Finanzen

Münchener Beteiligungsgesellschaft Blue Cap akquiriert Verwaltungsdienstleister - und gibt Markt neue Impulse

Lesezeit: 1 min
10.08.2021 17:40
Der Markt für Beteiligungen hat unter Corona gelitten - wie viele andere Branchen. Doch jetzt macht ein deutscher Mittelständler einen ganz wichtigen Zukauf.
Münchener Beteiligungsgesellschaft Blue Cap akquiriert Verwaltungsdienstleister - und gibt Markt neue Impulse
Eine Anlage zur Produktion von Kunststoff. Auch in solche Firmen investiert Blue Cap aus München. (Foto: dpa)
Foto: Fabian Strauch

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Die Münchener Beteiligungsgesellschaft Blue Cap hat 90 Prozent an dem Händler von Elektronikbauteilen und Verwaltungsdienstleister HY-Line erworben. Wie aus einer Erklärung hervorgeht, haben die Partner eine Verkaufssumme im „unteren Bereich eines zweistelligen Millionen-Betrages“ vereinbart. Das Management von HY-Line beteiligt sich mit einem einstelligen Prozentsatz an der Akquisition, die voraussichtlich im September 2021 über die Bühne geht.

Damit stärkt Blue Cap seine Geschäfte, die immer besser laufen. Das Unternehmen hat gleichzeitig mit der Akquisition seine Ergebnisprognose für das laufenden Jahr nach oben geschraubt. Der Vorstand geht davon aus, dass sich das Ergebnis je Aktie um 20 Prozent und mehr erhöht. Darüber hinaus erwartet die Führungsriege einen Erlös zwischen 265 und 275 Millionen Euro. Damit hat sie das untere und das obere Ende der Spanne um jeweils zehn Millionen Euro gesteigert. Die EBITDA-Marge soll allerdings weiter zwischen acht und neun Prozent betragen- und zwar vorbehaltlich weiterer Beteiligungserwerbe oder -verkäufe.

An der Wortwahl wird schon klar, dass das Management auf weitere Akquisitionen setzt. Dies ist ein Zeichen, dass sich der Markt erholt, der unter der Corona-Pandemie gelitten hat. Durch den Zukauf wird die Branche wieder gestärkt. Blue Cap hält meist mehrheitliche Anteile an neun produzierenden Unternehmen aus unterschiedlichen Technikbranchen - beispielsweise für Klebstoff, für Beschichtung oder Kunststoff. Die Firmen entwickeln sich selbstständig und verfolgen jeweils eigene Wachstumsstrategien. Der Konzern beschäftigt derzeit rund 1.200 Mitarbeiter in Deutschland und weiteren europäischen Ländern.

Weitere Zukäufe nicht ausgeschlossen

HY-Line, das 40 bis 50 Millionen Euro pro Jahr erwirtschaftet, wurde 1988 gegründet und hat seinen Ursprung im Vertrieb von Elektronikkomponenten. Das Unternehmen hat sich in vergangenen Jahren immer mehr zu einem Produkt- und Systemanbieter gewandelt, der seinen Fokus auf technische Beratung und Entwicklung legt. Hauptabsatzmarkt ist Deutschland, Österreich und die Schweiz. Die Zahl der Mitarbeiter liegt bei 80, die an vier Standorten beschäftigt werden.

"HY-Line verfügt über ein außergewöhnlich differenziertes und wenig kapitalintensives Geschäftsmodell. Megatrends wie Internet of Things, Smart Home und Industrie 4.0 sowie der langfristig positive Ausblick für die einzelnen Endmärkte, wie die Medizintechnik, schaffen hervorragende Marktbedingungen und die Chance für weiteres Wachstum. Der erwartete konjunkturelle Aufschwung und die bestehende Pipeline für neue Aufträge erhöhen das Potenzial zusätzlich. Wir freuen uns zusammen mit dem Team von HY-Line die nächste Stufe des Wachstums gemeinsam zu gestalten", sagte Tobias Hoffmann-Becking, CIO von Blue Cap.


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