Wirtschaft

Neue EU-Politik wird Lebensmittel deutlich teurer machen

Eine Studie der Christian-Albrechts-Universität erwartet infolge der veränderten EU-Landwirtschaftspolitik einen erheblichen Rückgang der Produktion und steigende Preise für Agrarprodukte.
13.09.2021 12:29
Lesezeit: 1 min

Die veränderte Agrar- und Umweltpolitik der Europäischen Union (EU) könnte laut einer Studie zu deutlich höheren Preisen für Agrarprodukte führen. Bei vollständiger Umsetzung der Farm to Fork Strategie und der Biodiversitätsstrategie würde die Produktion etwa bei Getreide, Ölsaaten und Rindfleisch um 20 Prozent sinken, wie aus der am Montag veröffentlichten Studie der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel hervorgeht. Der Direktor des Instituts für Agrarökonomie, Christian Henning, hat die Arbeit im Auftrag verschiedener Agrarverbände angefertigt.

Der Produktionsrückgang würde nach Hennings Berechnungen zu Preissteigerungen in der EU führen, die von 10 bis 20 Prozent bei Obst, Gemüse, Ölsaaten und Getreide, mehr als 30 Prozent für Rohmilch, rund 50 Prozent für Schweinefleisch und bis fast 60 Prozent für Rindfleisch reichen. Der von der EU gewünschte Rückgang der Treibhausgas-Emissionen würde sich der Studie zufolge weltweit betrachtet nicht einstellen. Einsparungen in der EU würden durch die Landwirtschaft außerhalb der EU und durch einen Wandel in der Landnutzung vollständig ausgeglichen.

Mit der Farm to Fork Strategie und der Biodiversitätsstrategie will die EU eine umweltfreundlichere Landwirtschaft durchsetzen. Dazu gehören die Verringerung des Einsatzes von Düngemitteln und Pestiziden sowie eine deutliche Ausweitung der biologischen Landwirtschaft.

Die auftraggebenden Verbände, darunter der Deutsche Bauernverband und der Industrieverband Agrar, forderten die EU auf, die Vorgaben noch einmal auf Wirksamkeit und negative Effekte zu prüfen. Die EU-Kommission müsse sicherstellen, dass der angestrebte Umbau nicht auf dem Rücken der Agrarwirtschaft stattfinde.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Finanzen
Finanzen Online-Broker-Vergleich: Die besten Aktiendepots für Anleger – Tipps zur Anbieterauswahl

Ein Online-Broker-Vergleich beginnt beim Wertpapierdepot: Ein Depot ist die Eintrittskarte zur Börse, nur mit einem Depot können Anleger...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsenbericht: Irans Feigenblatt sorgt für grüne Zahlen an der Wall Street
25.09.2026

Ein unerwarteter Wendepunkt im Nahen Osten sorgt für Bewegung an den Märkten – erfahren Sie, welche Aktien jetzt besonders profitieren.

DWN
Finanzen
Finanzen Anthropic-IPO rückt näher, OpenAI bremst: Was passiert mit den Rekord-Börsengängen?
25.09.2026

Was ist über Zeitplan, Bewertungen und Forderungen nach einer langsameren KI-Entwicklung vor den angekündigten Börsengängen bekannt?

DWN
Unternehmensporträt
Unternehmensporträt Henkel feiert 150 Jahre: Das sind die größten Herausforderungen
25.09.2026

Mit seinen bekannten Markenprodukten prägt Henkel seit Jahrzehnten den Alltag vieler Kunden. Ein Blick auf wichtige Meilensteine, Krisen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Milliardeninvestition richtet Hunderte Satelliten auf Putin
25.09.2026

Die finnische Satellitenfirma Iceye spielt bereits eine wichtige Rolle für die Ukraine und ihre Angriffe auf russische Ziele. Nun will das...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Gold für mehr als acht Milliarden Dollar: Russland meldet weitere Verkäufe
25.09.2026

Russlands Zentralbank verkauft seit Jahresbeginn kontinuierlich Gold. Fast 56 Tonnen verschwanden bereits aus den offiziellen Reserven, ihr...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Defekte Schraube an der Lenkung: Großrückruf bei VW, Audi und Seat
25.09.2026

Wegen möglicher Mängel an der Lenkung muss der Volkswagen-Konzern bundesweit fast eine Million Fahrzeuge der Marken VW, Audi und Seat in...

DWN
Politik
Politik Protest gegen den Zwang: Zehntausende Schüler gehen gegen drohende Wehrpflicht auf die Straße
25.09.2026

Die Sorge vor einer Rückkehr der Wehrpflicht treibt die Jugend auf die Straße. Mit einem bundesweiten Aktionstag fordert eine...

DWN
Politik
Politik Neue Sitzordnung und Streit um Ausschüsse: Landtag von Sachsen-Anhalt vor Neuausrichtung
25.09.2026

Im Landtag von Sachsen-Anhalt stehen vor der anstehenden konstituierenden Sitzung spürbare Veränderungen an. Neben optischen Anpassungen...