Politik

Britischer Top-Richter befürchtet „soziale Kontrollen“ bis 2031

Ein ehemaliger britischer Richter des Obersten Gerichtshof sagt, dass die aktuellen „sozialen Kontrollen“ bis zu einem Jahrzehnt andauern könnten. Er kritisiert, dass Politiker, die gegen die Lockdown-Politik sind, sich nicht zu Wort melden – aus Angst vor massiven Konsequenzen.
27.03.2021 16:05
Aktualisiert: 27.03.2021 16:05
Lesezeit: 1 min

Der frühere britische Richter am Obersten Gerichtshof, Lord Sumption, hat gewarnt, dass die von der Coronavirus-Pandemie verursachten „sozialen Kontrollen“ von den Regierungen bis zu einem Jahrzehnt aufrechterhalten werden könnten. „Es ist politisch unrealistisch zu erwarten, dass sich die Regierung jetzt zurückzieht“, kommentierte Sumption, der die „totalitäre“ Lockdown-Politik der Regierungen äußerst kritisch sieht.

„Eine interessante Parallele ist die Fortsetzung der Lebensmittelrationierung während des Zweiten Weltkrieges und danach. Die Leute waren dafür, weil sie für soziale Kontrolle waren“, sagte er während eines Podcasts mit „Sketch Notes on“.

„Bei den Parlamentswahlen von 1951 verlor die Labour-Partei ihre Mehrheit vollständig, weil Menschen mit fünf Jahren Erfahrung in der sozialen Kontrolle die Nase voll hatten. Früher oder später wird das in diesem Land wieder passieren“, so Sumption. Die Warnung von Sumption folgt auf die Aussage von Vertretern von Public Health England, dass die Beschränkungen so lange bestehen bleiben werden, bis andere Länder alle Menschen geimpft haben. Dieser Prozess wird wahrscheinlich Jahre dauern. Tatsächlich verdichten sich die Anzeichen, dass es keine Rückkehr zur Normalität geben wird. Eine führende britische Epidemiologin sagt bereits ganz offen, dass Masken und Kontaktsperren noch „über Jahre“ bleiben könnten (HIER).

Trotz des Versprechens, die Beschränkungen im Juni zu beenden, verlängerte die britische Regierung die Corona-Notstandsgesetze bis Oktober, wobei Gesundheitsminister Matt Hancock sich weigerte zu sagen, wie lange sie danach in Kraft bleiben werden.

Lord Sumption bemerkte während des Podcasts auch, dass Wissenschaftler, die skeptisch gegenüber Lockdown-Richtlinien sind, „einer außerordentlich unangenehmen Kampagne der persönlichen Schmähung ausgesetzt sind“.

„Von dem Moment an, als ich anfing, diese Punkte anzusprechen, bekam ich E-Mails von Politikern, die meinen Aussagen zustimmten, aber sich nicht wagten, sich zu äußern. Das halte ich für einen sehr ernsten Zustand.“

Mehr zum Thema
article:fokus_txt
X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt und Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen Aktienausblick 2026: Investor Kongsted sieht Chancen bei Broadcom und Gold
02.01.2026

Während viele Märkte bereits stark gelaufen sind, sehen erfahrene Investoren für 2026 weiterhin selektive Chancen. Welche Rolle spielen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft CO2-Preis steigt: Auswirkungen auf Tank und Heizung
02.01.2026

Zum Jahreswechsel ist der CO2-Preis erneut gestiegen – spürbar vor allem beim Tanken und bei den Heizkosten. Die Maßnahme soll zum...

DWN
Politik
Politik Wehrdienst in Deutschland: Bundeswehr-Chef ruft zu Engagement auf
02.01.2026

Verteidigungsminister Boris Pistorius hat die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr auf den neuen Wehrdienst eingestimmt. In seinem...

DWN
Politik
Politik Gewalt bei Demonstrationen im Iran – US-Präsident warnt Führung
02.01.2026

Im Iran dauern die Proteste seit Sonntag an, mehrere Demonstrierende wurden bereits getötet. US-Präsident Donald Trump hat sich in die...

DWN
Politik
Politik Russland übergibt USA Material zu angeblichem Drohnenangriff auf Putin-Residenz
02.01.2026

Moskau hat nach eigenen Angaben Navigationsdaten einer ukrainischen Drohne entschlüsselt, die einen geplanten Angriff auf eine Residenz...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Privatvermögen erreicht Rekordhöhe: Über 10 Billionen Euro in Deutschland
02.01.2026

Die Deutschen verfügen über so viel Geldvermögen wie nie zuvor. Erstmals summieren sich die finanziellen Rücklagen der Privathaushalte...

DWN
Finanzen
Finanzen Erfolgreiche Aktienauswahl: Wie erfahrene Anleger die besten Chancen und Risiken erkennen
02.01.2026

Die Auswahl der richtigen Aktie zum richtigen Zeitpunkt ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Zwei erfahrene Investoren erklären, welche...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Rückschritt in den Chefetagen: Weniger Frauen in Vorständen
02.01.2026

Die Gleichstellung in den Führungsetagen der deutschen Börsenkonzerne gerät ins Stocken. Entgegen dem bisherigen Trend ist der...