Deutschland

Umsatz deutscher Wirtschaft stagniert, Exporteure sind zuversichtlich

Die deutsche Wirtschaft hat ihren Umsatz im Februar minimal gesteigert. Die Exportwirtschaft profitiert von der starken Konjunktur in Asien und den USA.
29.03.2021 16:30
Aktualisiert: 29.03.2021 16:30
Lesezeit: 2 min

Die deutsche Wirtschaft hat ihren Umsatz im Februar trotz Lockdowns minimal gesteigert. Die Unternehmen aus Industrie, Energie- und Wasserversorgung, Bau, Gastgewerbe sowie Handel und Dienstleistungen nahmen zusammen nominal 0,1 Prozent mehr ein als im Vormonat, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. Im Januar hatte es noch ein Minus von 4,9 Prozent gegeben. Im Februar lagen die Erlöse auch 0,1 Prozent über dem Niveau von Februar 2020 - dem Monat vor Beginn der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie.

Der Kreditversicherer Euler Hermes erwartet für 2021 einen Anstieg der Firmenpleiten um sechs Prozent auf 16.900 - allerdings erst ab dem zweiten Halbjahr und von sehr niedrigem Niveau kommend. Erst im Laufe des nächsten Jahres dürften die Insolvenzen spürbar um rund 15 Prozent auf 19.500 zulegen. Doch auch dann dürften die Fallzahlen nur etwa vier Prozent höher liegen als vor der Pandemie 2019. "Das entspricht in etwa dem Niveau von 2017, damit steht Deutschland im internationalen Vergleich gut da", erklärte Euler Hermes. Grund seien umfangreiche Hilfen der Politik, um die Folgen der Virus-Pandemie für Firmen abzufedern.

Die Stimmung der Firmen in Deutschland hatte sich trotz der dritten Corona-Welle im März überraschend stark aufgehellt. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg auf den höchsten Stand seit Juni 2019. Wie die Münchner Forscher mitteilten, breitet sich unter den deutschen Exporteuren große Zuversicht aus. Die Exporterwartungen der Industrie seien auf den höchsten Wert seit Januar 2011 gestiegen. "Die Exportwirtschaft profitiert von einer starken Konjunktur in Asien und den USA", sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest. "Auch der Euroraum nimmt langsam etwas Fahrt auf."

ARBEITSMARKT DÜRFTE ANZIEHEN - HÄNDLER FÜR KONSUMGUTSCHEINE

Nach einem Schrumpfen der Wirtschaft der Euro-Zone im laufenden Quartal erwarten Ökonomen ab dem Frühjahr eine Belebung der Konjunktur. Das Bruttoinlandsprodukt in den Euro-Ländern werde zwischen Januar und März um 0,4 Prozent zum Vorquartal sinken, erklärten das Ifo und die Forschungsinstitute KOF aus Zürich und Istat aus Rom. Im Frühjahr dürfte es mit 1,5 Prozent bergauf gehen und im Sommer mit 2,2 Prozent. "Bald dürfte die Erholung einsetzen, wenn uns die Corona-Krise nicht noch einen Strich durch die Rechnung macht", sagte Ifo-Forscherin Pauliina Sandqvist.

Die Belebung dürfte sich auch auf dem Jobmarkt zeigen. Die Arbeitsagenturen in Deutschland rechnen trotz Corona-Krise in den nächsten Monaten mit einem Aufbau von Beschäftigung und weniger Arbeitslosigkeit. "Am Arbeitsmarkt stehen die Zeichen auf Erholung", sagte Enzo Weber vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Der Forscher betonte aber: "Die Risiken der Pandemie bleiben immens. Dies betrifft vor allem das Gastgewerbe und viele Dienstleister wie Einzelhändler.

So bringt der Handelsverband HDE zur Ankurbelung der Wirtschaft Konsumgutscheine ins Spiel. "Ein zusätzliches Einkommen von 500 Euro je Einwohner würde einen Nachfrageimpuls von bis zu 40 Milliarden Euro bedeuten", sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth dem "Handelsblatt". Diese sollten ausgegeben werden, sobald die Pandemie besser unter Kontrolle sei und die Menschen wieder Lust auf einen Einkaufsbummel hätten.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Während der Markt panikartig verkauft, setzt das "kluge Geld" fieberhaft Bitcoin-Druckmaschinen ein?

Der Markt hat kürzlich eine scharfe Korrektur durchlaufen, wobei sich Panik wie eine Seuche ausbreitete, als Verkäufer ihre...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt und Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Technologie
Technologie Hypersonica: Münchner Start-up testet Hyperschallrakete HS1
10.02.2026

Ein Münchner Start-up sorgt mit einer eigenen Hyperschallrakete für Aufsehen in Europa. Der erste Testflug der HS1 verlief erfolgreich...

DWN
Panorama
Panorama Allensbach-Umfrage: Mehrheit bewertet USA als Risiko für den Weltfrieden – Russland bleibt zentrales Sicherheitsrisiko
10.02.2026

Eine aktuelle Allensbach-Umfrage zeigt einen spürbaren Wandel im sicherheitspolitischen Denken der Deutschen. Vertrauen bröckelt, alte...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Endgültiges Aus für ACC-Batteriefabrik in Kaiserslautern – die Folgen
10.02.2026

Die geplante ACC-Batteriefabrik in Kaiserslautern galt als Zukunftsprojekt für die deutsche Industrie. Doch nun zieht Automotive Cell...

DWN
Finanzen
Finanzen Teamviewer-Aktie rutscht ab: Teamviewer blickt zurückhaltend aufs neue Jahr – schwieriges Marktumfeld
10.02.2026

Die Teamviewer-Aktie steht nach einem deutlichen Kursrutsch erneut im Fokus der Anleger. Vorsichtige Ziele für 2026, ein schwieriges...

DWN
Finanzen
Finanzen AMS Osram-Aktie gefragt: Stellenabbau nach besseren Zahlen bei AMS Osram
10.02.2026

AMS Osram überrascht mit besseren Geschäftszahlen, doch gleichzeitig kündigt der Konzern einen massiven Stellenabbau an. Anleger...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Atlas-Insolvenzverfahren: Baumaschinenhersteller Atlas aus Ganderkesee meldet Sanierung an
10.02.2026

Der traditionsreiche Baumaschinenhersteller Atlas aus Ganderkesee steht vor einer ungewissen Zukunft. Mit dem Atlas-Insolvenzverfahren will...

DWN
Finanzen
Finanzen Talanx-Aktie im Fokus: Versicherungskonzern Talanx mit Rekordgewinn trotz des Kalifornien-Feuers
10.02.2026

Rekordgewinne trotz Naturkatastrophen: Der Versicherungskonzern Talanx überrascht mit starken Zahlen. Während Waldbrände Milliarden...

DWN
Finanzen
Finanzen VW-Aktie: Unruhe wegen Milliardenbonus – VW-Betriebsrat kritisiert Vorstand
10.02.2026

Sechs Milliarden Euro tauchen plötzlich bei Volkswagen auf – und lösen ein Bonus-Beben aus. Während Mitarbeiter verzichten, kassiert...