Panorama

Sonne, Mond und Sterne im Juni 2021 – ringförmige Sonnenfinsternis

Zwar werden in Deutschland nur wenige Prozent der Sonnenscheibe vom Neumond bedeckt, vor allem im Norden lohnt aber durchaus ein Blick: Der Juni bietet eine partielle Sonnenfinsternis. Auch am nächtlichen Sternenhimmel tut sich einiges.
20.05.2021 12:26
Aktualisiert: 20.05.2021 12:26
Lesezeit: 3 min

Das Schattenspiel einer ringförmigen Sonnenfinsternis ist das herausragende Himmelsereignis in diesem Juni. In ihren partiellen Phasen kann sie am 10. Juni von ganz Deutschland aus beobachtet werden. An dem Tag tritt um 12.53 Uhr die Neumondphase ein. 18 Stunden vorher kreuzt der Mond die Erdbahnebene von Süd nach Nord, weshalb sein Schatten auf die Erde fällt.

Da der Mond am 8. mit einer Distanz von 406 230 Kilometer seinen erdfernsten Bahnpunkt passiert, erreicht seine Kernschattenspitze die Erdoberfläche nicht. Der dunkle Neumond erscheint daher etwas kleiner als die Sonnenscheibe, es kommt zu einer ringförmigen Sonnenfinsternis. Um die schwarze Neumondscheibe erscheint ein heller Ring. Der Neumond bedeckt die Sonne nicht vollständig, sondern nur zu 89 Prozent.

Die Zone der ringförmigen Verfinsterung zieht sich über 7775 Kilometer über die Erdoberfläche. Sie beginnt im Nordosten Kanadas, zieht über das nördliche Polarmeer, streift die Nordwestecke Grönlands, geht über den Nordpol der Erde und endet im Nordosten Sibiriens.

In Deutschland werden nur wenige Prozent der Sonnenscheibe vom Neumond bedeckt, wobei der Bedeckungsgrad von Nord nach Süd abnimmt. In Kiel werden am 10. gegen Mittag knapp 19 Prozent der Sonne bedeckt, in München gut sechs Prozent. Es wirkt, als ob ein Stück von der Sonne abgebissen worden wäre.

Vor unvorsichtigen Sonnenbeobachtungen wird von Experten gewarnt: niemals direkt in die Sonne sehen, schon gar nicht mit einem Fernglas oder Teleskop ohne spezielle Sonnenfilter. Auch Sonnenbrillen, berußte Gläser, Solarienbrillen, Verpackungsfolien und dergleichen bieten keinen ausreichenden Schutz. Um gefahrlos die Sonne zu beobachten, benötigt man sogenannte Sonnenfinsternisbrillen oder Schweißerbrillen.

Letztmals konnte man am 20. März 2015 von Deutschland aus eine partielle Verfinsterung der Sonne verfolgen. Das nächste hierzulande sichtbare Schattenspiel findet am 25. Oktober 2022 statt, wobei in der Mitte Deutschlands 23 Prozent der Sonne vom Mond bedeckt sein werden.

Am 21. Juni erreicht die Sonne um 5.32 Uhr im Sternbild Stier den Gipfel ihrer Jahresbahn, der astronomische Sommer beginnt. Am Nachmittag tritt sie in das Sternbild Zwillinge. Der Sommerpunkt markiert den Beginn des Tierkreiszeichens Krebs, weshalb man auch vom Wendekreis des Krebses spricht. Zur Sommersonnenwende erlebt man den längsten Tag des Jahres. Vollmond wird am 24. um 20.40 Uhr im Sternbild Schütze erreicht. Die Nacht vom 24. auf den 25. ist die kürzeste Vollmondnacht des Jahres.

Der Merkur bleibt im Juni unsichtbar. Venus baut ihre Rolle als Abendstern nur langsam aus. Noch ist sie nicht besonders auffällig. In der Abenddämmerung sieht man sie tief am Nordwesthimmel. Sie geht bereits unter, bevor es richtig dunkel ist. Erst im Herbst wird unser innerer Nachbarplanet zu einem auffälligen Gestirn am Abendhimmel.

Mars zieht sich vom Abendhimmel zurück. Der rötlich-gelbe Planet verkürzt seine Abendsichtbarkeit drastisch. Die nun spät einsetzende Dunkelheit lässt Mars zur Monatsmitte nur noch eine gute Stunde Sichtbarkeitszeit, bevor er im Horizontdunst über dem Nordwesthorizont verschwindet. Am 2. passiert der nicht mehr besonders helle Mars den Zwillingsstern Pollux zehn Vollmondbreiten südlich. Er verlässt die Zwillinge am 8. und tritt in das Sternbild Krebs. Die zunehmende Mondsichel gesellt sich am 13. zum Roten Planeten.

Jupiter im Sternbild Wassermann verlegt seine Aufgänge in die Zeit vor Mitternacht. Der Riesenplanet steigert nochmals seine Helligkeit. Damit wird er nach Venus und Mond zum hellsten Gestirn der Nacht. Er beherrscht als heller, weißglänzender Lichtpunkt unübersehbar die zweite Nachthälfte.

Saturn verlagert seine Aufgänge in die Zeit weit vor Mitternacht. Da die Abenddämmerung jetzt erst spät endet, wird er im Laufe des Juni zum Planeten der gesamten Nacht. Zu Monatsbeginn geht der Ringplanet kurz nach ein Uhr auf, Ende Juni schon um 23 Uhr. Nach Venus und Jupiter ist er der dritthellste Planet. Er hält sich im Sternbild Steinbock auf und wird im Laufe des Monats deutlich heller.

Am Fixsternhimmel hat sich das Frühlingsdreieck, das sich aus Arktur im Bootes, Regulus im Löwen und Spica in der Jungfrau zusammensetzt, in die westliche Himmelshälfte begeben. Im Osten ist dagegen das Sommerdreieck mit Wega in der Leier, Deneb im Schwan und Atair im Adler bereits komplett aufgegangen. Der Große Wagen steht immer noch hoch über unseren Köpfen. Tief im Norden zeigt sich die in unseren Breiten zirkumpolare Kapella, hellster Stern im Sternbild Fuhrmann.

Im Westen neigt sich der Löwe dem Untergang zu. Das Löwentrapez steht schräg zum Westhorizont. Das Feld im Südwesten wird von der Jungfrau mit ihrem bläulichen Hauptstern Spica besetzt gehalten.

Tief im Süden krabbelt der Skorpion den Horizont entlang. Sein tiefroter Hauptstern Antares ist kaum zu übersehen. Er ist ein Überriesenstern in 600 Lichtjahren Entfernung, in dem unser gesamtes inneres Planetensystem über die Marsbahn hinaus bequem Platz fände. Antares heißt so viel wie marsähnlicher Stern. Der römische Kriegsgott Mars heißt im Griechischen Ares. Antares ähnelt in der rötlichen Farbe dem Planeten Mars. Auch steht Antares nahe der scheinbaren Sonnenbahn, weshalb er gelegentlich mit Mars verwechselt wird.

Ein wenig nördlich vom Skorpion stößt man auf den Schlangenträger mit der Schlange. Beide Sternbilder setzen sich nur aus lichtschwachen Sternen zusammen und nehmen ein vergleichsweise großes Himmelsareal ein. Nur bei sehr klarem Himmel ohne Störung durch Mondlicht und irdische Lichtverschmutzung kann man den Ophiuchus, wie sein lateinischer Name lautet, erkennen.

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