Politik

Heftiger Rückschlag: US-Auftragsfertiger darf kein Impfstoff mehr für AstraZeneca produzieren

Der Corona-Impfstoffanbieter AstraZeneca muss mit dem Verlust von Herstellungskapazitäten in den USA einen weiteren Rückschlag hinnehmen. Auf staatliche Anordnung darf der Auftragsfertiger Emergent BioSolutions in seinem Werk in Baltimore nicht mehr für AstraZeneca arbeiten.
04.04.2021 13:10
Aktualisiert: 04.04.2021 13:10
Lesezeit: 1 min

Der Corona-Impfstoffanbieter AstraZeneca muss mit dem Verlust von Herstellungskapazitäten in den USA einen weiteren Rückschlag hinnehmen. Auf staatliche Anordnung darf der Auftragsfertiger Emergent BioSolutions in seinem Werk in Baltimore nicht mehr für AstraZeneca arbeiten und nur noch das Coronavirus-Vakzin des Konkurrenten Johnson & Johnson (J&J) herstellen, wie ein hochrangiger Insider aus dem Gesundheitswesen am Samstag (Ortszeit) sagte.

Mehr zum Thema: EU-Direktorin für Impfstoff-Zulassung war Pharma-Lobbyistin – unter anderem für AstraZeneca

Hintergrund der Entscheidung ist eine schwere Herstellungspanne bei Emergent BioSolutions. Das Unternehmen produzierte in dem Werk bisher beide Vakzine und hatte dabei deren Bestandteile vermischt. Dadurch wurde Impfstoff für 15 Millionen Dosen unbrauchbar. Nach Angaben von J&J wurde der Fehler rechtzeitig bemerkt, so dass der verdorbene Impfstoff nicht abgefüllt wurde. Nun übernimmt J&J dem Insider zufolge die alleinige Regie über die Impfstoffproduktion in dem Werk. Damit sollen derartige Pannen ausgeschlossen werden. Die „New York Times“ hatte zuerst über diesen Vorgang berichtet.

AstraZeneca ist wegen möglicher schwerer Nebenwirkungen seines Corona-Impfstoffs weltweit in die Kritik geraten. Das Mittel, das gemeinsam mit der Universität Oxford entwickelt wurde, steht im Verdacht, Thrombosen zu verursachen. Mehrere Staaten entschieden jedoch, dass nach der bisherigen Datenlage die Vorteile die möglichen Nachteile weit überwiegen. Sie setzen das Vakzin weiterhin ein, teilweise aber mit Einschränkungen. In den USA ist der Stoff bisher nicht zugelassen. Das Land setzt gegenwärtig auf J&J, Moderna und Biontech/Pfizer. Nach Ansicht des US-Seuchenexperten Anthony Fauci benötigt das Land den AstraZeneca-Stoff womöglich gar nicht mehr.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Technologie
Technologie Verbessern Sie die Lieferketten-Transparenz

Identifizieren, scannen und übermitteln von eindeutigen Komponentendaten

DWN
Politik
Politik Deutsche Umwelthilfe: Verbrenner-Aus 2030? BGH prüft Klimaklagen gegen Autobauer
02.03.2026

Wenn es nach der Deutschen Umwelthilfe geht, müssen BMW und Mercedes-Benz 2030 den Verkauf klimaschädlicher Verbrenner einstellen. Um den...

DWN
Finanzen
Finanzen Erdgas-Preis aktuell: Iran-Krieg lässt Erdgas-Preis nach oben schnellen
02.03.2026

Nach dem Angriff auf den Iran steigt der Erdgaspreis so stark wie lange nicht. Analysten warnen vor weiteren Preissprüngen, sollte der...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Inflation in Frankreich und Spanien: Unerwarteter Anstieg zwingt EZB harten Wechselkurs aufrechtzuerhalten
02.03.2026

Neue Inflationsdaten aus Frankreich und Spanien sorgen für Unruhe an den Märkten. Muss die Europäische Zentralbank ihre Zinspolitik...

DWN
Politik
Politik Nahost-Krieg: Bundeswehr letzte Wahl bei der Rückholung von Deutschen
02.03.2026

Etwa 30.000 Touristen von deutschen Reiseveranstaltern hängen im Nahen Osten fest. Die Bundesregierung sieht aber in erster Linie nicht...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft ADAC: Sprit so teuer wie seit fast zwei Jahren nicht mehr
02.03.2026

Der Irankonflikt macht Öl teuer. Das bekommen auch die deutschen Autofahrer zu spüren. Bisher hält sich die Reaktion an den Zapfsäulen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen PCK-Raffinerie GmbH: Treuhandverwaltung für Rosneft Deutschland verlängert
02.03.2026

Die deutschen Töchter des russischen Staatskonzerns Rosneft stehen wegen des Ukraine-Kriegs jetzt unter Kontrolle der Bundesnetzagentur...

DWN
Technologie
Technologie Blackout-Vorsorge: Notstromlösung mit Solaranlagen auf Balkon oder Dach – was dabei wichtig ist
02.03.2026

Ein plötzlicher Blackout kann Haushalte und Unternehmen unvorbereitet treffen. Immer mehr Eigentümer setzen deshalb auf eine...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Hapag-Lloyd übernimmt ZIM: Machtverschiebung in der globalen Container-Schifffahrt
02.03.2026

Hapag-Lloyd treibt mit der Übernahme von ZIM die Konzentration im globalen Containerverkehr weiter voran. Wie verschiebt diese Transaktion...