Deutschland

Experte Dudenhöffer: Deutsche Autoproduktion seit 2017 halbiert

Nach Angaben des Automobil-Experten Ferdinand Dudenhöffer geht die Automobilproduktion in Deutschland deutlich zurück.
21.12.2021 16:18
Lesezeit: 1 min
Experte Dudenhöffer: Deutsche Autoproduktion seit 2017 halbiert
Fahrzeuge vom Typ Ford Fiesta fahren am Fließband durch die Werkhalle. (Foto: dpa) Foto: Oliver Berg

Der Automobilstandort Deutschland hat unter der Halbleiterkrise deutlich stärker gelitten als andere Länder. In diesem Jahr werden hierzulande nur 2,85 Millionen Pkw vom Band laufen, wie eine am Dienstag veröffentlichte Studie des privaten Center Automotive Research (CAR) zeigt. Das wären 50 Prozent weniger als im Jahr 2017 und so wenige wie seit dem Ölkrisenjahr 1974 nicht mehr, wie Studienleiter Ferdinand Dudenhöffer anmerkt. Zuerst hatte die „Welt“ über die Ergebnisse berichtet.

Von der Halbleiterkrise seien die Fabriken in Deutschland überproportional betroffen, heißt es in der Studie. In den jeweils größeren Produktionsstandorten USA, China, Japan, Südkorea und Mexiko waren die Rückgänge der Produktion prozentual deutlich geringer. In Indien ist die Autoproduktion 2021 sogar gewachsen. Die großen deutschen Autobauer VW, Mercedes-Benz und BMW hätten jeweils ihre inländische Produktion stärker gekappt als die Montage in den ausländischen Märkten.

Dudenhöffer sieht in den Zahlen ein deutliches Warnsignal für die Schwächen des Standortes, der sich im kommenden Jahr dennoch erholen werde. „In Krisenzeiten verliert der Standort erheblich“, sagte der Auto-Experte. Neben den hohen Preis- und Kostenstrukturen etwa bei der Elektrizität habe auch die soziale Absicherung der Beschäftigten durch Kurzarbeitergeld eine Rolle gespielt. Der Opel-Mutterkonzern Stellantis habe beispielsweise am Standort Eisenach die Regelungen gerne mitgenommen, die Menschen in Kurzarbeit geschickt und das dort angesiedelte Modell Grandland in Frankreich weiter gebaut.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Politik
Politik EU-USA-Abkommen: Brüssel bekommt nicht, was es wollte, aber was es braucht
24.05.2026

Bernd Lange, Chef des Ausschusses für den Außenhandel des Europäischen Parlaments, glaubt, dass die EU ein Sicherheitsnetz gegen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Neuer EQT-Vorsitzender Salata: „Mit Geld kommt Verantwortung“
24.05.2026

Der chilenische Milliardär Jean Eric Salata hat nun den Vorsitz bei der schwedischen Private-Equity-Gesellschaft EQT übernommen....

DWN
Politik
Politik Russischer Topökonom: „Putin wird bald begreifen, dass die Zeit nicht auf seiner Seite ist“
24.05.2026

Sergej Guriev, russischer Ökonom im Exil, gilt als einer der weltweit führenden Experten für Russlands Wirtschaft. Im Interview schätzt...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Offshore-Windkraft vor Comeback: Energieriesen setzen wieder auf Europa
23.05.2026

Die Offshore-Windkraft hat schwere Jahre hinter sich. Jetzt wittern Energieriesen in Europa wieder Chancen, doch aus Optimismus wird nur...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft 39 Billionen Dollar Schulden: Amerikas größter Gläubiger heißt Amerika
23.05.2026

Die USA häufen alle drei Monate eine Billion US-Dollar Schulden an und zahlen inzwischen mehr als eine Billion Dollar Zinsen pro Jahr. Wer...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Mythos Fachkräftemangel beendet: Deutschlands Arbeitsmarkt bricht langfristig ein
23.05.2026

Schwache Frühjahrsbelebung, keine Trendumkehr: Der deutsche Arbeitsmarkt kippt langfristig in eine neue Massenarbeitslosigkeit. Warum es...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Fußball-WM 2026: Sporthändler hoffen auf Umsatzboom durch Trikotverkäufe – ist das realistisch?
23.05.2026

Fußball-WM als Umsatzmotor? Die Sporthändler setzen auf Fans, die nicht nur zum Public Viewing, sondern auch in die Geschäfte kommen....

DWN
Unternehmen
Unternehmen Netzplan im Projektmanagement: Wie Unternehmen ihre Projekte planbar machen
23.05.2026

Der Netzplan macht im Projektmanagement sichtbar, was Bauchgefühl übersieht. Warum die Netzplantechnik 2026 wieder Konjunktur hat – und...