Politik

„Omikron verläuft mild“: Politiker wollten Medizinerin zum Schweigen bringen

Die Medizinerin, die Omikron entdeckt und diese Variante als mild eingestuft hat, sollte nach eigenen Angaben von Europas Regierungen zum Schweigen gebracht werden. Ihre Erfahrungen schildert sie in einem Interview mit der Zeitung „Die Welt“.
10.02.2022 15:39
Aktualisiert: 10.02.2022 15:39
Lesezeit: 1 min

Angelique Coetzee ist jene Frau, die als erste Medizinerin auf die Omikron-Variante stieß, um Patienten zu behandeln. Im Interview mit der Zeitung „Die Welt“ schildert sie, dass sie eine Entwarnung gegeben habe. „Aber in Europa habe das niemand hören wollen, sie sei von Regierungen unter Druck gesetzt worden“, so das Blatt.

Ihr sei gesagt worden, sie „solle öffentlich nicht erklären, dass es eine milde Erkrankung sei.“ Sie sei gebeten worden, von derartigen Äußerungen Abstand zu nehmen und zu sagen, es sei eine ernste Erkrankung. „Das habe ich abgelehnt“, so Coetzee.

Sie habe niemals behauptet, dass die Omikron-Variante nicht zu einer Erkrankung führt. Doch der Verlauf sei mild. Bei der Delta-Variante sei das anders gewesen. Diese sei gefährlicher gewesen.

Auf die Frage, warum sie daran gehindert wurde, die Wahrheit zu sagen, sagte Coetzee: „Sie haben es versucht, aber sie haben es nicht geschafft.“ Die Politiker hatten von ihr hören wollen, dass die Omikron-Variante in Europa eine ernsthafte Erkrankung auslöse, während sie in Südafrika sehr mild verlaufe.

Sie sei insbesondere von Wissenschaftlern aus den Niederlanden und Großbritannien unter Druck gesetzt worden. Diesen Druck habe sie in Südafrika nicht erlebt.

Im Rahmen einer Studie der University of Berkeley wurden 70.000 Corona-Fälle untersucht, von denen etwa 52.000 auf Omikron und etwa 18.000 auf Delta entfielen.

Es wurde festgestellt, dass Omikron im Vergleich zu Delta halb so gefährlich sei, „was das Risiko einer Krankenhaus-Einlieferung angeht“, so das „ZDF“.

Der Sender wörtlich: „Omikron ist ein Viertel so gefährlich wie Delta, was intensivmedizinische Behandlungen betrifft - das Risiko, auf einer Intensivstation behandelt zu werden, ist um 74 Prozent reduziert. Das Sterberisiko nach einer Omikron-Infektion ist im Vergleich zu Delta um 91 Prozent reduziert. Die Menschen lagen weniger lange im Krankenhaus - bei Omikron rund 70 Prozent kürzer als bei Delta.“

Doch das „ZDF“ hakt nach und teilt mit Verweis auf das Robert-Koch-Institut, das als Bundesbehörde dem Bundesgesundheitsministerium untersteht, mit:

„Man darf nun nicht den Fehler machen, einen milden Verlauf als harmlos abzutun.“

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Wirtschaft
Wirtschaft "Mut zur kreativen Zerstörung": Matthias Bianchi vom Deutschen Mittelstands-Bund im DWN-Interview
18.03.2026

Der deutsche Mittelstand steht unter immensem Druck – Bürokratie, Energiepreise und Fachkräftemangel belasten die Unternehmen massiv....

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Wirtschaftsflaute: Wenn Panzer Autos ersetzen - Rüstungsindustrie soll Rettungsanker und Chance sein
18.03.2026

Die Absatzschwäche deutscher Autohersteller und Zulieferer trifft auf eine boomende Rüstungsindustrie: Deutschland ist inzwischen...

DWN
Technologie
Technologie KI am Arbeitsplatz: Deutschland holt deutlich auf
18.03.2026

China top, USA flop: Während KI in Deutschland Fahrt aufnimmt, sinkt in den USA die Nutzung. Was steckt hinter der neuen Skepsis und wo...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Autoindustrie unter Kostendruck: Stellenabbau in Deutschland nimmt zu
18.03.2026

Die deutsche Automobilindustrie steht unter wachsendem Druck, da Produktion und Investitionen zunehmend nach Osteuropa abwandern. Welche...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Möbelriese Hammer-Baumärkte im Insolvenzverfahren: Räumungsverkauf beginnt
18.03.2026

Nach dem Insolvenzverfahren verschwinden rund die Hälfte aller Hammer-Märkte in Deutschland. Während der Insolvenzverwalter nach einem...

DWN
Politik
Politik Straße von Hormus bleibt blockiert: Durchfahrten nur noch selektiv möglich
18.03.2026

Die Straße von Hormus gerät im Iran-Krieg zunehmend unter politische Kontrolle und verändert die Abläufe im globalen Handel. Welche...

DWN
Finanzen
Finanzen Privatökonomie verbessern: Warum viele Haushalte jeden Monat Geld verschenken
18.03.2026

Haben Sie Ihre Finanzen im Griff? Oft verstecken sich unnötige Kosten, ungenutzte Chancen und falsche Entscheidungen direkt im Alltag. Wer...

DWN
Politik
Politik Potsdamer Treffen: Niederlage für „Correctiv“ vor Gericht
18.03.2026

Im Streit über die Berichterstattung der Rechercheplattform „Correctiv“ über das sogenannte Potsdamer Treffen hat das Landgericht...