Deutschland

Zahl der Firmenpleiten fällt laut staatlich gefördertem Institut auf Rekordtief

Trotz Corona-Krise ist die Zahl der Firmenpleiten einer Studie zufolge im Juli auf einen historischen Tiefstand gefallen, behauptet ein Institut, das hauptsächlich staatlich gefördert wird.
05.08.2021 11:41
Aktualisiert: 05.08.2021 11:41
Lesezeit: 1 min

Trotz Corona-Krise ist die Zahl der Firmenpleiten einer Studie zufolge im Juli auf einen historischen Tiefstand gefallen. 639 Personen- und Kapitalgesellschaften wurden als insolvent gemeldet, wie das durch Bund und Länder geförderte Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) am Donnerstag zu seiner Untersuchung mitteilte. Das seien zehn Prozent weniger als im Vormonat und gut 25 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Frühindikatoren ließen auch im August keinen spürbaren Anstieg der Insolvenzzahlen erwarten. Die Daten basieren unter anderem auf Insolvenzbekanntmachungen der Registergerichte und Unternehmensbilanzen.

"Die anhaltend niedrigen Insolvenzzahlen spiegeln auch den lange erhofften wirtschaftlichen Aufschwung wider", sagte Steffen Müller, der die Abteilung Strukturwandel und Produktivität und die dort angesiedelte Insolvenzforschung an dem Institut leitet. Nach dem Ende vieler Corona-Auflagen laufen die Geschäfte etwa im Hotel- und Gastgewerbe wieder besser, was der deutschen Wirtschaft im zweiten Quartal zu einem Wachstum von 1,5 Prozent verholfen hat. Auch staatliche Hilfsprogramme sowie die Zurückhaltung mancher Gläubiger spiele nach wie vor eine große Rolle, sagte Müller. Hinzu kommt noch, dass die meisten Unternehmen kerngesund in die Pandemie gegangen sind und nach wie vor ein funktionierendes Geschäftsmodell haben.

Im historischen Vergleich seien diese Zahlen dennoch extrem niedrig. So meldeten vor knapp 20 Jahren im Mittel noch 2000 Personen- und Kapitalgesellschaften pro Monat Insolvenz an. Vor fünf Jahren waren es demnach immer noch mehr als 1000.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Politik
Politik EU-Energieabhängigkeit: Weg von Putin, hinein in Trumps Einfluss
06.04.2026

Die EU hat ihre Abhängigkeit von russischer Energie in den vergangenen vier Jahren deutlich reduziert. Stattdessen ist eine neue...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Der moderne CEO: Warum klassische Karrierewege nicht mehr ausreichen
06.04.2026

Immer mehr Vorstandschefs großer Konzerne werden ausgewechselt, während sich zugleich die Anforderungen an die Rolle deutlich...

DWN
Finanzen
Finanzen Steuererklärung: Welche Hilfe das Finanzamt wirklich leisten darf
06.04.2026

Das Finanzamt gilt für viele als erste Anlaufstelle bei Steuerfragen. Doch nicht jede Antwort ist erlaubt oder verbindlich. Welche Hilfe...

DWN
Technologie
Technologie KI im E-Learning: Wie ChatGPT Kursanbieter entlarvt
06.04.2026

Was früher niemand las, prüft heute eine Maschine in Sekunden. Kunden lassen Verträge, E-Books und Onlinekurse von KI analysieren und...

DWN
Panorama
Panorama Die unsichtbaren Schatzkammern der Welt: 10 Rohstoffquellen unter dem Radar
06.04.2026

Rohstoffe sind zurück im Zentrum der Weltpolitik – doch die größten Konflikte entstehen nicht in Venezuela, Iran oder China. Tiefsee,...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Elektrischer Mercedes GLC: Preise, Technik und Reichweite im Überblick
06.04.2026

Mit dem elektrischen GLC will Mercedes den Umstieg in die Elektromobilität attraktiver machen und kombiniert moderne Technik mit...

DWN
Politik
Politik AfD-Erfolg im Westen: Trotz Skandalen ist die Partei auf dem Vormarsch
06.04.2026

Trotz Vetternwirtschaftsdebatten, Extremismus-Vorwürfen und interner Konflikte gewinnt die AfD weiter an Zustimmung, auch im Westen. Das...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Techpreise steigen: Günstige PCs und Smartphones vor dem Aus
06.04.2026

Günstige Technik verschwindet schleichend aus dem Markt. Chipmangel, geopolitische Krisen und der KI-Boom treiben die Preise nach oben....