Finanzen

Größter Umbruch seit dem Zweiten Weltkrieg: IWF wird neues Währungssystem einleiten

Die aktuelle Corona-Krise begünstigt die Schaffung eines neuen Finanz- und Währungssystems mit dem IWF als Haupttreiber. Es handelt sich dabei um den größten Umbruch seit dem letzten Weltenbrand – ein neuer „Bretton-Woods-Moment“ wird zur Realität.
04.04.2021 12:57
Aktualisiert: 04.04.2021 12:57
Lesezeit: 3 min

Während sich die Menschen tagtäglich mit Corona-Meldungen, die im Minutentakt lanciert werden, beschäftigen, findet im Hintergrund der größte wirtschaftliche und politische Umbruch seit dem Zweiten Weltkrieg statt. Die erste Veränderung betrifft unser Finanz- und Währungssystem. Die Alliierten trafen sich 1944 in Bretton Woods (USA), um Strategien für die wirtschaftliche Stabilität nach dem Zweiten Weltkrieg zu entwickeln. Dies führte zu einem neuen System miteinander verbundener Wechselkurse, die um einen goldgedeckten US-Dollar herum organisiert waren, sowie zu neuen Institutionen, die bei dessen Verwaltung behilflich waren, einschließlich des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der späteren Weltbank. In den nächsten Jahren folgten die Vereinten Nationen und der Vorläufer der Welthandelsorganisation. Das Bretton Woods-System hielt bis in die frühen 1970er Jahre an, als die USA vom Goldstandard abkamen, aber ein Großteil des in den 1940er Jahren geschaffenen Systems ist heute in der einen oder anderen Form erhalten.

Die IWF-Chefin Kristalina Georgieva hat im Verlauf der Pandemie offen gesagt, dass die Welt vor einem neuen „Bretton-Woods-Moment“ steht. Sie zog einen langen Faden vom „Bretton-Woods-System“ über den „Great Reset“ bis hin zum neuen „Bretton-Woods-Moment“.

Georgieva führt am Ende einer Mitteilung über den „Great Reset“ aus: „Ich möchte mit einem Beispiel aus der Vergangenheit schließen. William Beveridge legte mitten im Zweiten Weltkrieg 1942 seinen berühmten Bericht vor, in dem er projizierte, wie Großbritannien das angehen sollte, was er die ,fünf riesigen Übel‘ nannte. Dieser berühmte ,Beveridge Report‘ führte nach dem Krieg zu einem besseren Land - einschließlich der Schaffung des National Health Service, der heute in Großbritannien so viele Menschenleben rettet. Zu dieser Zeit wurde auch meine Institution, der IWF, gegründet - auf der Bretton Woods-Konferenz. Jetzt ist also der Moment gekommen, um die Seite umzublättern - und alle Kraft zu nutzen, die wir haben. Im Falle des IWF verfügen wir über eine finanzielle Kapazität von einer Billion Dollar und ein enormes politisches Engagement. Das ist der Moment, um zu entscheiden, dass die Geschichte darauf als ,Great Reset‘ und nicht als ,Great Reversal‘ zurückblicken wird. Und ich möchte sagen - laut und deutlich -, dass das beste Denkmal, das wir für diejenigen errichten können, die bei der Pandemie ihr Leben verloren haben, darin besteht, eine Welt zu schaffen, die grüner, intelligenter und gerechter ist.“

In einer weiteren Erklärung teilt Georgieva mit: „Heute stehen wir vor einem neuen Bretton Woods-Moment. Eine Pandemie, die bereits mehr als eine Million Menschenleben gekostet hat. Eine wirtschaftliche Katastrophe, die die Weltwirtschaft in diesem Jahr um 4,4 Prozent verkleinern und bis zum nächsten Jahr eine geschätzte Produktion von 11 Billionen US-Dollar abbauen wird. Und unbeschreibliche menschliche Verzweiflung angesichts großer Störungen und zunehmender Armut zum ersten Mal seit Jahrzehnten.“

