Deutschland

Königin der Gemeinheiten – Désirée Nick wird 65

Sie wurde Dschungelkönigin von RTL, als der Verzehr von Känguruhoden im deutschen Fernsehen noch etwas Neues war. Die Entertainerin Désirée Nick wird 65 - und blickt auf eine Karriere zwischen Theater und Trash zurück. Jetzt wäre es mal Zeit fürs Traumschiff.
25.09.2021 15:47
Aktualisiert: 25.09.2021 15:47
Lesezeit: 2 min
Königin der Gemeinheiten – Désirée Nick wird 65
Die Moderatorin Desiree Nick steht bei der Sat1-Fernsehshow Promi Big Brother 2016 vor der Kamera. (Foto: dpa)

Ohne Feinde käme sie morgens nicht aus dem Bett. Sie ist die „Queen of mean“, die Königin der Gemeinheiten, Deutschlands größte Giftspritze. Das ist ihre Kunstfigur, ihr selbstkultiviertes Image. Ob man sie mag oder nicht: Désirée Nick ist eine der größten Entertainerinnen im Lande. Sie hat noch ganz andere Seiten, aber dazu später mehr. Den größten Karriereschub verdankt sie ihrem Sieg im damals noch neuen RTL-Dschungelcamp 2004. „Es ist anstrengend, 14 Tage lang 24 Stunden am Tag Désirée Nick zu sein“, sagte sie damals nach ihrer bühnenreifen Vorstellung im Dschungel. Am 30. September wird sie 65 Jahre alt.

Ob „Promi Big Brother“, „Dancing on Ice“, „Promis unter Palmen“, „Die Promi-Singles“ - sie machte bei so vielen Fernsehformaten mit, dass die Leute sie nicht mehr googlen müssen. Austeilen, auch unter der Gürtellinie, ist ihre Spezialität, so wie in der Kneipen-Sendung „Der Klügere kippt nach“. Da sagte sie: „Jedes Mal wenn ich Dieter Bohlen im Fernsehen sehe, da frage ich mich, wie müssen wohl inzwischen seine Eier aussehen.“

Noch so ein Nick-Satz findet sich in einem „Welt“-Interview: „Die Pornoästhetik ist im Mainstream angekommen. Da hat auch Frau Katzenberger schwere Arbeit geleistet.» Manchmal gibt es auch recht viel Information von ihr: Dass sie seit sieben Jahren keinen Sex habe, klinge dramatisch, sei aber «eine körperliche Entlastung“, erzählte sie der „Bild“-Zeitung 2018.

Ihre Nähe zum Reality-TV begründete Nick mit einem Mangel an anderen Angeboten. „Das ist doch meine einzige Möglichkeit, mich Leuten zu zeigen, die nicht ins Theater gehen. Jeder hat ein Recht auf Désirée Nick“, sagte sie der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. „Und auf die Idee, für Frau Nick mal eine eigene Serie zu schreiben oder ein eigenes Fernsehformat, auf die kommt ja keiner. Oder Frau Nick mal ins Traumschiff einzubauen. Oder bei Rosamunde Pilcher.“ Sie könne nur die Chancen nutzen, die sie kriege.

Hinter der Fassade der blonden Läster-Diva steckt eine Frau, die auch ernst sein kann. Und philosophisch: „Die grausamste Bestie von allen ist der Mensch“, sagte sie, als sie 2011 das Dschungelcamp analysierte. In der Dokusoap „Prominent und obdachlos“ zog sie zu Menschen auf die Straße und warb dafür, Anteil an ihrem Schicksal zu nehmen.

Was nicht sehr bekannt ist: Nick, geboren in Berlin-Charlottenburg, wurde als klassische Balletttänzerin ausgebildet und zählt die Deutsche Oper in Berlin, die Bayerische Staatsoper und den Pariser Lido zu ihren Stationen. Drei Jahre lang arbeitete sie als katholische Religionslehrerin.

In den 90er Jahren begann ihre Kabarettkarriere. Ihre Programm tragen Titel wie „Retro-Muschi“ oder „Désirée – Superstar. Sturzgeburt einer Legende“. Die Liste ihrer Theaterrollen ist lang, darunter waren „Die Zirkusprinzessin“ an der Komischen Oper in Berlin oder die „Odyssee“ bei den Bad Hersfelder Festspielen. Auch bei einer Volksbühnen-Inszenierung von René Pollesch machte sie mit.

Wolfgang Joop ist Patenonkel ihres Sohnes Oscar (24), der Modedesigner ist mit Nick befreundet. Warum so eine Frau eigentlich Single sei? Das sei kein Wunder, sagte Joop im „Bild am Sonntag“-Interview. „Wer so viele Ansprüche an sich selbst hat, verschreckt viele.“

Das Alter und die Männer, das hat sie immer wieder zum Thema gemacht. Ein aktuelles Projekt ist ihr Plauder-Podcast „Lose Luder“. Sie hat elf Bücher veröffentlicht. Das jüngste heißt „Der Lack bleibt dran!“ (Gräfe und Unzer). Darin schreibt Nick: „Nicht nur, dass ich ab 40 sowieso immer attraktiver geworden bin, ich sah nie besser aus als heute. Mag am Typ liegen, für mich ist es beschlossene Sache, dass ich mit 80 Jahren von allen die Schönste sein werde.“

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Unternehmen
Unternehmen Historische Marke: Musks Vermögen überschreitet 800 Milliarden Dollar
14.02.2026

Elon Musk überschreitet als erster Unternehmer die 800-Milliarden-Dollar-Marke und baut seinen Vorsprung an der Spitze der Forbes-Liste...

DWN
Politik
Politik Chinas Militär im Umbruch: Xi Jinpings Strategie im Taiwan-Konflikt
14.02.2026

Chinas Führung greift tief in die militärische Machtstruktur ein und ordnet die Spitzen der Streitkräfte neu. Welche Folgen hat dieser...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Was Wirtschaftsprüfer zuerst prüfen: Wie Unternehmen bei der Prüfung bestehen
14.02.2026

Unternehmen stehen bei Abschlussprüfungen unter wachsendem regulatorischem Druck und steigenden Transparenzanforderungen. Entscheidet sich...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Mercedes-Benz S-Klasse: Software als zentraler Entwicklungsfaktor im Luxussegment
14.02.2026

Mercedes-Benz modernisiert die S-Klasse umfassend und rückt Software, Digitalisierung und Komfort stärker in den Fokus. Welche Rolle...

DWN
Technologie
Technologie KI-Wettbewerb: Experten wollen mehr Rechenzentren für Europa
14.02.2026

Die USA haben sechsmal mehr Rechenpower als China, Europa liegt weit dahinter. Experten raten zu großen Investitionen, um im KI-Rennen...

DWN
Politik
Politik Führerscheinreform: Bund legt Führerschein-Paket vor
14.02.2026

Der Führerschein soll günstiger werden, sagt die Bundesregierung. Verkehrsminister Schnieder stellt weiterentwickelte Vorschläge vor....

DWN
Politik
Politik Trumps Zollpolitik: Milliarden-Einnahmen, aber ein Desaster für Jobs und Vertrauen
14.02.2026

Trumps Zollpolitik sollte Amerika befreien, die Industrie stärken und Arbeitsplätze zurückholen. Die Realität sieht anders aus: Zwar...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsen: US-Börsenwoche endet rot: Angst vor KI schluckt Inflationsfreude
13.02.2026

Obwohl frische Inflationsdaten den wichtigsten Indizes am Freitagmorgen kurzzeitige Unterstützung boten, wurde der Ausgang des...