Finanzen

Dax rutscht nach vier Monaten wieder unter Marke von 15.000 Punkten

Die Dax-Anleger haben zum Wochenschluss die Finger von Aktien gelassen. Der deutsche Leitindex ist erstmals seit viereinhalb Monaten wieder unter die Marke von 15.000 Punkten gefallen.
01.10.2021 09:42
Aktualisiert: 01.10.2021 09:42
Lesezeit: 1 min

--- UPDATE ---

Der Dax kann sich zum Börsenschluss über der 15.000er Marke halten. Er schließt mit 15.156 Punkten (-0,7 Prozent)

--- ENDE UPDATE ---

Der Dax ist zum Wochenschluss auf Tauchstation gegangen. Die Furcht vor einer baldigen Straffung der US-Geldpolitik und Konjunktursorgen drückten den deutschen Leitindex erstmals seit viereinhalb Monaten wieder unter die Marke von 15.000 Punkten. In der Spitze rutschte er um 1,8 Prozent auf 14.983 Zähler ab. Der EuroStoxx50 notierte zeitweise 1,6 Prozent schwächer.

"Das positive Börsenbild hat sich den vergangenen Wochen deutlich verschlechtert," sagte Jochen Stanzl, Chef-Marktanalyst bei CMC Markets. So dürfte nicht nur der geldpolitische Geleitschutz der Börsen durch die Notenbanken zeitnah wegfallen. Auch drohe die Wachstumsfantasie nach der Krise wegen der weltweiten Störung der Lieferketten und Rohstoffknappheit im Keim zu ersticken.

US-Notenbankchef Jerome Powell hatte angesichts der erhöhten Inflationsgefahren zuletzt einen strafferen Kurs der Fed signalisiert. Dies bestärkte die Finanzmärkte in der Erwartung, dass die Fed schon bald den Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik einleiten und womöglich 2022 die Zinswende vollziehen wird.

Der US-Währung verlieh dies in den vergangenen Tagen ordentlich Rückenwind: Der Dollar-Index steuerte mit einem Wochenplus von 1,1 Prozent auf den größten Wochengewinn seit Juni hin. Der Euro verlor im selben Zeitraum knapp eineinhalb US-Cent auf 1,1574 Dollar.

KORREKTURPOTENTIAL FÜR DEN DOLLAR?

Derzeit komme am Dollar keiner vorbei, urteilte Commerzbank-Analystin Antje Praefcke. "Trotzdem besteht nach der Aufwärtsbewegung der letzten Tage natürlich auch ein gewisses Korrekturpotential, sollten US Konjunkturdaten hinter den Markterwartungen zurückbleiben." Am Nachmittag werden aus Amerika unter anderem die Konsumausgaben und das Verbrauchervertrauen erwartet.

Unter den Einzelwerten trotzten BWM dem Negativtrend und legten 1,8 Prozent zu. Sie waren damit Spitzenreiter im Dax. Der Autobauer hatte am Donnerstag nach Börsenschluss seine Prognose zum zweiten Mal in diesem Jahr angehoben. Höhere Preise für Neu- und Gebrauchtwagen sowie aufgelöste Rückstellungen lassen den Münchner Konzern zuversichtlicher auf das Gesamtjahr blicken.

Auf der Verliererseite zählten die Aktien von Sartorius, Deutsche Bank und Zalando mit Abschlägen zwischen 4,3 und 1,8 Prozent zu den schwächsten Werten.

AO WORLD VERSCHRECKEN ANLEGER MIT AUSBLICK

In London sorgte vor allem AO World für Gesprächsstoff. Der Internet-Elektrogerätehändler rechnet für das Geschäftsjahr 2022 mit einem geringeren Gewinnwachstum und verschreckte damit seine Anleger. Die Aktien rutschen in der Spitze um rund 20 Prozent ab. Das Unternehmen teilte mit, das der Motor für das Umsatzwachstum im ersten Halbjahr sei durch einen Mangel an Auslieferungsfahrern und weltweite Lieferkettenprobleme ins Stottern gekommen.

Mehr zum Thema
article:fokus_txt

Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Wert der genannten Aktien, ETFs oder Investmentfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Mehr Informationen finden Sie in den jeweiligen Unterlagen und insbesondere in den Prospekten der Kapitalverwaltungsgesellschaften.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Nvidia-Chef Huang auf dem WEF in Davos: Hier könnte Europa an den USA vorbeiziehen – „einmalige Chance“
21.01.2026

Europas starke industrielle Basis verschafft dem Kontinent eine einmalige Chance, die Vorteile der Künstlichen Intelligenz (KI) gezielt zu...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Zolldeal mit USA auf Eis: EU-Parlament reagiert auf Trump
21.01.2026

Der EU-Zolldeal gerät plötzlich ins Wanken: Das Europäische Parlament stoppt zentrale Arbeiten, nachdem neue Drohungen aus Washington...

DWN
Finanzen
Finanzen Intel-Aktienkurs springt an: Jetzt zählen die Intel-Zahlen
21.01.2026

Nach einer starken Rally erreichen die Intel-Aktien den höchsten Stand seit Jahren. Doch vor den anstehenden Quartalszahlen wächst die...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft BDI warnt: Deutsche Industrie zwischen Stillstand und Hoffnungsschimmer
21.01.2026

Deutschlands Industrie ringt um den Ausweg aus einer zähen Krise, während neue US-Zölle drohen und die Stimmung fragil bleibt. Auch...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Weltwirtschaftsforum Davos: JP Morgan-Chef Dimon weicht Fragen zu Trumps Außenpolitik aus
21.01.2026

JP Morgan-Chef Jamie Dimon sagt, die USA hätten recht, Europa unter Druck zu setzen, seine Verteidigungsfähigkeit auszubauen....

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Boris Vujčić wird EZB-Vizepräsident: Ein neuer Akteur in der Führungsebene
21.01.2026

Die Europäische Zentralbank steht vor einer Phase tiefgreifender personeller und strategischer Weichenstellungen. Welche Bedeutung kommt...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Mercosur-Abkommen gestoppt: Europaparlament bringt Mercosur-Deal vor Gerichtshof
21.01.2026

Am Freihandelsabkommen der EU mit den Mercosur-Staaten gibt es viel Kritik. Das Europäische Parlament lässt den Deal jetzt vom obersten...

DWN
Politik
Politik Kommt die Zuckersteuer? Leopoldina: Deutschland würde von Zuckersteuer profitieren
21.01.2026

Andere Länder haben mit einer Zuckersteuer bereits gute Erfahrungen gemacht. Experten der Akademie der Wissenschaften ermuntern zur...