Wirtschaft

Baubranche leidet unter erheblichem Materialmangel

Die deutsche Baubranche leidet derzeit unter einem erheblichen Mangel an Grundstoffen und Vorprodukten.
17.05.2021 12:08
Aktualisiert: 17.05.2021 12:08
Lesezeit: 1 min

Die deutsche Baubranche wird nach einer Umfrage des Ifo-Instituts von einem «erheblichen» Materialmangel wie seit Jahrzehnten nicht mehr gebremst. «Das ist ein beispielloser Engpass seit 1991», hieß es in einer am Montag veröffentlichten Analyse des Münchener Forschungsinstituts. Durch den Materialmangel sei es im April zumindest vorübergehend zu einer Beeinträchtigung der Bautätigkeit gekommen.

Im April hätten 23,9 Prozent der befragten Firmen im Bereich Hochbau über Probleme berichtet, rechtzeitig Baustoffe zu beschaffen, hieß es. Zum Vergleich: Im März lag der Anteil nach Angaben des Ifo-Instituts nur bei 5,6 Prozent.

Die Umfrage fand im Rahmen der monatlichen Erhebung zum Ifo-Geschäftsklima statt. Nach Angaben des Forschungsinstituts haben an der Befragung etwa 800 Firmen aus dem Bausektor teilgenommen.

«Das Material ist an vielen Stellen knapp, hört man aus der Branche. So sind Preise durch Lieferschwierigkeiten in mehreren Märkten gleichzeitig gestiegen», sagte Ludwig Dorffmeister, Experte für die Baubranche am Ifo-Institut. Er verwies auf Preisanstiege beim Baustahl, Bauholz und bei Kunststoffen - etwa Dämmstoffen und Folien. Nach Einschätzung von Dorffmeister sind die Kapazitäten wegen der Corona-Krise heruntergefahren worden. Mittlerweile steige die Nachfrage aber schneller als erwartet.

Vor allem bei Bauholz kam es zuletzt zu Lieferengpässen und starken Preisanstiegen. Kostenzuwächse von bis zu 300 Prozent im Jahresvergleich seien keine Seltenheit, hieß es zuletzt aus der Zimmereibranche.

Das Ifo-Institut verwies darüber hinaus auch auf Sonderfaktoren, die derzeit die Holzbranche unter Druck setzen. Demnach könnte auch ein vergleichsweise starker Wintereinbruch in Teilen der USA Holzproduktion, Weiterverarbeitung und Transport verzögert haben.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Finanzielle Freiheit braucht einen starken Partner

Vermögen eröffnet Möglichkeiten – und bringt zugleich Entscheidungen mit sich: Wie lässt sich das Erreichte bewahren, gezielt...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Politik
Politik Frühstartrente kommt: Bundestag beschließt 10 Euro für Kinder
16.10.2026

Mit der Frühstartrente will der Staat Kindern monatlich zehn Euro für ein langfristiges Aktiendepot geben. Wer zuerst von der...

DWN
Panorama
Panorama DWN-Podcast Folge 47: Die Woche im Rückblick – KW 42
16.10.2026

Unser neuer Podcast ist da: Die ganze Woche in wenigen Minuten. Der DWN-Wochenrückblick bringt die Themen, die zählen – eingeordnet,...

DWN
Politik
Politik Analyse: Europa steht geschlossen gegen China, verschärft aber den Konflikt um den Milliardenhaushalt
16.10.2026

Die EU sieht erste Fortschritte im Handelskonflikt mit China. Doch das Defizit wächst weiter, und Brüssel bereitet bereits neue...

DWN
Politik
Politik Deal um Verbrenner-Aus: Deutschland und Frankreich haben sich geeinigt
16.10.2026

Deutschland setzt sich dafür ein, dass weiter Neuwagen mit Verbrennungstechnologie zugelassen werden können. Frankreichs Präsident...

DWN
Finanzen
Finanzen Unser neues Magazin ist da: Steigende Zinsen, nervöse Börsen – Chancen für Ihr Kapital
16.10.2026

Das eigene Vermögen soll Sicherheit geben. Doch steigende Zinsen und nervöse Märkte machen derzeit Anlageentscheidungen schwieriger. Wer...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft IWF-Warnung: Warum der KI-Boom eine neue Krise auslösen könnte
16.10.2026

Die Weltwirtschaft wächst, doch unter der Oberfläche braut sich eine gefährliche Mischung zusammen: Staaten häufen Rekordschulden an,...

DWN
Finanzen
Finanzen Goldpreis-Prognose: Einer der größten Käufer beginnt zu verkaufen
16.10.2026

Jahrelang kauften Zentralbanken Gold in außergewöhnlichem Umfang. Nun schlägt mit Kasachstan einer der größten Käufer einen anderen...

DWN
Politik
Politik Wer ist wer in den Kriegen im Nahen Osten
16.10.2026

Zehn Punkte zu Staaten, Rebellen und politischen Gruppen, die für Kriege, Lieferwege und Energiepreise entscheidend sind.