Politik

Bundestagswahl: Karl Lauterbach stellt Hans-Georg Maaßen eine Falle

Lauterbach hat Hans-Georg Maaßen als „Nazi“ bezeichnet. Wenn Maaßen sich jetzt auf einen Kleinkrieg mit dem umstrittenen SPD-Politiker einlässt, könnte sich das negativ auf das Wahlverhalten seiner potenziellen Wähler auswirken.
22.09.2021 17:00
Lesezeit: 1 min
Bundestagswahl: Karl Lauterbach stellt Hans-Georg Maaßen eine Falle
Karl Lauterbach, Gesundheitsexperte der SPD, telefoniert bei der Ankunft, vor der Regierungserklärung von der Bundeskanzlerin zur Corona-Pandemie und zum Europäischen Rat im Bundestag. (Foto: dpa)

Der SPD-Politiker Karl Lauterbach teilt über Twitter mit: „Ich kann nicht glauben, dass @bodoramelow sich hier vor @HGMaassen stellt, der mit den Nazis gemeinsame Sache macht und für mich einer ist. Das zeigt leider, dass Rot-Grün-Rot einfach keine Basis hätte.“

Jedem ist bekannt, dass die Gerichte bei Beleidigungen mit Bezug zum Dritten Reich keinen Spaß verstehen. Lauterbach dürfte klar sein, dass bei einer derartigen Beleidigung der Adressat der Beleidigung den Weg der Klage gehen würde.

Die Beleidigung ist nach § 185 StGB eine Straftat und meint die nach außen kundgetane Nichtachtung einer anderen Person – beispielsweise durch Beschimpfungen oder Worte.

Lauterbach weiß, was er sagt. Es ist nicht auszuschließen, dass Lauterbach Maaßen kurz vor der Bundestagswahl in einen Kleinkrieg verwickeln will, um das Wählerverhalten zu beeinflussen. Wenn Maaßen in diesem Fall tatsächlich den Weg der Klage geht, könnte die Gegenseite argumentieren, dass der ehemalige Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz seine Gegner mundtot machen will. So einer eignet sich nicht als Volksvertreter, könnten sie argumentieren.

Schlussendlich würde Maaßen wenige Tage vor der Bundestagswahl auch seine Energie aufbrauchen. Er würde die Zeit damit vergeuden, sich mit Lauterbach & Co. auseinanderzusetzen.

Das wäre aus Sicht von Maaßen fatal. Denn es gibt immer noch sehr viele unentschiedene Wähler, die ihre Entscheidung wahrscheinlich kurz vor dem Urnengang fällen werden.

Wahrscheinlich wäre es das beste, wenn der altgediente Verfassungsschutz-Chef den SPD-Universalexperten komplett ignoriert. Durch diese Nicht-Reaktion würde er auch eine Zustimmung bei jenen Wählern erzielen, die ihn zuvor nicht wählen wollten.

Es zeugt von Größe und Verstand, wenn man nicht auf gezielte Provokationen von Personen eingeht, die bei den Bürgern ohnehin nicht hoch im Kurs stehen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Kennzeichnung im Produktionstempo: Wie Brady die Industrie neu taktet

Produktionslinien laufen schneller denn je, doch die Rückverfolgbarkeit hinkt oft hinterher. Brady setzt genau hier an und zeigt, wie sich...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Krankenstatistik im Unternehmen: Wie Sie Fehlzeiten auswerten – mit und ohne Software
14.04.2026

Fehlzeiten sind eine betriebswirtschaftliche Größe und keine bloße HR-Kennzahl. Wer Fehlzeiten korrekt definiert, strukturell auswertet...

DWN
Unternehmen
Unternehmen BMW-Aktie: BMW verkauft weniger Autos - Es geht wieder bergab
14.04.2026

China und das Geschäft mit Elektroautos haben BMW ausgebremst. Der Elektroabsatz ist um 20 Prozent eingebrochen. In Deutschland und bei...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Russisches LNG bleibt gefragt: Europa reagiert auf angespannte Märkte
14.04.2026

Europa greift verstärkt auf russisches LNG zurück, während geopolitische Spannungen die globalen Energiemärkte neu ordnen. Wie...

DWN
Finanzen
Finanzen Inflationsschock: Steigende Lebenshaltungskosten schüren finanzielle Ängste
14.04.2026

Die Furcht vor der Inflation sitzt tief in Deutschland. Die größten Sorgen machen sich laut einer Umfrage der Allianz aber nicht...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Pleitewelle geht weiter: Firmenpleiten auch im Januar gestiegen
14.04.2026

Gastgewerbe, Bau und Verkehr trifft es besonders: Warum die Pleitewelle nicht abebbt und Experten für das laufende Quartal wenig Hoffnung...

DWN
Panorama
Panorama Lohnfortzahlung im Krankheitsfall: Was aktuell gilt
14.04.2026

Die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall ist gesetzlich geregelt, sorgt aber immer wieder für Unsicherheit. Besonders kompliziert wird es,...

DWN
Politik
Politik Er lebt im letzten Haus vor Russland und sieht Russlands hybriden Krieg aus nächster Nähe
14.04.2026

An der Grenze zu Russland zeigt sich der Hybridkrieg hautnah. Wie verändert Putins Strategie das Leben in Europa?

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: Aktien legen dank Hoffnung auf Friedensabkommen zu
13.04.2026

Ein überraschendes Signal sorgt für Aufwind an den Börsen – erfahren Sie, warum die Anleger plötzlich wieder optimistisch in die...