Am 24. März 2021 wurde gemeldet: „Georgieva, hat eine Erhöhung der finanziellen Schlagkraft der Organisation um 650 Milliarden US-Dollar vorgeschlagen. Damit will der IWF zur Überwindung der Corona-Krise vor allem Entwicklungs- und Schwellenländern zusätzliche Liquidität zur Verfügung stellen - ohne deren Verschuldung zu erhöhen (…) Bei der vorgeschlagenen Finanzspritze handelt es sich nicht um eine Kapitalerhöhung im eigentlichen Sinn. Der IWF verfügt über seine eigene Reservewährung, die sogenannten Sonderziehungsrechte (SDR). Die Menge dieser Rechte soll nun um 650 Milliarden Dollar erhöht werden. Jedem der 190 Mitgliedstaaten steht proportional zur Wirtschaftskraft ein Anteil der Gesamtmenge zur Verfügung. Ein Staat kann die Mittel zum Beispiel als Teil seiner Währungsreserven nutzen, um damit andere Gelder frei zu machen. Er muss für die Verwendung der Ziehungsrechte derzeit nur 0,05 Prozent Zinsen zahlen. Der Einsatz der SDR ist zum Beispiel für Staaten interessant, die in Zahlungsbilanzkrisen stecken oder die sich auf dem internationalen Kapitalmarkt nur zu sehr hohen Kosten verschulden könnten. Der IWF hatte die SDR erstmals nach der Finanzkrise 2008/2009 in großem Stil zum Einsatz gebracht. Der jeweils aktuelle Wert der Reservewährung wird aus einem gewichteten Korb mit Leitwährungen berechnet, dem US-Dollar, dem Euro, dem chinesischen Yuan, dem japanischen Yen und dem britischen Pfund.“

In einer DWN-Analyse vom 13. Januar 2021 wurde prognostiziert: „Der IWF treibt seine Pläne voran, eine echte globale Währung anzubieten. Dabei könnte der SDR durch die Einführung eines digitalen ,IMF Coins‘ aufgewertet werden. Dies liegt daran, dass eine digitale Währung den US-Dollar als Reservewährung bei internationalen Handelsgeschäften ersetzen würde. ,Der SDR des IWF ist eine Form von Weltgeld, das 1969 als Alternative zum US-Dollar geschaffen wurde, für den Fall, dass der Dollar irgendwie versagt (…) Sie wurde von 1970 bis 1980 mehrmals ausgegeben, aber dann gab es fast 30 Jahre lang keine Emissionen mehr, bis August 2009, als Reaktion auf die letzte Finanzkrise‘, so das Portal ,Connectiv Events‘. Um den ,IMF Coin‘ als Weltleitwährung einzuführen, wird eine Konferenz benötigt, die der Bretton-Woods-Konferenz gleicht, die am 23. Juli 1944 stattfand.“

Somit kann festgehalten werden, dass der IWF im Rahmen des neuen Finanz- und Währungssystems, das im Verlauf der Corona-Krise seine Konturen annimmt, eine dominante Rolle spielen wird. Zumindest deutet aktuelle alles darauf hin.

Zudem muss davon ausgegangen werden, dass das Bargeld im neuen Währungssystem eine untergeordnete bis keine Rolle spielen wird. Bereits heute setzen sich zahlreiche Stimmen für die Auszahlung eines universellen Grundeinkommens (UBI) über den digitalen Weg aus. Das UBI dient hier offenbar als „Lockvogel“. Doch das eigentliche Ziel könnte darin bestehen, durch eine umfassende Digitalisierung des Lebens der Bürger eine totale Kontrolle und Überwachung herbeizuführen. Zu den Unterstützern des UBI gehören nicht nur die US-Demokraten, sondern auch das Weltwirtschaftsforum (WEF) und der aktuelle Papst (HIER).

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