Deutschland

Auto-Insider: Verbot von Verbrennungsmotoren kostet halbe Million Arbeitsplätze

Die EU-Kommission hat ein faktisches Verbot von Verbrennungsmotoren durchgesetzt - mit möglicherweise schwerwiegenden Folgen.
21.12.2021 10:03
Lesezeit: 1 min

Das ab 2035 geltende faktische Verbot von Verbrennungsmotoren wird schwerwiegende Folgen für die Autobranche und ihre Zulieferer auf dem europäischen Kontinent haben. Rund 500.000 Arbeitsplätze könnte das Verbot kosten, wie aus einer vom Europäischen Verband der Zulieferbetriebe CLEPA in Auftrag gegebenen Umfrage unter fast 100 Betrieben hervorgeht. Durchgeführt wurde die Umfrage von der Beratungsgesellschaft PwC.

Schon bereits ab dem Jahr 2030 könnte der Abbau der Stellen demnach beginnen. Allerdings würden im Zuge der Umstellung auf Elektroautos angeblich auch rund 220.000 Stellen geschaffen.

CLEPA, welches europaweit rund 3.000 Zulieferbetriebe aus der Automobilindustrie vertritt, kritisiert das von der EU-Kommission erwirkte Verbot und fordert die Förderung flexiblerer Übergangsregel und -technologien. „Die Bedürfnisse unserer Gesellschaften sind viel zu unterschiedlich, um sie mit einem alles dominierenden Totalanspruch abzudecken. Die Nutzung von Hybrid-Anrtieben, grünem Wasserstoff und aus nachhaltigen Quellen gewonnenem Treibstoff wird die Innovation mehr fördern und die Mobilität in den kommenden Jahrzehnten definieren“, zitiert die Financial Times Sigrid de Vries, die Generalsekretärin des Verbands.

Zuletzt hatte Deutschlands größter Zulieferer Continental vor einer sozialen Schieflage gewarnt, würden die ehrgeizigen politischen Pläne zur Abschaffung des Verbrennungsmotors wie geplant umgesetzt. „Wir können uns transformieren, aber wir können keine Brüche in Kauf nehmen. Die für den Klimaschutz notwendigen Vorbedingungen zu schaffen bedeutet nicht nur, die Transformation zu beschleunigen, sondern auch, eine Massenarbeitslosigkeit zu verhindern“, sagte das Vorstandsmitglied Ariane Reinhart.

Vor einigen Monaten hatte ein anderer Top-Manager von Continental Schlagzeilen gemacht, weil er vor der „politischen Zerstörung der deutschen Autoindustrie“ warnte.

Auch Carlos Tavares, der Vorstandsvorsitzende des Automobilherstellers Stellantis, warnt vor einigen Wochen vor einer Überforderung der Branche durch die politischen Vorgaben zum „Klimaschutz“ und vor dem Verlust einer großen Zahl an Arbeitsplätzen.

Vergangenes Jahr kam eine von der Bundesregierung beauftragte Studie zu dem Ergebnis, dass dem Schwenk zur E-Mobilität alleine in Deutschland 400.000 Arbeitsplätze zum Opfer fallen könnten.

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