Technologie

Chiphersteller TSMC erwägt Bau einer Chipfabrik in Deutschland

Der taiwanesische Halbleiterkonzern TSMC denkt laut über ein Werk in Deutschland nach. Dafür werden Subventionen in Milliardenhöhe nötig sein.
28.07.2021 10:00
Aktualisiert: 28.07.2021 10:00
Lesezeit: 1 min
Chiphersteller TSMC erwägt Bau einer Chipfabrik in Deutschland
Das TSMC-Logo. (Foto: dpa) Foto: David Chang

Vor dem Hintergrund des rasant wachsenden Halbleiterbedarfs denkt der taiwanesische Chiphersteller TSMC über den Bau einer Fabrik in Deutschland nach. Neben Deutschland werde auch der Aufbau eines solchen Werks in Japan geprüft, erklärte Konzernchef Mark Liu am Montag auf der Hauptversammlung. Sollten die Überlegungen realisiert werden, strebe TSMC eine Teilung der Kosten mit den Kunden oder den Ländern an.

Computerchips sind aktuell in vielen Branchen Mangelware, auch da der Bedarf während der Corona-Krise nochmals gestiegen war. Sie hatte der Digitalisierung der Welt zusätzlichen Schub verliehen. Nicht zuletzt deutsche Autobauer mussten in den vergangenen Monaten wegen des Mangels vielfach ihre Produktion pausieren. Aktuell stecken die Chip-Hersteller daher viel Geld in den Ausbau ihrer Kapazitäten.

Um die Chip-Versorgung langfristig zu sichern, streben Regionen wie die EU und Einzelstaaten verstärkt eine heimische Produktion an. So hatte erst jüngst der Chipkonzern Intel für mehr staatliche Förderung geworben. Die Deutschland-Chefin Christin Eisenschmid hatte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland gesagt, es brauche ein Umfeld, dass auch in Europa eine wettbewerbsfähige Fertigung erlaube.

So könne in Asien um 40 Prozent billiger produziert werden. Der größte Teil davon komme aus Subventionen, was seit vielen Jahren zur Industriestrategie der Regierungen in dieser Weltregion gehöre. „Eine ähnliche Förderpolitik ist auch maßgeblich, um in Europa mehr Halbleiter zu fertigen“, wurde Eisenschmid zitiert. Der US-Konzern betreibt schon eine Chipfabrik in Irland, plant einen weiteren Standort in Europa und erwartet dafür eine Förderung in Milliardenhöhe. Hoffnungen auf eine Ansiedlung macht sich Bayern.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Gold als strategischer Anker: Warum physische Substanz zählt

Wo sich die wirtschaftlichen Gewichte grundlegend verschieben, suchen Unternehmen sowie Privatanlegerinnen und Privatanleger nach...

DWN
Unternehmen
Unternehmen BMW-Aktie: Gewinn von BMW schrumpft - Jobabbau wird ausgeweitet
04.11.2026

Am Dienstagabend erschreckt der Autobauer die Märkte mit der zweiten Gewinnwarnung im laufenden Jahr. Das liegt auch daran, dass die...

DWN
Politik
Politik Machtkampf in Polen: Warum Investoren nervös werden könnten
04.11.2026

Polizisten vor dem Verfassungsgericht, eine aufgebrochene Absperrung und ein Präsident, der sich mitten in einer nächtlichen...

DWN
Finanzen
Finanzen Continental-Aktie steigt: Conti hebt nach starkem Quartal Gewinnprognose an
04.11.2026

Große Reifen für E-Autos sorgen bei Continental für Rückenwind, teurere Rohstoffe bremsen. Nun hat der Hersteller im dritten Quartal...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Ifo: Stimmung in der Autoindustrie springt nach oben
04.11.2026

Der Index springt um fast 30 Punkte. Zum ersten Mal seit mehr als zwei Jahren dreht die Einschätzung der aktuellen Lage ins Plus. Grund...

DWN
Politik
Politik Neue Angriffe auf Iran: Europas Rechnung ist bereits um 127 Milliarden Euro höher
04.11.2026

Die geschlossene Straße von Hormus wird für Europa immer teurer. Nach Angaben von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen haben...

DWN
Finanzen
Finanzen 21 Millionen Rentner: Gesetzliche Rente steigt 2027 um mehr als vier Prozent?
04.11.2026

Eine Erhöhung von mehr als vier Prozent steht voraussichtlich für Deutschlands Rentner an. Von 2028 an müssen sich Arbeitnehmer und...

DWN
Politik
Politik Wachsende Defizite: Krankenhäuser fürchten neue Milliardenlöcher und Pleiten
04.11.2026

Die Finanzlöcher deutscher Krankenhäuser werden immer tiefer: Eine Welle von Klinik-Insolvenzen wird erwartet. Um gegenzusteuern, wollen...

DWN
Politik
Politik Auch ohne Zuckersteuer: Industrie produziert weniger Zuckergetränke
04.11.2026

Weniger zuckerhaltige Cola und Limonade, mehr Light-Getränke: Die Produktion verschiebt sich. Was die Zahlen über den Durst der Menschen...