Technologie

El Salvador: Bitcoin wird erstmals offizielles Zahlungsmittel in einem Land

El Salvador ist das erste Land weltweit, dass Bitcoin zu einem offiziellen Zahlungsmittel erhoben hat.
09.06.2021 11:44
Aktualisiert: 09.06.2021 11:44
Lesezeit: 1 min
El Salvador: Bitcoin wird erstmals offizielles Zahlungsmittel in einem Land
Eine Frau hebt Geld von einem Bitcoin-Automaten ab. (Foto: dpa) Foto: Camilo Freedman

El Salvador hat die Kryptowährung Bitcoin als erstes Land weltweit zum gesetzlichen Zahlungsmittel gemacht. Das Parlament stimmte in der Nacht zum Mittwoch mit breiter Mehrheit für einen entsprechenden Vorschlag von Präsident Nayib Bukele. "Das wird finanzielle Inklusion, Investitionen, Tourismus, Innovation und wirtschaftliche Entwicklung für unser Land bringen", twitterte Bukele kurz vor der Abstimmung im Kongress, der von seiner Partei und Verbündeten kontrolliert wird. Der Vorschlag erhielt 62 von 84 möglichen Stimmen und soll binnen 90 Tagen umgesetzt werden.

70 Prozent der Bevölkerung des mittelamerikanischen Landes besitzen amtlichen Angaben zufolge kein Bankkonto. "Aber fast alle besitzen ein Mobiltelefon und können sich über eine App mit dem Finanzsystem verbinden", sagte Spyros Galanis vom Department of Economics an der City, University of London. "Andererseits kann die extreme Preisvolatilität von Bitcoin ihn für Menschen, die relativ arm sind und keine übermäßigen Risiken eingehen wollen, ungeeignet machen."

Mit der Anerkennung von Bitcoin als Zahlungsmittel soll es den im Ausland lebenden Salvadorianern zudem erleichtert werden, Geld an ihre Familien in der Heimat zu schicken. Bislang gehe bei Überweisungen "ein großer Teil dieser sechs Milliarden Dollar an Vermittler verloren", sagte Bukele kürzlich. Angaben der Weltbank zufolge machen die Überweisungen aus dem Ausland fast ein Fünftel des Bruttoinlandsproduktes aus - eine der höchsten Quoten der Welt. Experten warnen, dass der Bitcoin-Beschluss die Gespräche mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) erschweren könnte. Dort will sich El Salvador mehr als eine Milliarde Dollar leihen.

Bitcoin ist eine rein digitale Währung, mit der sich Geld in sekundenschnelle und anonym rund um den Globus schicken lässt. Anders als bei Euro oder Dollar steht hinter ihr keine Notenbank. Daher ist der Kurs allein das Ergebnis von Angebot und Nachfrage. Kontrolliert wird die Cyber-Devise, die es seit 2008 gibt, von der Gemeinschaft ihrer Nutzer. Sämtliche Transaktionen werden verschlüsselt in einer gemeinsamen Datenbank, der sogenannten Blockchain, fälschungssicher verbucht.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Damit Sie sich auf Ihr Unternehmen konzentrieren können

Ein Unternehmen zu führen, bedeutet, täglich Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig soll möglichst...

DWN
Unternehmensporträt
Unternehmensporträt Erfolgreich mit Bio-Erdnüssen: Zwei Bauern sparen mit KI 90 Prozent der Arbeitskosten
23.10.2026

Trockenheit wird für Europas Landwirtschaft zum immer größeren Problem. Zwei Brüder aus Österreich reagieren darauf mit einer...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Firma gründen in 24 Stunden: Was jetzt wirklich möglich ist – und was nicht
23.10.2026

Ein eigenes Unternehmen an nur einem Tag gründen: Das neue Bundesportal G24 soll dem behördlichen Zickzackkurs ein Ende setzen. Seit Ende...

DWN
Finanzen
Finanzen Größter Verkauf russischen Goldes seit der Finanzkrise 1998: Weitere Tonnen verschwinden aus den Tresoren
23.10.2026

Die neuesten Daten der russischen Zentralbank zeigen, dass die Verkäufe aus den Goldreserven seit Jahresbeginn bereits 62 Tonnen erreicht...

DWN
Finanzen
Finanzen Warum Frankreich weniger Schulden hat als die USA, dafür aber härter bestraft wird
23.10.2026

Die neuesten Eurostat-Daten für das zweite Quartal zeigen, dass die französische Staatsverschuldung im Verhältnis zur...

DWN
Politik
Politik Bundeswehr: Wehrdienst-Fragebogen ignoriert? Dann droht ein Bußgeld
23.10.2026

Seit Januar werden in Deutschland junge Menschen ab 18 von der Bundeswehr zu ihrer Bereitschaft eines möglichen Wehrdiensts angeschrieben....

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft DWN-Podcast Folge 48: Die Woche im Rückblick – KW 43
23.10.2026

Unser neuer Podcast ist da: Die ganze Woche in wenigen Minuten. Der DWN-Wochenrückblick bringt die Themen, die zählen – eingeordnet,...

DWN
Politik
Politik Länderfinanzausgleich: Söder will AfD- und Linke-Ländern Geld streichen
23.10.2026

Mit einer sogenannten "Extremismusklausel" will Bayerns Ministerpräsident Markus Söder mögliche von der AfD oder der Linken geführten...

DWN
Technologie
Technologie Weltweiter Kohlekraft-Ausbau steigt trotz Klimazielen
23.10.2026

Wind- und Solarenergie haben Kohle in vielen Teilen Europas überholt – doch weltweit wächst die Zahl geplanter Kohleprojekte weiter,...