Finanzen

Ausländische Investoren setzen trotz Pandemie auf Deutschland

Ausländische Investoren haben ihre Aktivitäten hierzulande im vergangenen Jahr nur geringfügig reduziert. Europaweit betrachtet kam es jedoch zum stärksten Rückgang seit Jahrzehnten.
07.06.2021 15:26
Aktualisiert: 07.06.2021 15:26
Lesezeit: 1 min
Ausländische Investoren setzen trotz Pandemie auf Deutschland
Arbeiter auf einer Baustelle. (Foto: dpa) Foto: Adi Weda

Ausländische Investoren halten einer Studie zufolge dem Standort Deutschland trotz Corona-Krise und Lockdowns weitgehend die Treue. Die Zahl der von ausländischen Unternehmen in Deutschland angekündigten Investitionsprojekte sank 2020 um vergleichsweise geringe vier Prozent auf 930, wie das Beratungshaus EY am Montag zu seiner Untersuchung mitteilte. In Frankreich brach die Zahl dagegen um 18 Prozent auf 985 ein, in Großbritannien um zwölf Prozent auf 975.

Europaweit wurden 5578 Investitionsprojekte angekündigt und damit 13 Prozent weniger. Einen derartigen Einbruch habe es selbst während der Finanzkrise 2009 nicht gegeben. Für dieses Jahr rechnet EY mit einer steigenden Zahl an Projekten in Deutschland, da die Investitionsbereitschaft gerade in der Industrie anziehe und die Autoindustrie als Leitbranche derzeit gut dastehe.

Dass Deutschland vergleichsweise geringere Einbußen verzeichnete, ist EY zufolge auf mehrere Faktoren zurückzuführen. "Zum einen konnte Deutschland im Jahr 2020 die Auswirkungen der Pandemie auf die Wirtschaft abfedern", sagte Henrik Ahlers, Vorsitzender der Geschäftsführung von EY Deutschland. So brach die Wirtschaftsleistung mit 4,8 Prozent deutlich weniger stark als in Frankreich (-8,1 Prozent) und Großbritannien (-9,9 Prozent). "Darüber hinaus blieben die Exporte stark, da Deutschland überproportional von der frühen Erholung in China profitierte." Deutschland komme zudem seine Lage in der Mitte Europas und die vergleichsweise gute Verkehrsinfrastruktur zugute. So habe sich die Zahl der Logistikprojekte 2020 von 63 auf 129 mehr als verdoppelt.

Während amerikanische, türkische und britische Unternehmen ihr Engagement reduzierten, stieg die Zahl der von chinesischen (plus 17 Prozent), niederländischen (plus 15 Prozent) und französischen sowie Schweizer Unternehmen (jeweils plus 13 Prozent) ausgehenden Investitionen in Deutschland. "Deutschland ist für Unternehmen aus den meisten außereuropäischen Ländern der wichtigste Investitionsstandort in Europa – außer für nordamerikanische Konzerne, die bevorzugt in Großbritannien investieren", sagte Ahlers. "Gerade asiatische Firmen hingegen zieht es in erster Linie nach Deutschland – mit steigender Tendenz." An Deutschland würden traditionell die gut ausgebildeten Arbeitskräfte und die politische, soziale und rechtliche Sicherheit geschätzt.

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