Technologie

Rückgang bei Industrierobotern: Deutschland droht im weltweiten Wettlauf den Anschluss zu verlieren

Trotz seiner führenden Rolle bei der industriellen Automatisierung in Europa gerät der Standort Deutschland im globalen Vergleich ins Hintertreffen. Während internationale Wettbewerber den Robotereinsatz massiv forcieren, bremst eine nachlassende Investitionsbereitschaft den heimischen Ausbau.
07.10.2026 08:43
Lesezeit: 2 min
Rückgang bei Industrierobotern: Deutschland droht im weltweiten Wettlauf den Anschluss zu verlieren
Während China und die USA bei der Automatisierung boomen, sinkt die Zahl neuer Industrieroboter in Deutschland um acht Prozent (Foto: dpa).

Sinkende Installationen trotz starker EU-Position

Während Nationen wie China und die USA die Automatisierung ihrer Industrie weiter beschleunigen, verzeichnet Deutschland einen Rückgang bei den Neuanschaffungen. Laut Angaben des Branchenverbands International Federation of Robotics (IFR) mit Sitz in Frankfurt wurden im vergangenen Jahr bundesweit 24.800 neue Industrieroboter in Betrieb genommen. Dies entspricht zwar 41 Prozent sämtlicher Neuzugänge in der Europäischen Union entspricht, aber bedeutet gleichzeitig einen Rückgang um acht Prozent.

Trotz dieser Entwicklung bewege sich die industrielle Automation im Land nach Einschätzung von IFR-Präsidentin Jane Heffner weiterhin auf einem hohen Niveau. Im weltweiten Ranking der jährlichen Neuinstallationen belegt Deutschland hinter Südkorea, Japan, den USA und China den fünften Platz. Als Hauptursache für das Minus im Inland nennt der Verband eine gesunkene Nachfrage aus dem verarbeitenden Gewerbe.

Autoindustrie investiert weniger

Vor allem die schwache Nachfrage aus der deutschen Autoindustrie bremse die Entwicklung, so die IFR. Zwar bleibe die Branche mit 5.800 neu installierten Robotern und einem Anteil von 23 Prozent der größte Abnehmer von Robotern, 2020 habe ihr Anteil allerdings noch bei 40 Prozent gelegen und gehe seitdem deutlich zurück. Vor allem die schwachen Absätze bei Elektrofahrzeugen sowie politische und wirtschaftliche Unsicherheiten hielten Investitionen zurück. Auch in der metallverarbeitenden Industrie und der Chemie- und Kunststoffindustrie seien die Installationen zurückgegangen.

Für 2026 rechnet die IFR mit einem weiteren Rückgang der Gesamtnachfrage. Ab 2027 dürften die Installationszahlen hingegen wieder steigen. Wachstumspotenzial sehen die Experten vor allem bei kleinen und mittleren Unternehmen.

China baut Vorsprung aus

China installierte 2025 nach Angaben der IFR 354.000 Industrieroboter. Von fünf weltweit installierten Anlagen seien demnach inzwischen drei Stück chinesisch, ein neuer Höchststand. China verfolge seit zehn Jahren eine nationale Robotikstrategie und habe seitdem eine beispiellose Aufholjagd bei der Modernisierung im produzierenden Gewerbe hingelegt, so Heffner.

In der chinesischen Elektro- und Elektronikindustrie wurden mit 96.400 Einheiten rund 16 Prozent mehr als im Vorjahr installiert. Die chinesische Autoindustrie erreichte mit 78.900 installierten Robotern einen neuen Höchststand.

Auch die USA machen laut IFR schnelle Fortschritte. Sie überholten demnach erstmals Japan und wurden zum zweitgrößten Markt der Welt für jährliche Neuinstallationen.

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