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USA verteidigen Manöver im Schwarzen Meer, Russland sendet Warnung

Lesezeit: 3 min
11.07.2021 13:06
Mit dem Sea-Breeze-Manöver will die Nato im Schwarzen Meer Stärke zeigen. Russland hingegen sieht darin ein erneutes Eindringen in seine traditionelle Einflusssphäre.
USA verteidigen Manöver im Schwarzen Meer, Russland sendet Warnung
Der Zerstörer "USS Ross" der US-Navy trifft am 27. Juni im Hafen von Odessa zum zweiwöchigen Marine-Manöver "See Breeze" ein. (Foto: dpa)
Foto: Konstantin Sazonchik

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Die Spannungen im Schwarzen Meer waren in den letzten Wochen hoch. So hinderte die russische Marine im Juni ein britisches Kriegsschiff mit Warnschüssen und Bombenabwürfen am Durchfahren der Gewässer vor der Halbinsel Krim, die Russland im Jahr 2014 annektiert hat (die Landnahme wird jedoch vom Westen nicht als rechtmäßig anerkannt).

Die Konfrontation zwischen Russen und Briten fand kurz vor Beginn des diesjährigen "Sea Breeze"-Manövers statt, das von den USA und der Ukraine geleitet wird und an dem 32 Staaten teilnehmen.

Der stellvertretende russische Außenminister Sergej Rjabkow sagte diese Woche, dass westliche "Provokateure" eine Eskalation riskieren, und bezog sich dabei insbesondere auf die Passage des britischen Zerstörer "HMS Defender" vor der Küste der Halbinsel Krim. "Sie wären besser dran, wenn sie ihre Provokationen das nächste Mal unterlassen und sich von diesem Gebiet fernhalten würden, denn sie werden sonst einen Schlag auf die Nase bekommen", zitiert ihn Newsweek.

Weder Russland noch die Nato sind derzeit bereit, in Bezug auf das Schwarze Meer, das wichtig für Russlands Handel und Militär ist, nachzugeben. Daniel Marzluff, Kommandeur der Sechsten Flotte der US-Navy, sagte zu Newsweek, dass die Sea Breeze Manöver "wesentlich" bei der Abschreckung russischer Aggression sowie bei der Unterstützung für die Ukraine durch USA und Nato seien. Die Ukraine führt noch immer einen Krieg gegen Separatisten im Osten des Landes.

"Dies ist eindeutig der effektivste Weg, um eine einheitliche Front gegen diese Art von Schurken-Aktion zu bilden," so Marzluff im Hinblick auf die laufenden Übungen. Die regionalen Verbündeten der USA seien Amerikas "größter strategischer Vorteil" im Konflikt mit Russland. "Hier im Schwarzen Meer haben wir drei Nato-Verbündete, die bereit sind, auf jede Art von russischer Aggression zu reagieren." Er meint Rumänien, Bulgarien und die Türkei.

Russland hat indes seine eigenen Militärübungen abgehalten. Am Dienstag teilte das russische Verteidigungsministerium mit, dass in den Regionen Saratow, Amur, Irkutsk und Rjasan Langstreckenflugübungen durchgeführt wurden, an denen auch strategische Raketenträger und ein Luftbetankungsflugzeug beteiligt waren. Russland führte auch vor kurzem einen Bereitschaftstest der Luftabwehrsysteme auf der Krim durch, die Moskau dort seit 2014 befestigt hat.

Der russische Präsident Wladimir Putin betrachtet die westlichen Operationen im Schwarzen Meer als eine Verletzung der traditionellen Einflusssphäre Moskaus. Seiner Ansicht nach wollen die USA in der Region neue Militärbasen eröffnen. "Sie wissen, dass sie diesen Konflikt nicht gewinnen können: Wir würden für unser eigenes Territorium kämpfen, wir sind nicht Tausende von Meilen gereist, um an ihre Grenzen zu gelangen, sie haben es getan," sagte Putin letzte Woche.

Der Westen weist die Vorwürfe Russlands zurück. Das niederländische Außenministerium sagte im Hinblick auf eine Konfrontation mit Russland im Juni: "Die niederländischen Streitkräfte haben jedes Recht, im Schwarzen Meer zu operieren. Die niederländische Fregatte befand sich in internationalen Gewässern und operierte in Übereinstimmung mit dem internationalen Seerecht, wie es im Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen kodifiziert ist. [...] Dies war in keiner Weise als Provokation gedacht."

Ein Sprecher des US-Außenministeriums sagte, die USA seien "zutiefst besorgt" über die erklärte Absicht Russlands, ausländischen Marineschiffen die Durchfahrt durch bestimmte Teile des Schwarzen Meeres zu verwehren, darunter das Seegebiet in der Nähe der besetzten Krim. "Wir fordern Russland auf, seine Schikanen gegen Schiffe in der Region einzustellen und die Navigationsrechte aller Staaten zu respektieren, wie es das Völkerrecht vorsieht."

"Wir stehen mit unseren Verbündeten im Widerstand gegen die russische Aggression in der Ukraine, und wir bekräftigen unsere Unterstützung für die Souveränität und territoriale Integrität der Ukraine innerhalb ihrer international anerkannten Grenzen, die sich auf ihre Hoheitsgewässer erstrecken. Die Krim gehört zur Ukraine", so der Sprecher des US-Außenministeriums. Die Ukraine und Georgien drängen weiterhin auf eine volle Mitgliedschaft in der Nato.


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