Politik

Ermittlungen in der Schweiz: Haben Corona-Experten und Beamte Insider-Deals mit Impfstoff-Aktien getätigt?

In der Schweiz wurden offenbar Insider-Deals mit Impfstoff-Aktien getätigt. Die Schweizer Finanzmarktaufsicht hat bereits Ermittlungen aufgenommen.
07.05.2021 14:00
Lesezeit: 1 min
Ermittlungen in der Schweiz: Haben Corona-Experten und Beamte Insider-Deals mit Impfstoff-Aktien getätigt?
Ampullen AstraZeneca-Impfstoffs im Foch-Krankenhaus in Suresnes zu Beginn der Corona-Impfkampagne für das Gesundheitspersonal. (Foto: dpa) Foto: Alain Jocard

Die Schweizer SVP-Nationalrätin und Gesundheitspolitikerin Therese Schläpfer hatte im April 2021 gefordert, dass Ermittlungen im Zusammenhang mit möglichen Insider-Deals durch Politiker bei Impf-Bestellungen durchgeführt werden. Das renommierte Finanzportal „Inside Paradeplatz“ führt aus: „Lonza-Aktien wurden vor Jahresfrist weit über dem normalen Mass gehandelt, berichtete der Blick Anfang April. Wochen später sei dann herausgekommen, dass Lonza-Präsident Albert Baehny dem Bundesrat einen Brief über den Zuschlag von Moderna für die Impf-Herstellung in der Walliser Lonza-Produktion geschickt hätte. Wer wusste von Baehnys Brief vom Frühling 2020? Wer hat allenfalls das Wissen missbraucht, um in der heissen Phase, ausgerüstet mit geheimen Informationen, Lonza-Aktien zu kaufen?“

Die Schweizer Finanzmarktaufsicht (Finma) geht dieser Frage nach. Ein Finma-Sprecher teilte „Inside Paradeplatz“ mit: „Zu den von den Medien aufgeworfenen Fragen rund um mögliche Impf-Insider sind wir mit diversen Akteuren im Austausch und haben auch diverse Abklärungen in die Wege geleitet.“

Inside Paradeplatz“ berichtete im März 2021: „Mögliche Insider-Deals mit Pfizer, Moderna, AstraZeneca liefen über UBS, wenige Tage vor offiziellen Ankündigungen (...) Höchste Kreise in der Berner Administration haben über UBS-Konten Aktien von Impf-Firmen erworben. Dies jeweils wenige Tage, bevor die Schweizer Regierung Impf-Weichen stellte. Das sagt ein Insider aus der Finanzbranche. Das Muster sei innerhalb der UBS aufgefallen. Bisher gebe es keine Untersuchungen, weder in der Grossbank noch bei der Schweizer Börse. Welcher Impfstoff ein Land für seine Bevölkerung bewilligt und bei welchem Hersteller eine Regierung das Vakzine bestellt, sind Informationen, die Gold wert sind. Wer frühzeitig davon erfährt, der kann ein Vermögen mit den Hinweisen machen.“

Dabei soll es sich um hochrangige Mitarbeiter der Schweizer Regierung handeln. Der Zürcher Wirtschaftsanwalt Thomas Rihm meint: „Bei Personen in Beamtenstellung stellt sich immer auch die Frage des strafrechtlich geschützten Amtsmissbrauchs.“

Die Namen der betroffenen Top-Beamten wurden noch nicht bekannt gegeben. Doch „Inside Paradeplatz“ berichtet: „Würden die Namen bekannt, dann käme es zu einem Aufschrei.“

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Politik
Politik Litauen-Brigade: Freiwillige reichen nicht aus – Pistorius ordnet Versetzungen an
14.09.2026

Deutschland treibt die dauerhafte Stationierung seiner Panzerbrigade in Litauen voran. Tausende Freiwillige haben sich bereits gemeldet,...

DWN
Finanzen
Finanzen Die Vermögensverteilung in Deutschland und Europa: Zwischen privatem Reichtum und struktureller Ungleichheit
14.09.2026

Während Deutschland als stärkste Wirtschaftskraft der EU gilt, besitzen die privaten Haushalte im europäischen Vergleich überraschend...

DWN
Politik
Politik Sie kennt Russland von innen! Jetzt sieht sie, dass sich um Putin etwas verändert
14.09.2026

Wladimir Putin kontrolliert Russland weiterhin fast vollständig. Doch unter der Oberfläche wächst Unruhe: Benzinkrisen, brennende Lager,...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Elon Musk macht es wieder: Noch eine Idee mit 20 Milliarden Euro bewertet
14.09.2026

Elon Musk hat mit The Boring Company erneut eine Firma auf enorme Bewertung gebracht. Das Tunnelunternehmen sammelte drei Milliarden Dollar...

DWN
Technologie
Technologie KI-Systeme außer Kontrolle: Wie groß ist die Gefahr und will die KI-Branche wirklich bremsen?
14.09.2026

Autonome KI-Programme greifen Systeme an und stimmen ihr Vorgehen untereinander ab. Nun warnen ausgerechnet die Entwickler vor einem...

DWN
Politik
Politik Schicksalswahlen für Merz: Wie lange hält sich der Bundeskanzler noch?
14.09.2026

Friedrich Merz steht unter wachsendem Druck: Wahlschlappen, offene Kritik aus der Union und Spekulationen über mögliche Nachfolger...

DWN
Technologie
Technologie Anthropic-Forscher sieht zehn Prozent Risiko, dass KI uns alle tötet. Was soll man davon halten?
14.09.2026

Ein Forscher von Anthropic hält es für möglich, dass künstliche Intelligenz innerhalb der nächsten zehn Jahre zur existenziellen...

DWN
Technologie
Technologie Hat KI gerade den Menschen überholt? Was AGI für Ihre Arbeit bedeutet
14.09.2026

Mit GPT-6 Astra rückt eine neue Stufe künstlicher Intelligenz näher: Systeme, die nicht nur einzelne Aufgaben erledigen, sondern Ziele...