Finanzen

Geheimnisvoller Bitcoin-Milliardär gehört zu den reichsten Männern der Welt

Mit einem Vermögen von rund 100 Milliarden Dollar gehört Binance-Gründer Changpeng Zhao heute zu reichsten Männern der Welt. Doch sein Vermögen hängt am seidenen Faden.
Autor
14.01.2022 11:00
Lesezeit: 3 min
Geheimnisvoller Bitcoin-Milliardär gehört zu den reichsten Männern der Welt
Binance-Gründer Changpeng Zhao ist heute einer der reichsten Männer der Welt. (Foto: Binance)

Kein anderer auf der Welt verfügt über ein so großes Vermögen in Form von Kryptowährungen wie der CEO der weltgrößten Bitcoin-Börse Binance, Changpeng Zhao. Sein Vermögen beträgt aktuell knapp 100 Milliarden Dollar. Damit rangiert er aktuell auf Platz 11 der Bloomberg-Liste der reichsten Männer der Welt, die von Elon Musk, Jeff Bezos, Bernard Arnault, Bill Gates und Mark Zuckerberg angeführt wird.

Changpeng Zhao, im Internet auch als CZ bekannt, wurde in der chinesischen Provinz Jiangsu geboren und ist kanadischer Staatsbürger. Laut einem Bericht von Bloomberg hat er einst bei der Fastfood-Kette McDonald's in der Küche gestanden und Hamburger zubereitet, bevor er zur "prominentesten Persönlichkeit" im Bereich der Kryptowährungen in den Vereinigten Arabischen Emirate wurde.

Tatsächlich könnte sein Vermögen noch deutlich größer werden. Denn Zhao besitzt eine beträchtliche Menge an Bitcoin und Binance Coin. Der Binance Coin (BNB) verfügt seit 2020 über eine eigene Blockchain und sein Kurs ist im Verlauf des letzten Jahres um 1300 Prozent gestiegen. Er ist nun die Nummer 3 unter den Kryptowährungen hinter Bitcoin (BTC) und Ethereum (ETH).

Zhaos Aufstieg zum Reichtum ist nicht ohne Hindernisse verlaufen. So wurde seine Börse Binance in China verboten und stößt weiterhin auch in anderen Teilen der Welt auf behördlichen Widerstand. Das US-Justizministerium und die US-Steuerbehörde (Internal Revenue Service) untersuchen, ob eine seiner Firmen, Binance Holdings, für Geldwäsche und Steuerhinterziehung genutzt wurde.

Die US-Börsenaufsicht CFTC (Commodity Futures Trading Commission) untersucht ebenfalls mögliche Marktmanipulationen und Insiderhandel innerhalb des Unternehmens sowie die Frage, ob es seinen Kunden in den USA ohne Erlaubnis ermöglicht hat, mit Derivaten zu handeln, die Kryptowährungen zur Grundlage haben. Mit etwas Glück wird Zhao die US-Behörden aber mit einer Strafzahlung ruhigstellen können.

Der Analyst Chris Brendler von DA Davidson & Co. schätzt, dass die Bitcoin-Börse Binance im vergangenen Jahr mindestens 20 Milliarden Dollar Umsatz gemacht hat. Das ist etwa das Dreifache dessen, was vom stärksten Konkurrenten Coinbase erwartet wird. "Coinbase mag aus amerikanischer Sicht als der 800-Pfund-Gorilla erscheinen, aber Binance ist deutlich größer", so Brendler.

An einem intensiven Handelstag hat Binance kürzlich innerhalb von 24 Stunden-Spanne Transaktionen im Umfang von 170 Milliarden Dollar durchgeführt. Doch auch an einem weniger aktiven Tag sind es nach Angaben von Zhao immerhin noch etwa 40 Milliarden Dollar. "Ich kümmere mich nicht um Reichtum, Geld oder Rankings", sagte er im November gegenüber Bloomberg.

Seit seinem Rekordstand im November von 69.000 Dollar ist Bitcoin um mehr als 40 Prozent abgestürzt. Binance sagt: "Kryptowährungen befinden sich noch in der Wachstumsphase. Sie sind anfällig für höhere Volatilität. Jede Zahl, die man an einem Tag hört, wird anders sein als die, die man am nächsten Tag hört."

