Deutschland

Auch Apotheken impfen nun gegen das Coronavirus

Ab heute dürfen auch Apotheker in Deutschland gegen das Coronavirus impfen. Noch machen nur wenige Apotheken mit, aber mit der vierten Impfung sollte sich das ändern.
08.02.2022 16:50
Aktualisiert: 08.02.2022 16:50
Lesezeit: 1 min
Auch Apotheken impfen nun gegen das Coronavirus
Seit dem 8. Februar dürfen in Deutschland auch Apotheken gegen das Coronavirus impfen.(Foto: dpa) Foto: Friso Gentsch

Bundesweit haben sich am Dienstag nur wenige Apotheken am Start der Impfungen gegen das Coronavirus beteiligt. Im Bundesgebiet hatten zunächst rund 500 von insgesamt 18 500 Apotheken Impfstoff für diese Woche bestellt. Vielerorts ist das Angebot gering. In der Landeshauptstadt Stuttgart gibt es etwa bisher keine einzige Impf-Apotheke.

In Schleswig-Holstein ging der Geschäftsführer der Apothekerkammer am Dienstag davon aus, dass sich in dem Bundesland aktuell 10 bis 20 Apotheken an den Impfungen beteiligen. Rund 40 Prozent der insgesamt etwa 600 Apotheken hätten Interesse an der Aktion bekundet.

Gründe für die zu Beginn verhaltende Beteiligung der Apotheken dürften die geringe erwartete Nachfrage und Software-Probleme sein, wie eine Sprecherin der Apothekerkammer in Baden-Württemberg sagte. Die Apotheken müssen ihre Impfungen täglich über das digitale Impfmonitoring an das Robert Koch-Institut melden.

Bis zuletzt war bei vielen Apotheken nicht klar, ob sie rechtzeitig an das System angeschlossen werden. Die Apothekerkammer im Südwesten geht zudem vor allem in Städten von einer geringen Nachfrage aus, weil es dort auch viele andere Impfangebote gebe. Der Geschäftsführer der saarländischen Apothekerkammer, Carsten Wohlfeil, rechnet aber mit einer Zunahme der Nachfrage, wenn der Impfstoff Novavax verimpft werden könne sowie eine vierte Impfung anstehe.

Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände war am Morgen noch von einer höheren Nachfrage ausgegangen. Zu dem Zeitpunkt sei das Online-Informationsportal «Mein-Apothekenmanager» für kurze Zeit überlastet gewesen, sagte eine Sprecherin.

Dass nun auch die Apothekerinnen und Apotheker impfen, geht auf eine Änderung der Corona-Impfverordnung des Bundes zurück. Geschulte Apotheken dürfen ab sofort alle am Markt zugelassenen Corona-Vakzinen impfen. Die Ausnahme bildet der Kinderimpfstoff von Biontech/Pfizer, da in Apotheken nur Menschen ab zwölf Jahren geimpft werden dürfen.

Ärzteverbände hatten die Ausweitung der Impfkampagne auf Apotheken kritisiert und betont, dass das Impfen wegen möglicher Nebenwirkungen und Komplikationen eine ärztliche Aufgabe sei. Die Apotheker-Bundesvereinigung wies das zurück. «Die Patienten sind in Apotheken genauso sicher wie in einer Arztpraxis», sagte eine Sprecherin am Dienstag.

Starke allergische Reaktionen seien bei der Corona-Impfung allgemein sehr selten und alle impfenden Apotheker hätten zuvor eine Erste Hilfe-Schulung absolviert. Die Bundesvereinigung betonte, Grundidee sei es, mit Apotheken ein niedrigschwelliges Angebot zum Impfen zu schaffen. Es solle vor allem Menschen ansprechen, die keinen Hausarzt haben.

Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Gestiegene Betriebskosten: Wachsender Druck auf Produktionsbetriebe

Die deutsche Wirtschaft steht im Jahr 2026 vor enormen Herausforderungen, welche die Gewinnspannen der Betriebe spürbar verringern. Laut...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Unternehmen
Unternehmen Quereinstieg wird zum Karrieremodell: Wo Quereinsteiger gefragt sind
22.09.2026

Ein neuer Job, ein anderer Berufsweg, neue Perspektiven: Für immer mehr Menschen in Deutschland ist der Quereinstieg eine attraktive...

DWN
Finanzen
Finanzen Vonovia-Aktie unter Druck: Enteignungsdebatte kehrt zurück
22.09.2026

Die Vonovia-Aktie gerät nach der Berlin-Wahl erneut unter Druck und fällt auf den niedrigsten Stand seit Sommer 2023. Der Wahlsieg der...

DWN
Technologie
Technologie Datendurst: Rechenzentren verschärfen Deutschlands Wasserproblem
22.09.2026

Deutschlands Rechenzentrumskapazitäten sollen bis 2030 massiv wachsen, sich mindestens verdoppeln – und brauchen dafür nicht nur immer...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft EU und Philippinen einigen sich auf Freihandelsabkommen
22.09.2026

Neue Chancen für Maschinen, Arzneimittel und Schweinefleisch: Die Europäische Union und die Philippinen haben sich auf...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Evonik-Aktie: Chemiekonzern streicht 3.200 Stellen
22.09.2026

Evonik streicht 3.200 Stellen und will allein in Deutschland 2.150 Jobs abbauen. Der Chemiekonzern setzt zugleich auf Wachstum in Asien und...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Onboarding neuer Mitarbeiter: Darauf kommt es an
22.09.2026

Die Vorstellungsgespräche sind geschafft, es wurde sich für einen passenden Bewerber entschieden und dieser hat ebenfalls zugesagt. Damit...

DWN
Politik
Politik Folge der Zerstörung: Saudis liefern kein Öl mehr nach Europa
22.09.2026

Saudi Aramco liefert im Oktober kein Öl an europäische Partner. Huthi-Angriffe auf eine wichtige Pipeline haben die Versorgung des...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft EU-Zölle treiben Stahlkunden zurück nach Europa
22.09.2026

Nachdem die EU die Bedingungen für Stahlimporte verschärft hat, hat sie einen Teil der Kunden zu europäischen Herstellern...