myanmar verstärken, berichteten staatliche russische Medien am Freitag nach einem Treffen zwischen dem russischen stellvertretenden Verteidigungsminister Alexander Fomin und dem führenden General der Junta, Generaloberst Min Aung Hlaing, wie der englischsprachige Dienst von Reuters berichtet.

Fomin traf sich am Freitag in der Hauptstadt Naypyitaw mit Min Aung Hlaing, der bei einem Staatsstreich am 1. Februar die Macht übernahm, was wochenlange landesweite Proteste und ei massives Durchgreifen der Sicherheitskräfte mit hunderten Toten zur Folge hatte.

Fomin zufolge sei Myanmar ein verlässlicher Verbündeter und strategischer Partner Russlands in Asien. Der Besuch, Fomins findet einen Tag vor einer großen Parade zum Tag der Streitkräfte in Myanmar statt.

Zahl der Toten steigt

Die Zahl der Toten in Myanmar steigt weiter. Nach Schätzungen der Gefangenenhilfsorganisation AAPP sind in den knapp acht Wochen seit dem Putsch vom 1. Februar mindestens 320 Menschen gestorben, davon elf allein am Donnerstag. In Taunggyi im zentralen Shan-Staat seien vier Zivilisten erschossen und viele weitere verletzt worden, als Einsatzkräfte «Wohngebiete in eine Kampfzone» verwandelten, hieß es in einer Mitteilung.

Soldaten seien auch in Häuser eingedrungen und hätten viele überwiegend junge Leute festgenommen, so AAPP. Die Zahl der Inhaftierten seit dem Umsturz stieg auf insgesamt knapp 3000. Weitere Tote gab es am Donnerstag in der nördlichen Region Mandalay, im zentralen Sagaing und im südlichen Bago. Auch am Freitag hielten die landesweiten Proteste gegen die Junta an. Dabei wurden vier Tote aus der Stadt Myeik im Süden des Landes gemeldet.

«Dieser Krieg ist erst zu Ende, wenn wir ihn gewonnen haben», sagte ein Aktivist, der anonym bleiben wollte, bei einer Demo in der Nähe der berühmten Sule-Pagode in der größten Stadt Yangon (früher: Rangun). «Wir hören nicht auf, bis es Freiheit und Gerechtigkeit gibt.»

Am frühen Freitagmorgen verübten Unbekannte in Yangon einen Brandanschlag auf die Zentrale der Nationalen Liga für Demokratie (NLD), der Partei der entmachteten Regierungschefin Aung San Suu Kyi. Anwohnern sei es etwa 30 Minuten später gelungen, das Feuer zu löschen, berichtete das Portal Myanmar Now. Jedoch seien die Türen und Möbel der Büros zerstört worden.

Im früheren Birma geht die neue Militärführung seit Wochen mit zunehmender Härte gegen jeden Widerstand vor. Die Demonstranten fordern die Freilassung und Wiedereinsetzung der faktischen Regierungschefin Suu Kyi, die seit dem Putsch im Hausarrest sitzt. Die USA und Großbritannien hatten am Donnerstag weitere Sanktionen verhängt, die auf die wirtschaftlichen Ressourcen des neuen Führungsapparats abzielen. Die Generäle zeigen sich von allen Appellen und Maßnahmen bislang unbeeindruckt.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Damit Sie sich auf Ihr Unternehmen konzentrieren können

Ein Unternehmen zu führen, bedeutet, täglich Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig soll möglichst...

DWN
Immobilien
Immobilien Neues Gesetz geplant: Besserer Versicherungsschutz gegen Naturkatastrophen
26.10.2026

Bei der Flutkatastrophe im Ahrtal war nur ein Teil der massiven Schäden an Gebäuden durch Versicherungspolicen abgedeckt. Berlin will das...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Bekannte Frage im Vorstellungsgespräch könnte bald verboten sein: Ikea hat sie bereits abgeschafft
26.10.2026

Was haben Sie bisher verdient? Eine der bekanntesten Fragen im Vorstellungsgespräch soll künftig verboten sein. Während Unternehmen sich...

DWN
Finanzen
Finanzen Wölfe der Wall Street: Zeit für vernachlässigte Aktien und den Energiesektor
25.10.2026

Die kommende Woche wird eine der wichtigsten dieser Berichtssaison.

DWN
Unternehmen
Unternehmen Audi baut US-Werk für SUVs: Jobverluste in Deutschland drohen  
25.10.2026

US-Präsident Donald Trump verkündet den Bau eines neuen Autowerks von Audi in den USA. Daraufhin entzündet sich am Auftritt des...

DWN
Finanzen
Finanzen Wölfe der Wall Street: Zeit für vernachlässigte Aktien und den Energiesektor
25.10.2026

Die Ergebnisse amerikanischer Unternehmen übertrumpfen die Marktstimmung deutlich, doch Sorgen über KI-Kosten trüben die Aussichten....

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Kapitalismus lebt: Warum Yanis Varoufakis mit seiner Theorie vom Technofeudalismus zugleich falsch und richtig liegt
25.10.2026

Der Kapitalismus ist tot. An seine Stelle ist ein neofeudales System getreten, in dem sich die Macht in den Händen der Eigentümer...

DWN
Finanzen
Finanzen OpenAI-IPO: Die wahre Sorge der Finanzchefin vor dem Börsengang
25.10.2026

Während die Finanzwelt auf den milliardenschweren OpenAI-Börsengang wartet, treibt Finanzchefin Sarah Friar eine ganz andere Sorge um:...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Deutsche Arbeitnehmer in der Dauerkrise: Immer mehr psychische Erkrankungen
25.10.2026

Die Krisen der vergangenen Jahre hinterlassen Spuren in der Psyche vieler Menschen und am Arbeitsmarkt: Immer mehr Arbeitnehmer fallen...