Deutschland

Besucherzahlen in Museen brechen um 70 Prozent ein

Die Corona-Pandemie hat die Besucherzahlen in deutschen Museen einbrechen lassen. Im vergangenen Jahr ging die Zahl der verkauften Tickets um knapp 70 Prozent auf knapp 33,6 Millionen zurück.
18.12.2021 13:55
Lesezeit: 1 min

Die Corona-Pandemie hat die Besucherzahlen in deutschen Museen einbrechen lassen. Im vergangenen Jahr ging die Zahl der verkauften Tickets um knapp 70 Prozent auf knapp 33,6 Millionen zurück. Das geht aus den am Freitag veröffentlichten Zahlen für 2020 des Instituts für Museumsforschung in Berlin hervor. Nach Jahrzehnten stetig steigender Besuchszahlen mit zuletzt 111,6 Millionen Tickets in 2019 sieht das Institut nun „eine historische Zäsur“ für den Museums- und Ausstellungssektor.

Von den kontaktierten 6484 Museen meldeten den Angaben zufolge 45 Prozent ihre Besuchszahlen an das Institut. Weitere zehn Prozent waren demnach wegen Umbauarbeiten oder pandemiebedingt nicht geöffnet.

Die Lockdowns des ersten Coronajahres hatten für die Museen unterschiedliche Schließzeiten zur Folge. Insgesamt wurden die Museen zwischen 96 Tagen in Thüringen und 118 Tagen in Schleswig-Holstein von offizieller Seite zugemacht. Zudem konnten Einrichtungen, die sich im Sommer zu einer Öffnung entschlossen, ihre vorhandenen Besuchskapazitäten wegen der Hygieneauflagen nicht ausschöpfen.

Auch die extra erhobenen Zahlen in den Ausstellungshäusern sind deutlich gesunken. Das Institut verzeichnete hier mehr als 2,3 Millionen Besucherinnen und Besucher, was einem Rückgang von gut 57 Prozent entspricht. Von den angeschriebenen 505 Häusern meldeten 60 Prozent ihre Zahlen für 2020.

Viele Einrichtungen verstärkten in der Pandemie ihre digitale Präsenz. 1449 Museen meldeten zusammen 3599 Sonderausstellungen. 11,6 Prozent davon wurden digital präsentiert, 2,1 Prozent waren rein digitale Ausstellungen. 36 Museen gaben an, ihre digitalen Aktivitäten ausgeweitet zu haben. Sie haben demnach nicht nur bestehende Angebote ins Netz verlagert (13 Prozent), sondern in vielen Fällen auch neue digitale Inhalte und Medien entwickelt (20 Prozent) oder ihre Aktivitäten auf Social Media intensiviert (25 Prozent).

„Obwohl die Museen mindestens drei Monate nicht für die Öffentlichkeit öffnen konnten, waren sie doch immer da“, sagte Institutsdirektorin Patricia Rahemipour laut Mitteilung. „Sie haben die Zeit genutzt, um mit ihren Sammlungen zu forschen und zu arbeiten und innovative, oftmals digitale Angebote zu entwickeln. Die Krise hat der Digitalisierung zu einem unglaublichen Schub verholfen.“ Aus Sicht von David Vuillaume, Geschäftsführer des Deutschen Museumsbundes, haben die Museen gut reagiert. „Sie haben sich von Anfang an als umstellungsbereit und umstellungsfähig erwiesen.“

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Goldgedeckte Digitalwährungen als Brücke zwischen Sachwerten und Finanztechnologie

Steigende Inflation, geopolitische Unsicherheiten und die fortschreitende Digitalisierung verändern die Anforderungen an moderne Formen...

DWN
Finanzen
Finanzen Iran-USA-Abkommen: Diese Aktien profitieren am meisten vom Friedensvertrag
19.06.2026

Sollte der Friedensvertrag zwischen den USA und dem Iran dauerhaft Bestand haben, werden Anleger einen Kurswechsel vornehmen und sich auf...

DWN
Finanzen
Finanzen Bitcoin-Kurs: Kryptowährungen gehören der Vergangenheit an – oder sind sie doch die Zukunft?
19.06.2026

Der Bitcoin-Kurs hat in den vergangenen Monaten massiv an Wert verloren, die Skepsis bei vielen Privatanlegern bleibt groß. Doch...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Krieger ohne Besatzung: KI-Panzer erobern das Schlachtfeld der Zukunft
19.06.2026

Die Rüstungsindustrie setzt auf unbemannte Landsysteme: Auf der Pariser Messe Eurosatory zeigen Konzerne wie Rheinmetall und Renk autonom...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Fed-Zinsentscheid: Trumps Zinshoffnung zerbricht
19.06.2026

Die Fed sollte eigentlich den Weg für sinkende Zinsen öffnen. Stattdessen verschärft sie den Ton, hebt ihre Inflationsprognose an und...

DWN
Panorama
Panorama DWN-Podcast Folge 30: Die Woche im Rückblick – KW 25
19.06.2026

Unser neuer Podcast ist da: Die ganze Woche in sieben Minuten. Der DWN-Wochenrückblick bringt die Themen, die zählen – eingeordnet,...

DWN
Politik
Politik Eklat in Brüssel: Merz bremst EU-Ratspräsident nach geheimem Russland-Vorstoß aus
19.06.2026

Ein diplomatischer Alleingang von EU-Ratspräsident António Costa hat beim Brüsseler Gipfel für schweren Zoff gesorgt. Costa hatte ohne...

DWN
Politik
Politik Wendepunkt am Golf: USA beenden Iran-Blockade
19.06.2026

Nach dem Rahmenabkommen mit Teheran haben die USA ihre wochenlange Seeblockade iranischer Häfen aufgehoben. Doch der geplante Start der...

DWN
Politik
Politik Nervenkrieg im Norden? Vizeadmiral warnt vor aggressiverem Russland in der Ostsee
19.06.2026

Die Ostsee wird zunehmend zum Pulverfass: Flottenbefehlshaber Vizeadmiral Axel Deertz warnt vor einem immer potenteren und aggressiveren...