Deutschland

Wachsende Zuwanderung nach Deutschland gleicht fehlende Geburten aus

Auch 2021 sind in Deutschland deutlich mehr Menschen gestorben als geboren wurden. Die erhebliche Lücke wurde erneut durch Zuwanderung geschlossen.
20.01.2022 10:29
Lesezeit: 1 min
Wachsende Zuwanderung nach Deutschland gleicht fehlende Geburten aus
Migranten sitzen in der zentralen Bearbeitungsstelle der Bundespolizei und des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge. (Foto: dpa) Foto: Patrick Pleul

Dank wachsender Zuwanderung bleibt die Zahl der Bevölkerung in Deutschland stabil: Ende vergangenen Jahres lebten 83,2 Millionen Menschen in der Bundesrepublik und damit etwa so viele wie Ende 2020 und Ende 2019, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag zu einer ersten Schätzung mitteilte. "Die Ursache für die stagnierende Bevölkerungszahl war 2021 die gestiegene Sterbefallzahl, die deutlich höher war als die Zahl der Geborenen." Die Lücke konnte allerdings durch höhere Nettozuwanderung geschlossen werden. 2020 war die Nettozuwanderung noch gesunken.

In den drei Jahrzehnten seit der deutschen Vereinigung ist die Bevölkerung Deutschlands überwiegend gewachsen, mit Ausnahme von 1998 sowie den Jahren 2003 bis 2010. Der Zuwachs ergab sich jedoch ausschließlich aus dem sogenannten positiven Wanderungssaldo – also dadurch, dass mehr Menschen zuwanderten als abwanderten. "Ohne diese Wanderungsgewinne wäre die Bevölkerung bereits seit 1972 geschrumpft, da seither jedes Jahr mehr Menschen starben als geboren wurden", betonte das Amt.

Die Zahl der Geburten und der Sterbefälle kletterte im vergangenen Jahr jeweils. Ausgehend von den bereits vorliegenden Meldungen der Standesämter sei für 2021 mit 775.000 bis 795.000 Geborenen und etwa 1,02 Millionen Gestorbenen zu rechnen. Zum Vergleich: 2020 wurden 773.144 Kinder geboren, während 985.572 Menschen starben.

Den Saldo aus Zu- und Fortzügen schätzen die Statistiker für 2021 zwischen plus 270.000 und plus 320.000 Personen, nach plus 220.251 im Jahr davor. "Unter den Herkunftsländern trugen – ausgehend von den Angaben für die Monate Januar bis Oktober 2021 – insbesondere Rumänien, Syrien und Afghanistan zu den Wanderungsgewinnen bei."

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Politik
Politik Iran: Wann greift Trump an?
19.02.2026

Die Atomgespräche zwischen Washington und Teheran scheitern erneut. Experten warnen vor einem möglichen militärischen Konflikt, der die...

DWN
Unternehmen
Unternehmen DB Cargo-Stellenabbau: 6.200 Jobs fallen bei Deutsche Bahn-Tochter weg
19.02.2026

Fast jede zweite Stelle soll weg – DB Cargo steht vor einem historischen Einschnitt. Der neue Chef setzt alles auf eine Karte, denn...

DWN
Finanzen
Finanzen Airbus-Aktie im Rückwärtsgang: 870 Jets reichen dem Markt nicht
19.02.2026

Die Airbus-Aktie bricht ein, obwohl der Konzern einen Auslieferungsrekord ankündigt. Doch Lieferprobleme, verfehlte Erwartungen und ein...

DWN
Politik
Politik Schulfach Wiederbelebung: DRK-Präsident für Training an Schulen
19.02.2026

Krisenfestigkeit wird zu eng gedacht, findet Hermann Gröhe. Der DRK-Chef und ehemalige Bundesgesundheitsminister fordert aber nicht nur...

DWN
Politik
Politik Uneinigkeit in der EU: Sanktionspaket gegen Russland gerät ins Wanken
19.02.2026

Die EU verhandelt ein neues Sanktionspaket gegen Russland, doch wirtschaftliche Eigeninteressen einzelner Mitgliedstaaten bremsen die...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsen: Wall Street schiebt Unsicherheit beiseite und legt zu
18.02.2026

Die US-Aktienmärkte schlossen den Tag im Plus. Der S&P 500 stieg um 0,56 %, der Nasdaq Composite um 0,78 % und der Dow Jones Industrial...

DWN
Technologie
Technologie Ostsee-Stromprojekt: Baltic-German PowerLink geplant
18.02.2026

Das Ostsee-Stromprojekt zwischen Deutschland, Lettland und Litauen nimmt konkrete Formen an. Mit dem Baltic-German PowerLink entsteht ein...

DWN
Finanzen
Finanzen Dürr-Aktie springt nach Quartalszahlen deutlich an – jetzt Dürr-Aktie kaufen?
18.02.2026

Der Dürr-Aktienkurs ist nach überraschend starken Quartalszahlen nach oben geschossen. Vor allem der Nettogewinn überzeugt Investoren...