Finanzen

EZB erlaubt Banken bald wieder uneingeschränkt Dividenden zu zahlen

Die Banken der Euro-Zone dürfen bald wieder ohne Einschränkungen Dividenden zahlen. Finanzinstitute sollten aber weiter zurückhaltend agieren.
24.07.2021 10:30
Lesezeit: 1 min
EZB erlaubt Banken bald wieder uneingeschränkt Dividenden zu zahlen
Die Lichter der Europäischen Zentralbank und der Frankfurter Skyline beginnen nach Sonnenuntergang zu leuchten. (Foto: dpa) Foto: Florian Gaul

Banken in der Euro-Zone dürfen ab Oktober wieder ohne Einschränkungen Dividenden zahlen. Die Europäische Zentralbank (EZB) als Aufsichtsbehörde kündigte am Freitag an, sie werde dann Kapital- und Ausschüttungspläne der Banken wieder wie vor der Pandemie bewerten. Finanzinstitute sollten aber weiter zurückhaltend agieren und bei ihren Entscheidungen das Kreditrisiko nicht unterschätzen. EZB-Chef-Bankenaufseher Andrea Enria hatte bereits Anfang Juli die Aufhebung der Einschränkungen in Aussicht gestellt.

Die Konjunktur erhole sich, was auf eine geringere Unsicherheit hindeute. "Aussagen zur Kapitalentwicklung der Banken werden dadurch verlässlicher", begründete die EZB die Entscheidung. Die Aufsicht habe die Verfahren der Geldhäuser zum Umgang mit Kreditrisiken während der Pandemie überprüft. Nun sollen ab Oktober Aktienrückkauf- und Dividendenpläne wieder Teil des normalen Aufsichtsprozesses sein.

Die EZB ist seit Herbst 2014 für die Überwachung der großen Geldhäuser im Euro-Raum zuständig. Aktuell kontrolliert sie 114 Institute, darunter in Deutschland die Deutsche Bank und die Commerzbank. Für die Überwachung der kleineren Institute sind die nationalen Behörden zuständig.

Wegen der Corona-Krise waren die Banken im Euro-Raum bislang dazu aufgerufen, bis Ende September des laufenden Jahres entweder keine oder nur in begrenztem Umfang Dividenden zu zahlen oder Aktien zurückzukaufen. In den USA dürfen die großen Institute nach einem Stresstest bereits wieder ohne Einschränkungen Dividenden an ihre Aktionäre ausschütten und Aktien zurückkaufen. Auch die Bank von England hob unlängst noch bestehende Einschränkungen auf, die im Zuge der Corona-Krise beschlossen wurden.

Die deutsche Finanzaufsicht BaFin begrüßte die Entscheidung der EZB. "Die aktuellen Entwicklungen zeigen in Richtung einer sich erholenden Wirtschaft, das berücksichtigen wir auch in unserem Aufsichtshandeln", erklärte BaFin-Direktor Raimund Röseler. Er rief die Institute zugleich dazu auf, bei den Dividendenausschüttungen weiter umsichtig vorzugehen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen

Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Wert der genannten Aktien, ETFs oder Investmentfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Mehr Informationen finden Sie in den jeweiligen Unterlagen und insbesondere in den Prospekten der Kapitalverwaltungsgesellschaften.

DWN
Politik
Politik Deutsche Geburtenrate: Zahlen fallen auf historischen Tiefstand
29.04.2026

So wenige Babys wie seit 1946 nicht mehr: Die Geburtenzahl in Deutschland sinkt 2025 laut neuen Daten auf ein historisches Tief....

DWN
Politik
Politik Druschba-Pipeline vorm Aus? Kasachstan will Öl über russische Häfen verschiffen
29.04.2026

Kommt kasachisches Öl nun per Schiff in Deutschland an? Nach der Sperre der Druschba-Pipeline durch Russland leitet Kasachstan einen Teil...

DWN
Politik
Politik Streit um Renteneintritt: Lebenserwartung steigt langsamer als Rentenalter
29.04.2026

Länger arbeiten, aber nicht länger leben? Neue Zahlen zeigen: Das Rentenalter steigt schneller als die Lebenserwartung. Die Debatte um...

DWN
Politik
Politik Rentenstreit um Basisabsicherung: Ist die Rente nicht mehr sicher?
29.04.2026

Der Bundeskanzler löst mit seiner Aussage, dass die Altersvorsorge zukünftig nicht mehr reichen wird, um den Lebensstandard der Bürger...

DWN
Technologie
Technologie KI treibt Deutschland in neue Abhängigkeit
29.04.2026

Künstliche Intelligenz wird in Deutschland schneller Alltag, als viele erwartet haben. Doch die Dominanz US-amerikanischer Anbieter und...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Lohnabgaben in Deutschland: Warum nur wenig vom Bruttolohn bleibt
29.04.2026

Deutschland zählt im OECD-Vergleich zu den Ländern mit besonders hohen Abgaben auf Löhne, während steigende Sozialbeiträge den Abstand...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsenbericht: Wall Street schließt tiefer, da Schwäche im Tech-Sektor das Anlegervertrauen erschüttert
28.04.2026

Wachsende Unsicherheiten und unerwartete Wendungen halten die Finanzwelt in Atem – was Anleger jetzt über die aktuellen Marktbewegungen...

DWN
Technologie
Technologie USB-C wird Pflicht: EU zwingt Laptop-Hersteller zum neuen Standard
28.04.2026

Die EU schreibt USB-C ab heute als Pflichtanschluss für alle neuen Laptops vor und beendet damit eine jahrelange Übergangsphase. Für...