Politik

Die Grünen diskriminieren Cem Özdemir

Aus den Twitter-Aktivitäten Cem Özdemirs geht hervor, dass er eigentlich kein Interesse am Landwirtschaftsministerium hat. Man kann es ihm nicht verdenken. Jahrzehntelang sollte er sich um irgendetwas mit Islam, Integration und Außenpolitik kümmern, um dann der Oberverantwortliche für die deutschen Bauern zu werden.
09.01.2022 10:59
Aktualisiert: 09.01.2022 10:59
Lesezeit: 1 min
Die Grünen diskriminieren Cem Özdemir
Landwirtschaftsminister Cem Özdemir. (Foto: dpa)

Landwirtschaftsminister Cem Özdemir hat offenbar Schwierigkeiten damit, sich in seinem Ministerposten einzufinden. Aus seinen Twitter-Aktivitäten gehen zwei Dinge hervor: Erstens hat er offenbar relativ viel Zeit, wenn es ums Twittern geht. Zweitens twittert er nahezu ausschließlich über Themen, die nicht in sein Ressort als Landwirtschaftsminister fallen. Dann wiederum postet er Tweets in türkischer Sprache, die der Großteil seiner Wähler nicht versteht.

Özdemir ist offenbar unzufrieden mit seinem Posten als Landwirtschaftsminister. Man kann es ihm nicht verdenken. Schließlich brachten ihn die Grünen über Jahrzehnte hinweg in Stellung, wenn es um den „Kampf gegen Rechts“, um außenpolitische Fragen (vor allem Russland, USA und Türkei) und um irgendetwas mit dem Islam ging.

Immer wenn es um Migranten ging, wollten die ach so toleranten Grünen, dass sich „der Türke“ in ihren Reihen dazu äußert. Immer wenn es um Islamismus ging, sollte „der Türke“ zur Stelle sein.

Nun soll sich Özdemir um gesundheitlichen Verbraucherschutz bei Lebensmitteln, eine umwelt- und tiergerechte Erzeugung landwirtschaftlicher Produkte in hoher Qualität, die Entwicklung ländlicher Räume und um die deutschen Bauern kümmern.

Dabei hatte er vor den Bundestagswahlen 2021 angekündigt, welchen Posten er besonders reizend findet. Im Gespräch mit dem „Spiegel“ ließ er durchblicken: „Ein grüner Innenminister ist überfällig!“

Einige mediale Stimmen plädierten sogar dafür, dass er Außenminister wird. Doch das hätte wahrscheinlich zu einer direkten Kollision Deutschlands mit Russland und der Türkei geführt, was sogar für die Grünen zu viel des Guten gewesen wäre.

Wer an Cem Özdemirs Stelle wäre, müsste sich eigentlich im stillen Kämmerlein denken:

„Ein Leben lang sollte ich den netten ,Döner-Türken‘ spielen, und jetzt soll ich mich um 100-prozentige deutsche ,Kartoffel-Bauern‘ kümmern. Genau mein Humor!“

Doch warum nicht? Schließlich sind auch die deutschen Bauern eine Minderheit in Deutschland – und zwar eine diskriminierte.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Technologie
Technologie Festkörperbatterien lassen auf sich warten – könnte die Halbfestkörper-Technologie zur Brückentechnologie der Energiespeicherung werden?

Die Batteriewirtschaft befindet sich derzeit in einer bemerkenswerten Übergangsphase. Während nahezu alle großen Hersteller langfristig...

X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft CISPA: Finanzieren deutsche Steuerzahler Chinas Cyberwissen?
27.06.2026

Ein deutsches Vorzeigezentrum für Cyber-Sicherheit gerät unter Druck. Die Handelsblatt-Recherche zu China-Kontakten am CISPA trifft einen...

DWN
Finanzen
Finanzen Reisekostenabrechnung: Unternehmen sparen am Hotel – und übersehen den eigentlichen Kostenblock
27.06.2026

Viele Unternehmen sparen sichtbar bei Geschäftsreisen – und verlieren Geld an unsichtbarer Stelle. Denn der eigentliche Kostenblock...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Zeekr 7X im Test: Würden Sie für diesen Chinesen Ihr deutsches Auto opfern?
27.06.2026

Der Zeekr 7X Privilege AWD ist kein höflicher Hinweis aus China, sondern eine Kampfansage an BMW, Mercedes, Porsche und Audi. Für 64.000...

DWN
Politik
Politik Brexit-Bilanz nach einem Jahrzehnt: Was vom großen Versprechen geblieben ist
27.06.2026

Der Brexit sollte Großbritannien mehr Kontrolle, Wohlstand und politische Freiheit bringen. Ein Jahrzehnt später prägen jedoch Streit,...

DWN
Finanzen
Finanzen EZB warnt: Märkte unterschätzen Krieg, Schulden und Zinsrisiken
27.06.2026

Der jüngste Finanzstabilitätsbericht der Europäischen Zentralbank (EZB) ist mehr als eine routinemäßige Risikobeschreibung. Er zeigt,...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Schwarz-Gruppe macht Lidl zum Wachstumsriesen
27.06.2026

Lidl wächst, Kaufland expandiert, und die Schwarz-Gruppe baut ihre Macht in Europa weiter aus. Doch hinter den Milliardenumsätzen steckt...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: Chiphersteller Micron und Intel unter Druck, da OpenAI Berichten zufolge IPO-Verzögerung erwägt
26.06.2026

Spannende Verschiebungen an der US-Börse: Was die jüngsten Marktbewegungen für Ihr Portfolio bedeuten könnten.

DWN
Panorama
Panorama Imperien abseits des Rasens: Das verdienen die WM-Stars als Unternehmer
26.06.2026

Die bestbezahlten Fußballer der Welt definieren Reichtum neu. Längst reicht das Einkommen aus ihren Profiverträgen nicht mehr aus –...