Unternehmen

Österreichs Ölkonzern OMV soll aufgespalten werden

Der Öl-, Gas- und Chemiekonzern OMV steht vor der Aufspaltung. Auf diese Weise wird ein erheblicher Teil des Unternehmens von der Börse genommen.
30.10.2021 12:59
Lesezeit: 1 min

Der Wiener Öl-, Gas- und Chemiekonzern OMV soll in zwei Unternehmen aufgespaltet werden, berichtet die Tageszeitung "Kurier" am Samstag ohne Angabe einer Quelle. Der Bereich Exploration und Produktion, also die Suche und Förderung von Öl und Gas, soll aus der OMV herausgelöst werden und in eine eigene Gesellschaft eingebracht werden, an der sich Investoren mehrheitlich beteiligen sollen. Das Raffineriegeschäft und die neue Sparte Chemie sollen hingegen in der börsennotierten OMV bleiben.

Die neue Energie-Gesellschaft wird dem Bericht zufolge nicht an der Börse notieren. Die für die Öl- und Gasförderung notwendigen laufenden, hohen Investitionen sollen künftig nicht mehr von der OMV kommen, sondern von den neuen Eigentümern. Ob die teilstaatliche OMV und/oder die Staatsholding ÖBAG Minderheitsanteile halten werden sei noch offen, heißt es in dem Bericht.

Die OMV wollte sich auf Anfrage der Nachrichtenagentur Reuters nicht dazu äußern. "Wir arbeiten gegenwärtig an der neuen Strategie und werden diese im ersten Quartal 2022 präsentieren", sagte ein Unternehmenssprecher.

Die OMV steht so wie die größeren Ölkonzerne Shell oder BP angesichts der Energiewende stark unter Druck. Während die Ölmultis einen Radikalumbau in Richtung Wind, Solar und Wasserstoff vorantreiben, setzt die OMV auf Chemie und Kreislaufwirtschaft. OMV-Chef Alfred Stern kündigte bereits an, dass der Konzern vor dem größten Wandel in der Unternehmensgeschichte steht.

Der mit dem milliardenschweren Kauf des Petrochemiekonzerns Borealis eingeschlagene Weg in Richtung Chemie soll fortgesetzt werden. Weitere Details wurden bisher nicht genannt. Geplant ist, dass der Aufsichtsrat die neue Strategie vor Jahresende absegnen und sie im ersten Quartal der Öffentlichkeit präsentiert wird. An OMV ist der Staat zu 31,5 Prozent beteiligt. Zweiter Großaktionär mit 24,9 Prozent ist der österreichische Mubadala Petroleum, der Staatsfonds aus Abu Dhabi.

Dem "Kurier" zufolge könnte die OMV sechs bis acht Milliarden Euro an frischem Kapital für die neue Gesellschaft einnehmen. Dieses Geld soll in die Petrochemie investiert werden, die dann schneller expandieren könnte als aus eigner Kraft. In fünf bis sechs Jahren sollen beide Unternehmen so groß sei wie die OMV heute.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen

 

DWN
Politik
Politik Grenzwerte: Umweltbundesamt bestätigt ausreichende Luftqualität in Deutschland
15.02.2026

Die Europäische Union gibt Grenzwerte vor, die in den Ländern eingehalten werden müssen. Die Luftqualität in Deutschland hat im...

DWN
Technologie
Technologie Elektronische Patientenakte spärlich genutzt: Gesundheitsministerin will ePA attraktiver machen
15.02.2026

Gesundheitsministerin Nina Warken weiß, dass bisher nur ein Bruchteil der gesetzlich Versicherten die sogenannte ePA aktiv nutzen. Sie...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft EZB setzt auf strikte Regeln für Banken: Kapital als Stabilitätsanker
15.02.2026

Die EZB hält trotz politischen Drucks an strikten Kapitalregeln für Banken fest und warnt vor Risiken für die Finanzstabilität. Welche...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Historische Marke: Musks Vermögen überschreitet 800 Milliarden Dollar
14.02.2026

Elon Musk überschreitet als erster Unternehmer die 800-Milliarden-Dollar-Marke und baut seinen Vorsprung an der Spitze der Forbes-Liste...

DWN
Politik
Politik Chinas Militär im Umbruch: Xi Jinpings Strategie im Taiwan-Konflikt
14.02.2026

Chinas Führung greift tief in die militärische Machtstruktur ein und ordnet die Spitzen der Streitkräfte neu. Welche Folgen hat dieser...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Was Wirtschaftsprüfer zuerst prüfen: Wie Unternehmen bei der Prüfung bestehen
14.02.2026

Unternehmen stehen bei Abschlussprüfungen unter wachsendem regulatorischem Druck und steigenden Transparenzanforderungen. Entscheidet sich...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Mercedes-Benz S-Klasse: Software als zentraler Entwicklungsfaktor im Luxussegment
14.02.2026

Mercedes-Benz modernisiert die S-Klasse umfassend und rückt Software, Digitalisierung und Komfort stärker in den Fokus. Welche Rolle...

DWN
Technologie
Technologie KI-Wettbewerb: Experten wollen mehr Rechenzentren für Europa
14.02.2026

Die USA haben sechsmal mehr Rechenpower als China, Europa liegt weit dahinter. Experten raten zu großen Investitionen, um im KI-Rennen...