Zhaos Zukunft hängt davon ab, ob er eine Einigung mit den Regulierungsbehörden finden kann. Und dies ist wohl der Grund dafür, dass er eine stärkere staatliche Regulierung seiner Branche ausdrücklich befürwortet. "Ich bin kein Anarchist. Ich glaube nicht, dass die menschliche Zivilisation fortschrittlich genug ist, um in einer Welt ohne Regeln zu leben", sagte er im November.

Binance hält seine Einnahmen aus dem Handel mit den hunderten verschiedenen auf seiner Börsenplattform gehandelten Krypto-Token in Form eben dieser Token, die das Unternehmen nicht in staatliche Währungen umwandelt. Zhao sagt über die Token: "Wir halten sie einfach. Wenn man den Gesamtwert berechnet, ist das jetzt eine Zahl, und 5 Minuten später ist es eine andere Zahl, weil sich jeder Preis ändert."

Tim Swanson, Leiter des Bereichs Marktintelligenz beim Londoner Blockchain-Unternehmen Clearmatics, sieht einen Teil des Erfolges von Binance in der Bindung von Nutzern aus aller Welt an das Unternehmen: "Sie müssen nicht einmal mehr der erste sein, der einen Coin zum Handel auflistet, damit sich die Liquidität dort ansammelt."

Das Ziel von Binance, von überall operieren zu können, hat es für die Regulierungsbehörden schwierig gemacht, das Unternehmen auf einen Standort festzulegen. Der Analyst Chris Brendler kommentiert: "Ihr Ansatz war: 'Wir brauchen keine Regulierungsbehörde, wir sind dezentralisiert'. Das hat für Wachstum, Skalierung und Produktinnovationen sehr gut funktioniert."

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Technologie
Technologie PC-Gaming in Europa erlebt eine Phase der Zurückhaltung

Einst galt PC-Gaming in Europa als lohnende Langzeitinvestition. Man baute sich einen Rechner zusammen oder rüstete ihn auf, zahlte im...

DWN
Politik
Politik Waffenruhe im Iran-Krieg: Trumps riskante Atempause – Probleme im Iran-Konflikt bleiben ungelöst
11.04.2026

Donald Trump feiert die Waffenruhe als Erfolg im Iran-Krieg. Doch entscheidende Fragen bleiben offen, während geopolitische Spannungen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Porsche kämpft mit schwachen Zahlen: Wie Michael Leiters den Kurs verbessern will
11.04.2026

Porsche steht nach schwachen Geschäftszahlen und sinkenden Margen vor einer tiefgreifenden Neuausrichtung unter CEO Michael Leiters....

DWN
Finanzen
Finanzen ETF oder Investmentfonds: Warum viele Anleger das falsche Produkt wählen
11.04.2026

ETF, Investmentfonds oder Rentenfonds. Viele Anleger glauben, die richtige Wahl hänge vor allem von der Rendite ab. Tatsächlich...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft KI-Jobabbau: Warum Frauen besonders betroffen sind
11.04.2026

Künstliche Intelligenz verändert den Bankensektor schneller als erwartet. Tausende Jobs stehen auf der Kippe, während Unternehmen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Meta-Urteil: Datenübertragung in die USA erlaubt – es bleiben Fragen
11.04.2026

Dürfen persönliche Daten von Facebook- und Instagram-Nutzern in die USA übertragen werden? Ein aktuelles Meta-Urteil sorgt für Klarheit...

DWN
Finanzen
Finanzen MSCI stuft Griechenland als entwickelten Markt ein: Chancen und Risiken für Anleger
11.04.2026

Griechenland steht mit der Aufnahme in die MSCI-Indizes wieder stärker im Fokus internationaler Investoren und signalisiert eine neue...

DWN
Immobilien
Immobilien Senkt schnelleres Bauen wirklich die Wohnkosten? Der Bauturbo- und Maßnahmen-Check
11.04.2026

Schwarz-Rot verspricht, dass der Bauturbo und sonstige Maßnahmen, die den Bau von Immobilien beschleunigen, unweigerlich zu Preisfall auf...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: Eine nervöse Erholung an der Wall Street, während der brüchige Frieden hält
10.04.2026

Zwischen Hoffen und Bangen: Entdecken Sie, welche verborgenen Marktdynamiken aktuell den Takt vorgeben und für Überraschungen sorgen.