Politik

Asselborn spricht Österreichern und Slowenen ab, Europäer zu sein

Der Luxemburger Migrationspolitiker Jean Asselborn beschimpft Österreich und Slowenien. Beide Staaten sollten gefälligst Afghanen aufnehmen, so der Vertreter des reichen Steuerparadieses.
31.08.2021 11:32
Aktualisiert: 31.08.2021 11:32
Lesezeit: 1 min
Asselborn spricht Österreichern und Slowenen ab, Europäer zu sein
Jean Asselborn. (Foto: dpa) Foto: Oliver Dietze

Österreich hat die Kritik des luxemburgischen Einwanderungsministers Jean Asselborn an der Flüchtlingspolitik des Landes mit Blick auf Afghanistan scharf zurückgewiesen. Die Äußerungen von Asselborn seien «schlicht absurd», sagte Österreichs Außenminister Alexander Schallenberg am Dienstag. Das Land beherberge weltweit gesehen pro Kopf die viertgrößte Gemeinschaft an Afghanen und die zweitgrößte innerhalb der EU. «Es wäre zu begrüßen, würde Asselborn einen ähnlichen Grad an Solidarität und Mitmenschlichkeit zeigen. Dafür müsste Luxemburg nämlich sechs Mal so viele Afghanen aufnehmen, wie derzeit dort leben», so Österreichs Chefdiplomat.

«Die tragische Situation in Afghanistan für billigen Populismus zu missbrauchen und die Fehler aus 2015 und 2016 blind zu wiederholen, macht einen noch lange nicht zum guten Europäer», sagte Schallenberg.

Asselborn hatte der «Welt» (Dienstag) gesagt, Österreich und auch Slowenien lehnten direkte menschliche Solidarität in diesem extrem dramatischen Moment mit dem gefolterten Volk in Afghanistan ab. «Sie verlieren damit die Qualität, ein Europäer zu sein. Dagegen muss die Mehrheit der Mitgliedstaaten für die Werte der Europäischen Union stehen», sagte Asselborn.

Österreich setzt auf Hilfe vor Ort und will keine Flüchtlinge aus Afghanistan aufnehmen. Die EU-Kommission hatte kürzlich alle EU-Länder aufgerufen, über das Umsiedlungsprogramm (Resettlement) des UN-Flüchtlingshilfswerks mehr Menschen aus Afghanistan aufzunehmen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Politik
Politik EU passt Regeln im Emissionshandel an: Entlastung für die Industrie in Sicht?
02.04.2026

Die EU stellt zentrale Weichen im Emissionshandel neu und rückt dabei die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie stärker in den Fokus....

DWN
Politik
Politik Investmentpläne vor dem Iran-Krieg: Pete Hegseths BlackRock-Investition im Fokus
02.04.2026

Vor dem Iran-Krieg rücken mögliche Verbindungen zwischen US-Verteidigungsminister Pete Hegseth, BlackRock und den Finanzmärkten in den...

DWN
Politik
Politik Mehrwertsteuererhöhung auf 21 Prozent? Mehr Belastung für die Älteren und weniger für die Jüngeren
02.04.2026

Die Bundesregierung prüft eine Mehrwertsteuer-Erhöhung auf 21 Prozent. Trotz Mehreinnahmen für den Staatshaushalt sind Ökonomen...

DWN
Immobilien
Immobilien Förderprogramm "Gewerbe zu Wohnen": Leere Büros sollen neue Wohnungen werden
02.04.2026

In vielen Innenstädten stehen etliche Büros, Kaufhäuser, Hotels oder Geschäfte leer. Gleichzeitig herrscht Wohnungsmangel. Das Programm...

DWN
Politik
Politik Teilkrankschreibung im Job: Krankengeld soll in vier Stufen ausgezahlt werden
02.04.2026

Wenn Beschäftigte erkrankt sind und eine ärztliche Bescheinigung bekommen, fallen sie im Prinzip komplett aus. Über flexiblere Regeln...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Krise am Kerosinmarkt: Steht Europa vor Flugausfällen und steigenden Ticketpreisen?
02.04.2026

Steigende Kerosinpreise und gestörte Lieferketten setzen den globalen Luftverkehr zunehmend unter Druck. Droht durch die Krise am...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: Wall Street steigt aufgrund von Hoffnungen auf Iran-Waffenstillstand vor Trump-Ansprache
01.04.2026

Ein plötzlicher Stimmungswandel sorgt für grüne Vorzeichen an den Börsen, doch ein anstehendes politisches Statement könnte alles...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Steigende Spritpreise in Europa: Bekommt das Elektroauto neuen Rückenwind?
01.04.2026

Die stark gestiegenen Kraftstoffpreise rücken Elektroautos und den europäischen Automarkt erneut in den Fokus wirtschaftlicher Debatten....