Politik

Donnerschlag: Russland erkennt Unabhängigkeit des Donbass an

Russlands Präsident Wladimir Putin hat die Unabhängigkeit der selbst ernannten „Volksrepubliken Lugansk und Donezk“ anerkannt. Genau diesen Schritt hatten die DWN am 11. Dezember 2021 prognostiziert.
21.02.2022 19:43
Aktualisiert: 21.02.2022 19:43
Lesezeit: 1 min
Donnerschlag: Russland erkennt Unabhängigkeit des Donbass an
Waleri Gerassimow (l-r), Militärführer in Russland, Wladimir Putin, Präsident von Russland, und Sergei Schoigu, Verteidigungsminister von Russland. (Foto: dpa) Foto: Alexei Nikolsky

Der russische Präsident Wladimir Putin hat mitgeteilt, dass Moskau die Souveränität der Volksrepubliken Donezk (DVR) und Lugansk (LPR) im vom Krieg zerrissenen Osten der Ukraine offiziell anerkennen wird, melden die russischen Medien. Die Anerkennung erfolgte am 21. Februar 2022.

In einer am Montag veröffentlichten Erklärung gab der Kreml bekannt, dass Putin den französischen Präsidenten Emmanuel Macron und den deutschen Bundeskanzler Olaf Scholz darüber informiert habe, dass er beabsichtige, „in naher Zukunft“ ein Dekret zur Anerkennung der beiden separatistischen Donbass-Regionen zu unterzeichnen. Laut offiziellen Angaben drückten die beiden Staatschefs „ihre Enttäuschung über diese Entwicklung aus“.

In einer Erklärung, die früher am selben Tag veröffentlicht wurde, forderte der Spitzendiplomat der EU, Josep Borrell, den Kreml auf, die Entscheidung nicht zu treffen, und argumentierte, dass dies ein Vorläufer der „Annexion“ der DVR und LVR durch Russland sein könnte. „Wenn es eine Annexion gibt, wird es Sanktionen geben, und wenn es eine Anerkennung gibt, werde ich die Sanktionen auf den Tisch legen und die Minister werden entscheiden“, sagte er.

Der Schritt folgt auf Anfragen vom Montag von Denis Pushilin und Leonid Pasechnik, den Führern der DVR und LPR, die um Moskaus Unterstützung bitten.

Die „Zeit“ berichtet: „Frankreichs Präsident Emmanuel Macron beruft wegen der jüngsten Entwicklungen in der Ostukraine eine Dringlichkeitssitzung des nationalen Sicherheitsrates ein, wie das Präsidialamt mitteilt. Russlands Präsident Wladimir Putin hatte ihm zuvor in einem Telefonat mitgeteilt, dass Russland die Separatistengebiete in der Ostukraine als unabhängige Staaten anerkennen will.“

Damit erfüllen sich die Prognosen, die die DWN in diesen beiden Berichten zuvor angeschnitten hatten. Die DWN hatten auch die wahren geopolitischen Hintergründe erwähnt:

Für Putin sind Russen und Ukrainer ein Volk, doch nicht für Selenskyj

Droht der Ukraine eine Teilung entlang des Dnepr-Flusses?

Das steckt hinter dem „Big Game“:

Intermarium: Wie die USA und Russland Europa in Einfluss-Zonen aufteilen

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Finanzielle Freiheit braucht einen starken Partner

Vermögen eröffnet Möglichkeiten – und bringt zugleich Entscheidungen mit sich: Wie lässt sich das Erreichte bewahren, gezielt...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Methanemissionen: Energiepreise – EU-Kommission will Klimaregeln verschieben
18.10.2026

In Brüssel werden Mittel gegen die ausufernden Energiepreise gesucht. Einen Weg sieht die Kommission darin, bestimmte Klimaregeln später...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Bewerbungsverfahren: Künstliche Intelligenz verändert die Auswahlkriterien
18.10.2026

Bewerber verfassen Bewerbungsunterlagen mit KI, Betriebe lassen die Maschine zumindest einen Teil der Vorauswahl machen. Das ändert die...

DWN
Finanzen
Finanzen Aktien kaufen: Der größte Fehler passiert lange vor dem ersten Aktienkauf
18.10.2026

Welche Aktie soll ich kaufen? Für viele Börsenanfänger ist das die wichtigste Frage überhaupt. Dabei entscheidet sich oft schon viel...

DWN
Technologie
Technologie Musks Flugauto: Tesla zeigt Sportwagen mit Raketendüsen
18.10.2026

Seit Jahren stellte Elon Musk ein Raketen-Auto in Aussicht - und der nun gezeigte Tesla Roadster kann dank Kaltgas-Düsen ein wenig...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Zeekr greift BMW und Mercedes an: Ex-BMW-Manager rechnet mit Europas Autobauern ab
18.10.2026

In chinesischen Autofabriken verschwinden die Menschen, Roboter übernehmen ihre Arbeit. Während BMW, Mercedes und Audi unter Kostendruck...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Entsorgungswirtschaft warnt: mehr Brände durch Batterien
18.10.2026

Immer mehr Alltagsgegenstände enthalten fest verbaute Batterien, die nicht jeder überhaupt erkennt. Im Müllauto oder der...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Bald treffen die Giganten aufeinander: Die Wette auf Indien könnte lukrativer sein als die auf China
18.10.2026

Wenn nur zehn Prozent der Inder, die heute kein Auto besitzen, in den kommenden Jahrzehnten Eigentümer eines Neuwagens würden, sprächen...

DWN
Politik
Politik Regierungsbildung in Berlin: Das planen Linke, Grüne und SPD für die Hauptstadt
17.10.2026

"Mehr gemeinsam, mehr Berlin": Das Sondierungspapier von Linke, Grünen und SPD umfasst inklusive Anlagen etwa 30 Seiten. So wollen die...