Politik

Kniefall vor Scholz? Wirbel um vernichtende Studie der Deutschen Bank zur Wirtschafts- und Finanzpolitik

Die Deutsche Bank hat im Rahmen einer Studie schwere Kritik an der Wirtschaftspolitik und offenbar auch an Finanzminister Scholz geäußert. Nun ist das Papier verschwunden, Bankchef Christian Sewing soll sich sogar bei Scholz entschuldigt haben.
21.09.2021 10:29
Aktualisiert: 21.09.2021 10:29
Lesezeit: 1 min
Kniefall vor Scholz? Wirbel um vernichtende Studie der Deutschen Bank zur Wirtschafts- und Finanzpolitik
Olaf Scholz (M, SPD), Bundesfinanzminister, und Christian Sewing, CEO Deutsche Bank, diskutieren beim Tag der deutschen Industrie des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) mit Moderatorin Isabelle Körner (l). (Foto: dpa) Foto: Bernd von Jutrczenka

Wie die Bild-Zeitung berichtet, soll die Deutsche Bank eine Studie zur allgemeinen deutschen Wirtschafts- und Finanzpolitik der vergangenen Jahre plötzlich zurückgezogen haben. Begleitet wurde die Rücknahme den Berichten zufolge von einer Entschuldigung bei Finanzminister Olaf Scholz, dessen Arbeit in der Studie offenbar besonders kritisch eingeschätzt wurde.

Die Bild-Zeitung veröffentlichte einige Kernpunkte des Papiers: So sei aus Sicht der Deutschen Bank-Analysten der Wirtschaftsstandort in Gefahr, weil Steuern und Abgaben hierzulande im internationalen Vergleich viel zu hoch seien. Die Wirtschaftspolitik sei geprägt von „Selbstzufriedenheit und Desinteresse“.

Ein anderer Punkt betrifft die Situation im gesetzlichen Rentensystem. Dieses befinde sich den Analysten zufolge in einer Schieflage, den Rentnern drohe eine „Rentenlücke“.

Schwere Kritik wurde offenbar auch an der Finanzaufsicht in Deutschland geübt, die in den Zuständigkeitsbereich von Finanzminister Scholz fällt. Trotz mehrerer Finanzskandale (Wirecard, Cum Ex, FIU-Geldwäscheeinheit) habe sich in der Behörde kaum etwas Grundlegendes verändert, es gebe im Finanzministerium Widerstand gegen die „dringend gebotenen Veränderungen“, zitiert die Bild aus dem Papier.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Finanzielle Freiheit braucht einen starken Partner

Vermögen eröffnet Möglichkeiten – und bringt zugleich Entscheidungen mit sich: Wie lässt sich das Erreichte bewahren, gezielt...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen Investment-FOMO: Warum Anleger nicht jedem Trend folgen sollten
11.10.2026

Ich las kürzlich auf Insta: „Stocks that will make you rich before 2027!! (I am only going to say that once!!).“ Drei Aktien von 12...

DWN
Immobilien
Immobilien Sachwert, Ertragswert, Vergleichswert: Wie Profis eine Immobilie bewerten
11.10.2026

Wer eine Immobilie kaufen möchte, sollte sich mit dem Vokabular rund um den Wert der Immobilie auskennen. Was Sachwert, Ertragswert und...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft E-Auto kaufen oder leasen? Der Fünf-Minuten-Check
11.10.2026

Ein E-Auto kaufen klingt einfacher, als es ist. Reichweite, Laden, Leasing, Garantien und eine Fülle neuer Technik können Einsteiger...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Schutzmaßnahmen wegen KI: Deutsche Firmen auf KI-Angriffe unzureichend vorbereitet
11.10.2026

Etwa jeder zweite Betrieb nutzt Künstliche Intelligenz. Spezielle Prozesse, um das eigene Unternehmen gegen KI-gestützte Cyberangriffe zu...

DWN
Technologie
Technologie Bekannter Allrounder: 80 Jahre Unimog - wichtiger denn je?
11.10.2026

Der Unimog ist ein Allrounder: Einst auf dem Acker zur Kartoffelernte, heute bei Kommunen, Feuerwehr oder dem Militär im Einsatz. Warum er...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Die Krise der deutschen Automobilindustrie: Wo geht die Reise hin?
11.10.2026

Die deutsche Automobilindustrie, das historische Rückgrat des nationalen Wohlstands, steckt in ihrer schwersten Krise seit Jahrzehnten....

DWN
Unternehmen
Unternehmen Umgang mit Cookies: BGH verhandelt zu Cookie-Speicherung – darum geht's
10.10.2026

Der Bundesgerichtshof prüft, ob Unternehmen für das Speichern von Cookies auf fremden Internetseiten ohne Einwilligung haften müssen....

DWN
Unternehmen
Unternehmen Uber-Robotaxis in Deutschland: Erst Stellen streichen, dann Jobs versprechen
10.10.2026

Uber streicht Tausende Stellen und verspricht gleichzeitig neue Arbeitsplätze in Deutschland. Was widersprüchlich klingt, folgt einer...