Finanzen

Zentralbanker wollen keine Verantwortung für die weltweite Immobilien-Blase übernehmen

Die Zentralbanken sollen einem Top-Analysten zufolge die komplette Schuld an der weltweiten Immobilien-Blase tragen.
25.06.2021 14:57
Aktualisiert: 25.06.2021 14:57
Lesezeit: 1 min
Zentralbanker wollen keine Verantwortung für die weltweite Immobilien-Blase übernehmen
Ein Mann mit Aktentasche geht am 22.03.2005 in Bonn ins Büro und spiegelt sich dabei in Glasscheiben. (Foto: dpa) Foto: Oliver Berg

Der Finanz-Analyst Wolf Richter führt in einer Analyse aus: „Es macht einfach so viel Spaß zu sehen, wie Zentralbanken leugnen, dass es Immobilienblasen gibt. Und selbst wenn es Immobilienblasen gäbe, würde sie leugnen, dass sie gesehen werden könnten und selbst wenn sie gesehen werden könnten, würden sie leugnen, dass die Geldpolitik dafür verantwortlich ist, und selbst wenn die Geldpolitik dafür verantwortlich wäre, würden sie bestreiten, dass die Geldpolitik verwendet werden könnte, um eine Deflation herbeizuführen oder die Immobilienblase zu verhindern.“

Es sei eine enorme Leistung der Zentralbanken, zu leugnen, dass Blasen existieren. Es sei auch eine enorme Leistung, zu leugnen, dass die expansive Geldpolitik der Zentralbanken verantwortlich ist für die weltweiten Blasen. Dabei, so Richter, könnten die Zentralbanken dieses Problem sehr schnell beheben, wenn sie die Zinssätze anheben und ihre Wertpapierbestände auflösen würden.

„Bloomberg Economics“ hat ein Ranking mit den größten Immobilienblasen-Ländern der Welt veröffentlicht. Neuseeland rangiert auf dem ersten Platz. Darauf folgen Kanada, Schweden, Norwegen, Großbritannien, Dänemark, die USA, Belgien, Österreich, Frankreich, die Niederlande, Deutschland, Portugal, die Schweiz und Australien. Richter meint, dass mittlerweile einige Notenbanker dazu übergegangen sind, die weltweite Immobilien-Blase zu akzeptieren. Einige Zentralbanken hätten auch angekündigt, die Zinsen anzuheben. Dazu zählen die Bank of England und die Bank of Canada.

Der Analyst wörtlich: „Die Fed bereitet die Märkte behutsam darauf vor, indem sie endlos mit widersprüchlichen Botschaften darüber plappert. Aber selbst wenn die Zentralbanken beginnen, sich zurückzuziehen, erwarten Sie nicht, dass sie die Verantwortung für die Blasen übernehmen, die sie absichtlich geschaffen haben.“

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Damit Sie sich auf Ihr Unternehmen konzentrieren können

Ein Unternehmen zu führen, bedeutet, täglich Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig soll möglichst...

 

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Unternehmen
Unternehmen Steigende Kerosin-Kosten: Lufthansa-Chef erwartet noch höhere Ticketpreise
30.09.2026

Nicht nur den Autofahrern machen die gestiegenen Ölpreise an den Tankstellen zu schaffen. Auch die Lufthansa muss mehr Geld für Kerosin...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Proteinboom: Warum Lebensmittelkonzerne jetzt Millionen investieren
30.09.2026

Protein galt lange als Thema für Fitnessstudios und Spezialregale. Inzwischen verändert der Boom ganze Supermärkte und zwingt...

DWN
Finanzen
Finanzen Wall Street gibt nach, während die Anleiherenditen sinkentitle
29.09.2026

Erfahren Sie, welche überraschenden Impulse die US-Märkte im späten Handel bewegten.

DWN
Unternehmen
Unternehmen Förderprogramm für Azubi-Vermittlung vor dem Aus – trotz offener Ausbildungsplätze
29.09.2026

Viele offene Lehrstellen, viele Jugendliche ohne Perspektive – und trotzdem soll ein bewährtes Förderprogramm für die Azubivermittlung...

DWN
Finanzen
Finanzen Geldvermögen: Haushalte so reich wie nie - Rekordsumme ungleich verteilt
29.09.2026

Das weltweite Geldvermögen erreicht laut Allianz ein Rekordhoch. Doch der Zuwachs kommt bei Milliarden Menschen nicht an. Die Unterschiede...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Funflation: Warum selbst der Spaß immer teurer wird
29.09.2026

Urlaub, Restaurant oder Hobby: Wer seine Freizeit genießen will, muss immer tiefer in die Tasche greifen. Eine Analyse der Bank of America...

DWN
Politik
Politik Kippt der Länderfinanzausgleich? Union droht bei Linksregierung mit Geldentzug
29.09.2026

Nach dem Wahlsieg der Linkspartei in Berlin könnte diese bald die Regierung anführen. Die CDU- und CSU-geführten Bundesländer drohen...

DWN
Finanzen
Finanzen Reicher Westen, armer Osten: Enorme Vermögensungleichheit verschärft sich 2025
29.09.2026

Am 36. Jahrestag der Wiedervereinigung herrschen enorme Unterschiede bei der Vermögensverteilung: Alleine im Jahr 2025 entfielen 95...