Finanzen

Trotz Inflations-Gefahr: Bundesbank-Präsident sieht starkes EZB-Geldmengenwachstum gelassen

Bundesbank-Chef Weidmann geht davon aus, dass das momentan starke Geldmengen-Wachstum im Euro-Raum voraussichtlich nicht zu einem anhaltenden Inflationsschub führen wird.
30.04.2021 16:51
Aktualisiert: 30.04.2021 16:51
Lesezeit: 1 min
Trotz Inflations-Gefahr: Bundesbank-Präsident sieht starkes EZB-Geldmengenwachstum gelassen
Die Präsidentin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, und der Präsident der Deutschen Bundesbank, Jens Weidmann, unterhalten sich am 28.05.2015 vor dem sogenannten Familienfoto im Residenzschloss in Dresden (Sachsen). (Foto: dpa) Foto: Arno Burgi

Das momentan starke Geldmengen-Wachstum im Euro-Raum führt nach Worten von Bundesbank-Präsident Jens Weidmann voraussichtlich nicht zu einem anhaltenden Inflationsschub. Die Entwicklung werde von Privatpersonen und Unternehmen angetrieben, die während der Pandemie vorsorglich Kredite aufnehmen und verstärkt Geld halten, sagte Weidmann in einem am Freitag veröffentlichten Interview der "Berliner Zeitung". Ein weiterer wichtiger Faktor seien die geldpolitischen Schritte der Europäischen Zentralbank (EZB). "Vor diesem Hintergrund wird aktuell diskutiert, ob das starke Geldmengenwachstum zu einer anhaltend deutlich erhöhten Inflation beiträgt. Das sehe ich derzeit nicht", sagte er.

Mehr zum Thema: Geldfresser: Die Inflation im Euro-Raum dreht richtig auf

Im März hatte sich die Geldmenge M3 im Euro-Raum um 10,1 Prozent ausgeweitet nach 12,2 Prozent im Februar. Zu der Messgröße gehören unter anderem Bargeld, Einlagen auf Girokonten und Geldmarktpapiere. Volkswirte verfolgen M3 genau, denn die Kennziffer gilt auf mittlere bis lange Sicht als Barometer für die Inflationsentwicklung.

Weidmann wies zudem darauf hin, dass Zentralbanken grundsätzlich in der Lage seien, mit einer strafferen Geldpolitik und mit letztendlich höheren Zinsen bei zu kräftigen Inflationsraten gegenzusteuern. "Aus meiner Sicht ist das dann eine Frage des Willens: Sind die Zentralbanken auch bereit, ihre Maßnahmen rechtzeitig zurückzudrehen, wenn es die Preisstabilität erfordert?"

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen Bitcoin-Prognose 2027: Bärenmarkt beendet oder ist der Absturz nur vertagt?
25.08.2026

Der Bitcoin-Kurs ist nach monatelanger Schwäche nach oben geschossen und hat eine der wichtigsten technischen Marken durchbrochen. Vieles...

DWN
Finanzen
Finanzen Ausverkauf bei Chip-Aktien drückt Wall Street ins Minus, während Bessent mit neuen Iran-Sanktionen droht
24.08.2026

Erfahren Sie, welche geopolitischen Entscheidungen und Marktentwicklungen die Wall Street am jüngsten Handelstag ins Wanken brachten.

DWN
Politik
Politik Er soll den Trump-Ballsaal bauen – jetzt führt er geheime Gespräche mit dem Kreml
24.08.2026

Es kommt vor, dass Männer mit minimaler Erfahrung in der diplomatischen Disziplin ausgewählt werden, um schwierige außenpolitische...

DWN
Politik
Politik Unabhängigkeitstag der Ukraine: Neue Militärhilfe und scharfe Worte an Putin
24.08.2026

Kiew begeht seinen Nationalfeiertag mit prominenten Gästen, neuen Rüstungshilfen und einer deutlichen Kampfansage an den Kreml. Zugleich...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Europäische KI-Gigafabriken: 30 Milliarden zwischen Mega-Fortschritt und Mega-Flop
24.08.2026

Sieben neue KI-Zentren sollen den technologischen Rückstand auf die USA und China verringern. Doch Europas Problem sind nicht nur Chips....

DWN
Politik
Politik Streit um Briefwahl: Was an den Warnungen der AfD dran ist
24.08.2026

Kurz vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt stellt die AfD die Sicherheit der Briefwahl infrage. Die Partei spricht über mögliche...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft US-Zölle gegen Kanada: Jetzt schlägt Ottawa zurück
24.08.2026

Donald Trump macht Ernst: Die USA belegen zahlreiche kanadische Waren mit 50 Prozent Zoll, nachdem die Verhandlungen mit Ottawa in letzter...

DWN
Finanzen
Finanzen Tagesgeld-Vergleich (08/2026): Diese Banken bieten die besten Tagesgeld-Zinsen
24.08.2026

Ein Tagesgeld-Konto gilt als sichere und flexible Geldanlage. Doch hinter manchem Spitzenangebot verbergen sich nicht selten Bedingungen,...